Auf dem Rummel in Costa Rica

!Bienvenidos! Das riesige Willkommensbanner markiert den Beginn des Rummels/ Volksfestes, das ich mit meiner AuPair Freundin Alicia und ihrer Gastfamilie besuche. Wir schlendern ein wenig herum, bevor Valeria, Alicias Gastkind, ungeduldig wird und uns Richtung Fahrgeschäfte zieht. Alicias Gastfamilie ist unheimlich nett, auch wenn sie nur aus der siebenjährigen Valeria und ihrer Mutter besteht. Auf lebhaftem Spanisch erzählt uns Valeria, welche Fahrgeschäfte sie unbedingt fahren möchte und ob wir nicht bitte, bitte mitfahren können. Erstaunt stelle ich fest, dass die Fahrpreise hier viel billiger sind als auf deutschen Volksfesten. Für eine Fahrt bezahlt man 1.200 Colones (1,90€) und für nur 7.500 Colones (11,90€) darf man alle Geschäfte so oft fahren, wie man möchte. Trotzdem geben wir uns damit zufrieden, Valeria zuzuschauen, wie sie Autoscooter, Karussell und Kinderachterbahn fährt. Vor jeder Attraktion ist eine lange Schlange, aber das stört mich gar nicht, weil ich mich so gut mit Alicia und ihrer Gastfamilie unterhalte. Es tut gut, sich mal wieder länger auf Spanisch zu unterhalten, da ich im Hostel hauptsächlich Englisch spreche.

Langsam verabschiedet sich die Sonne, lässt sich müde in der Ferne auf den Bergen nieder und zaubert damit einen wunderschönen Abendhimmel. Die unablässig bunt blinkenden Lichter der Fahrgeschäfte stehen dazu in schönem Kontrast.

Nach dem dritten Höllenritt, den Valeria begeistert bestreitet, trennen sich Alicia und ich von der Familie, um selbst ein bisschen herumzuwandern. Essensstände verkaufen Pupusas, Mais, Mango, Arroz con Pollo (Reis mit Hühnchen) und Berge von gegrilltem Fleischspießen. Wir wurden von Alicias Gastmutter davor gewarnt, hier zu essen, da die Hygiene teilweise zu wünschen übrig lässt. Im Endeffekt wäre uns wahrscheinlich nichts passiert, aber wir haben sowieso keinen großen Hunger und kaufen uns so nur ein paar Churros und Quarkbällchen.

Wir schlendern durch die Gänge, die sich mit immer mehr Menschen füllen, fahren aber nichts. Wir entdecken eine große Arena, in der anscheinend sogar Stierkämpfe stattfinden. Wir sind aber beide gegen Tierquälerei und wollen uns so auch nicht anstellen, um dem blutigen Spektakel beizuwohnen. Vor der Arena findet sich eine Gruppe junger Protestanten ein, die mit Plakaten und Megafonen gegen die Kämpfe protestieren.

Schließlich treffen wir wieder auf Valeria und ihre Mutter und feuern die beiden beim Autoscooter-Wettrennen an. Nach einer Weile werden meine Füße jedoch immer platter und meine Augenlieder immer schwerer und so verabschiede ich mich langsam.

Trotzdem hatte ich einen sehr schönen Tag und fand es sehr interessant, mal einen costa-ricanischen Rummel zu sehen!

¡Ciao!

Theresa

Umwelt schützen und reisen – geht das?

27% der Landesfläche Costa Ricas stehen unter Naturschutz. Fast 100% des Stroms werden aus regenerativen Quellen gewonnen. Ökoturismus wird stark gefördert. Oft bekommt man statt Plastikstrohalmen solche, die biologisch abbaubar sein sollen. Einmal pro Woche darf man mit seinem Privatfahrzeug nicht ins Zentrum San Josés fahren.

Das hört sich toll an, vor allem, wenn man grade bequem auf der Couch in Deutschland sitzt, nachdem man seinen Langstreckenflug gebucht hat und versucht, sein Gewissen zumindest ein bisschen zu beruhigen.

Das hört sich toll an, aber leider spürt man davon im alltäglichen Leben hier nicht viel. Und Costa Rica ist mit dieser umweltbewussten, oder sagen wir umweltbewussteren, Einstellung auch leider sehr allein in Lateinamerika.

Beim Einkaufen an der Kasse stehen die Einpacker schon bereit, um meine Einkäufe eifrig in Plastikbeutel zu packen (Ja, das ist wirklich ein Beruf), nur, wenn ich aktiv protestiere, kann ich meine Lebensmittel in mitgebrachten Stoffbeuteln verstauen.

Als ich in einer großen Cafékette mal fragte, ob sie mir den Kaffee in meinen Kaffeebecher aus Bambus füllen könnten, bekam ich als Antwort, dass ich mir das aus dem Einwegbecher dann selbst abfüllen könne.

Lateinamerika hat ein Plastikproblem. Immerhin fängt Costa Rica zumindest damit an, das Problem langsam zu lösen. Doch heute soll es nicht um die Länder an sich gehen, sondern darum, was wir als Reisende tun können, sowohl vor der Reise, als auch währenddessen, um den Müll auf Reisen zu reduzieren und vielleicht vor Ort ein wenig mehr Umweltbewusstsein zu schaffen. Immerhin trägt das Bereisen der Welt nicht unbedingt zum Aufhalten des Klimawandels bei.

Vorneweg möchte ich anmerken, dass auch ich sicherlich kein Engel bin- ganz im Gegenteil, ich bin wohl auch ein sehr schlechtes Beispiel. Allein der Flug nach Mittelamerika war schon schlimm genug für die Umwelt und auch im Alltag mache ich genug Fehler und produziere viel zu viel CO2. Und dafür gibt es keine Entschuldigung. Trotzdem versuche ich zumindest, auf die Umwelt zu achten und mit kleinen Umstellungen meinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, auch, oder vor allem, von Costa Rica aus.

Vor der Reise

Natürlich wäre die beste Option, gar nicht erst in die Ferne zu reisen und lieber den Schwarzwald mit dem Fahrrad zu erkunden, aber seien wir ehrlich- who am I to judge? Trotzdem sollte man im Kopf behalten, dass sich eine Fernreise nur wirklich lohnt, wenn man dafür auch genug Zeit einplant. Ich würde nicht empfehlen, nur für eine Woche nach Costa Rica zu fliegen. Allein der Aufwand, die Reisekosten, die Umweltbelastung und der Kampf mit dem Jetlag lohnen sich dann gar nicht. Abgesehen davon möchte man natürlich genug Zeit mitbringen, das wunderschöne Land ausführlich zu erkunden und mich zu besuchen!

Bevor man die Heimat verlässt, sollten natürlich alle Heizungen, Lichter, etc. ausgeschaltet sein- verlasst euer Zuhause einfach umweltfreundlich, egal, wie lange ihr verreist.

Je mehr Gewicht ein Flugzeug trägt, desto mehr Schadstoffe stößt es im Prinzip auch aus, also versucht vielleicht, von vornherein, platzsparend zu packen. Ich als Mädchen, das fast ein Jahr unterwegs ist, hat da gut Reden, aber ich habe mich tatsächlich zurückgehalten. Und nur weil der Koffer theoretisch 20kg wiegen darf, heißt das nicht, dass er es unbedingt muss!

Auf der Reise

“Sin pajilla, por favor!” –Ohne Strohhalm, bitte! Meiner Meinung nach ist das der einfachste Weg, Plastikmüll zu vermeiden: einfach auf wirklich unnötige Einwegprodukte verzichten. Jeder Backpacker hat mittlerweile eigentlich eine wiederverwendbare Wasserflasche, die man in den meisten Hostels auch kostenlos (mit gefiltertem Trinkwasser) wieder auffüllen kann. Wenn man unterwegs gerne einen Kaffee to go trinkt, kann man einen Kaffeebecher aus Bambus oder Metall mitnehmen und wenn man die dickflüssigen Batidos doch lieber mit Strohhalm trinkt, gibt es auch dafür umweltfreundliche, wiederverwendbare Alternativen. Auf Plastikbeutel kann man sowieso leicht verzichten, wenn man immer einen Jutebeutel bei sich trägt.

Auch weiterhin lässt sich die Benutzung von Plastik leicht vermeiden, vor allem bei Toilettenartikeln. Ich zum Beispiel benutze schon lange nur noch feste Shampoo- und Seifenstücke, Zahnbürsten aus Holz, Zahnputztabletten oder Zahnputzpulver und Creme-Deo. Das alles ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern spart auch sehr oft Gewicht im Gepäck.

Natürlich gilt: je länger man sich an einem Ort aufhält, desto besser, weil die Abgase, die beim Transport entstehen, wegfallen. Das kommt auf Reisen, vor allem beim Backpacken, aber eher nicht in Frage, da man das Land ausführlicher kennenlernen will. Trotzdem sollte man darauf achten, wenn möglich, statt eines halbstündigen Fluges lieber eine dreistündige Busfahrt zu buchen. Natürlich dauert das ein wenig länger, aber vor allem hier in Lateinamerika ist Busfahren unheimlich günstig und nicht selten sieht man auf der Fahrt wunderschöne Landschaften an sich vorbeiziehen.

Ist man unterwegs, vor allem in Nationalparks, sollte man natürlich auch auf Flora und Fauna achten und sich an grundsätzliche Regeln halten. Dazu gehört zum Beispiel, nichts unerlaubt anzufassen oder zu betreten, Lärm zu reduzieren, Wasser sparsam zu gebrauchen etc. Vielleicht interessiert sich der ein oder andere sogar für ein Umweltprojekt im Urlaubsland. Das ist mittlerweile nicht nur üblich, sondern macht sich auch gut im Lebenslauf und ist meiner Meinung nach eine super Erfahrung!

Außerdem empfiehlt es sich, regional typische Gerichte zu essen, da diese meistens mit lokalen Produkten zubereitet werden. Der große Vorteil dabei ist natürlich, dass man dabei sogar die Kultur näher kennenlernt und zumeist seinen Geldbeutel ein wenig schont.

Zuletzt finde ich, dass das Thema Umweltschutz auf Reisen nicht totgeschwiegen werden sollte. Natürlich fühlt man sich als Reisender schuldig, hat ein schlechtes Gewissen und grade deswegen sprechen viele einfach nicht über die Umwelt. Zusammen kann mich aber gut über Tipps austauschen und einfach ein bisschen mehr Bewusstsein schaffen!

Vielleicht fandet ihr ja den ein oder anderen Tipp ganz nützlich und wer noch mehr parat hat, darf sie gerne in den Kommentaren hinterlassen!

¡Hasta pronto!

Theresa

Feliz Año Nuevo!

Frohes neues Jahr aus Costa Rica!

2019 ist in meinem Leben ziemlich viel passiert, so viel, wie noch nie in einem Jahr passiert ist, würde ich sagen.

Das Jahr hat damit begonnen, dass ich endlich das König der Löwen Musical in Hamburg bewundern durfte. Mein Seminar in der Schule hat ein Buch mit eigens geschriebenen Geschichten veröffentlicht und vorgelesen und mit meinem Dramakurs präsentierte ich als alte Dame unser wohl bisher lustigstes Stück einem begeisterten Publikum.

Ich verbrachte viel zu viele Stunden damit, fürs Abi zu lernen und machte mir viel zu viele Sorgen um Mathe, doch es hat sich gelohnt: im Mai hielt ich mein bestandenes Abiturzeugnis mit einem sehr vorzeigbaren Ergebnis endlich in der Hand! Ich habe mir selbst Kissenbezüge und Kleider genäht und wurde endlich, endlich 18! Dementsprechend gab es zum gegeben Anlass natürlich eine große Party, die leider buchstäblich ein bisschen ins Wasser fiel.

Ich habe (eigentlich auch schon viel früher) mehr auf die Umwelt geachtet und versucht, meinen ökologischen Fußabdruck deutlich zu reduzieren.

Kurz nach meinem 18. Geburtstag bin ich mit meiner Familie nach Portugal geflogen und habe zwei Wochen wunderschönen Sommerurlaub genossen. Zurück in der Heimat habe ich natürlich das alljährliche Volksfest besucht und nebenbei endlich angefangen, mein Auslandsjahr zu planen.

Auf meinem Abiball habe ich viel Wein getrunken, gut gegessen und einen wunderschönen Abend mit meinen Schulfreunden und Lehrern verbracht. Danach hatte ich gaaaanz viel Freizeit, die ich mit noch mehr Spaß gefüllt habe. Jeden Tag war ich mit Freunden unterwegs im Schwimmbad oder in der Stadt oder habe ein neues Projekt gestartet.

Von dem Familientreffen in Berlin ging es für mich nach Kreta, wo ich mit meinen engsten Freunden nochmals Urlaub machen und die Seele baumeln lassen konnte.

Im August habe ich mich nicht nur von meinen langen Haaren, sondern leider auch von vielen Freunden verabschiedet, da wir uns alle so langsam in der großen, weiten Welt zerstreuten.

Nach einem Kurzurlaub im wunderschönen Stockholm mit meiner Familie, packte ich meine sieben (wohl eher siebzig) Sachen und flog endlich ohne Rückreiseticket nach Zentralamerika!

Ab da könnt ihr eigentlich alles auf meinem Blog nachlesen, deswegen halte ich mich kurz. Meine Freundin Alina und ich reisten erst mit einer Reisegruppe und dann allein durch Costa Rica, El Salvador, Honduras und Guatemala. Das war meine erste Reise außerhalb von Europa und ich war begeistert von all den neuen Eindrücken und Kulturen, die ich kennenlernen durfte. Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, eine Billionen Bilder geschossen und mir spontan einen Piercing stechen lassen!

Zurück in San José in Costa Rica zog ich in meine Gastfamilie, ging in die Sprachschule und lernte unheimlich nette Menschen kennen, die schnell zu engen Freunden wurden. Ich erkundete Costa Rica und ein Stückchen Pamama, ging Raften und musste feststellen, dass nicht immer alles so läuft, wie man sich es vorstellt! Also verließ ich meine Gastfamilie und zog ins Turtle Saving Hostel, wo ich mittlerweile sehr gern arbeite und mich wohlfühle.

Ich feierte mein erstes Weihnachten in einem anderen Land, ohne meine Familie und das war trotzdem sehr schön! Silvester habe ich mit meinen AuPair- Freundinnen in Jacó, dem nähesten Strand zu San José, gefeiert! Das war wirklich ein sehr schöner Abschluss des Jahres.

Feuerwerk am Strand

In 2019 ist viel passiert. Ich habe sehr viel erreicht und bin stolz auf mich. Ich bin viel selbstsicherer und entspannter geworden und habe viele Sachen begriffen. Ich habe viel gelernt (und damit meine ich nicht in der Schule) und all das führt dazu, dass ich mich jetzt, in 2020, sehr wohl in meiner Haut und meiner Situation fühle. Das Leben ist nicht immer einfach, aber dann wäre es ja auch langweilig. Ich bin jedenfalls momentan sehr glücklich und hoffe, dass ihr auch so positiv ins neue Jahr starten könnt!

Ich bin gespannt, was 2020 so für mich bereit hält!

¡Pura Vida!

Theresa

Zwischen Reis und Bohnen- Essen in Costa Rica

Reis, Bohnen, Repeat.

Das scheint das Motto der Costa Ricaner zu sein, wenn es um Essen geht. Ich möchte euch heute ein wenig über das Essen in Costa Rica berichten, euch zeigen, was das kleine Land an Köstlichkeiten zu bieten hat und einen Blick über den Tellerrand werfen (haha), denn auch wenn Reis und Bohnen eine große Rolle spielen, kennt man hier tatsächlich noch mehr als das.

Frühstück – Desayuno

Das Desayuno Típico („Typisches Frühstück“) nennt sich Gallo Pinto. Der eigentliche Bestandteil, der dem ganzen Frühstück auch seinen Namen gibt, ist Gallo Pinto: Reis und Bohnen. Aber nicht jedes Gericht, das aus Reis und Bohnen besteht, nennt sich so. Bei Gallo Pinto sind der Reis und die Bohnen vermischt und nicht getrennt, das ist ganz wichtig. Außerdem sind noch viele Gewürze im Spiel, vor allem Koriander.

Zum Gallo Pinto serviert man Plátano Maduro (gekochte und manchmal gesüßte Kochbanane), huevos fritos o revueltos (Spiegel- oder Rühreier), Tortillas oder Tostadas (Toast). Oft ist auch eine Art Ziegenkäse dabei, der hier lokal hergestellt wird, mir aber nicht besonders gut schmeckt, weil er ziemlich geschmacklos ist. Außerdem, wird dazu meistens entweder Marmelade oder Natilla (ähnlich zu Sour Cream oder Mayonnaise). Wie ihr seht, variiert das Frühstück auch ein wenig, je nach Restaurant.

Mittag- und Abendessen – Almuerzo y cena

Das wohl bekannteste Gericht nennt sich Casado.

Überraschung, auch bei diesem Gericht sind Reis und Bohnen dabei. Vermischt sind sie nie, aber die Art, wie die Bohnen zubereitet werden, variiert je nach Restaurant. Manchmal werden sie als Ganzes mit Gewürzen und ihrem Sud serviert, manchmal als Muß. Außerdem besteht ein Casado traditionell aus Schweine- oder Hähnchenfleisch oder Fisch. Beilagen sind typischerweise Salat, Plátanos maduros (Kochbananen), Pico De Gallo (Tomatensalsa) und manchmal noch der Käse, der auch beim Frühstück dabei ist, oder Avocado etc.

Die besten (und günstigsten) Casados findet man oft in Seitenstraßen in sehr einfachen Lokalen ohne viel Schnickschnack- richtig einheimisch eben.

Ein weiteres sehr typisches Gericht ist Chrifrijo. Das ist eine Art Eintopf, der aus Reis, Bohnen, Schweinefleisch, Koriander, Avocado, Tortilla Chips, Tomatensalsa, Limette und vielen weiteren Zutaten und Gewürzen besteht. Das wird alles zusammen vermischt in einer Schüssel serviert, ist aber nicht Flüssig, also keine Suppe. Generell ist sehr wenig Flüssigkeit dabei. Chifrijo ist eines meiner Lieblingsgerichte hier, es schmeckt wirklich sehr frisch und lecker.

Suppen werden auch gerne und oft gegessen, aber meist sehr unterschiedlich zubereitet. Eine bekannte nennt sich Olla de Carne und besteht aus allem möglichen: Fleisch, Mais, Kartoffel, Kochbanane und mehr Gemüse, oft serviert mit Reis. Die andere Suppe, die ich auf dem Bild zeige, habe ich bei der Tante meiner alten Gastfamilie mal serviert bekommen. Sie bestand aus viel Brühe, Mais, Kartoffeln, Fleisch und Karotten.

Rechts sieht man Olla de Carne

Natürlich ist das nicht nur typisch für Costa Rica, sondern auch für ganz viele Länder in Lateinamerika: Quesadillas! Das sind einfach Tortilla-Fladen (manche nennen sie auch Wraps in Deutschland), die man mit allen möglichen Zutaten füllt, dann faltet und in der Pfanne erwärmt bzw backt, sodass die Tortillas knusprig und die Füllung weich und warm wird. Quesadillas gibt es in allen möglichen Varianten, gefüllt mit Hähnchen, Käse, Avocado,… Ich mag sie jedoch unheimlich gerne einfach mit Bohnenmus und Käse gefüllt. Dazu mache ich mir oft Kochbananen selbst- ein absoluter Traum. Und sehr einfach und recht günstig.

Das Bohnenmus mag ich übrigens am liebsten schon fertig aus der Packung- ist wahrscheinlich nicht wirklich Bio oder natürlich hergestellt, aber es schmeckt mir einfach richtig gut!

Ein weiteres Gericht, das hier um die Weihnachtszeit gegessen wird, sind Tamales. Darüber habe ich in meinem letzten Blogpost viel geschrieben, schaut einfach hier mal vorbei.

Nachtisch- Postre

Endlich, meine Lieblingskategorie! Ihr werdet es nicht glauben, aber auch ein beliebter costa-ricanischer Nachtisch besteht zum Großteil aus Reis: Arroz con leche (Milchreis). Anders als bei uns wird dieser Nachtisch aber oft mit mehr Gewürzen und Zutaten zubereitet, wie Kokos, Rosinen, Zimt, ganz nach Geschmack. Außerdem wird in der Regel ganz normaler Reis benutzt und nicht ein bestimmter Milchreis.

Die Torta Chilena heißt zwar übersetzt Chilenische Torte, ist aber ein ziemlich costa-ricanischer Nachtisch. Sie soll inspiriert sein von dem Alfajor (ein Argentinischer Keks, der super lecker ist und hier auch oft gegessen wird) und der Torta Mil Hojas aus Chile, aber ursprünglich nicht aus Chile stammen. Jedenfalls besteht die Torta Chilena aus vielen Lagen Teig, zwischen denen Dulce de Leche geschichtet ist. Dulce de Leche ist hier quasi das Nutella Europas und ist eine Creme aus Milch, Zucker und Vanille. Sie wird als Brotaustrich, oder als Füllung in Torten, Keksen oder Churros verwendet.

https://www.tripadvisor.es/LocationPhotoDirectLink-g1122840-d10962022-i283298488-Ikua_Cocina_Casera-Santa_Ana_San_Jose_Metro_Province_of_San_Jose.html

Oft ist die Torta Chilena noch mit einer Creme verziert. Da mir Dulce de Leche nicht sonderlich schmeckt, esse ich diese Torte fast nie und musste deswegen leider ein Bild aus dem Internet verwenden.

Getränke – Bebidas

Das wichtigste ist natürlich der Café, der in den Bergregionen Costa Ricas großflächig angebaut wird. In Monteverde habe ich auch eine Kaffeefarm besucht, klickt einfach hier, wenn ihr genaueres über diese Besichtigung und den Kaffeeanbau lesen wollt.

Auch wenn ein Großteil des Kaffees exportiert wird, kann man in Costa Rica doch ziemlich guten und frischen Kaffee trinken. Ich trinke ihn am liebsten als Cappuccino, doch die meisten Ticos trinken ihn schwarz und ungesüßt.

Eigentlich müsste es für die unheimlich leckeren Früchte Costa Rica’s nochmal eine eigene Kategorie geben. Die Auswahl an Früchten ist so viel größer und exotischer und außerdem schmecken sie in der Regel auch viel besser als die Früchte, die wir nach Deutschland importiert bekommen. Am deutlichsten ist mir dieser Unterschied bei der Ananas aufgefallen- hier ist sie so süß und lecker!

Jedenfalls werden aus den frischen Früchten Batidos (Milchshakes) oder Jugos Naturales (Säfte) gemacht und in Massen getrunken- kein Wunder, sie sind auch unheimlich lecker!

Generelles

Generell möchte ich noch erwähnen, dass hier das Essen auch anders gewürzt wird als wir es von Deutschland gewöhnt wären. Salz spielt hier eine unglaublich große Rolle, Pfeffer wird hingegen ziemlich vernachlässigt, zu meiner Enttäuschung. Außerdem werden viel Limette und Koriander verwendet, dadurch schmecken die Gerichte sehr frisch und lecker.

Im Allgemeinen kann man Costa Rica’s Preise mit den deutschen Vergleichen, so auch beim Essen. Früchte und Bohnen sind hier zum Beispiel spottbillig, Käse und Fleisch hingegen ziemlich teuer.

Zwar werden hier wirklich sehr oft Reis und Bohnen gegessen, aber natürlich nicht nur. Auch in Costa Rica isst man ganz normal Nudeln, Pancakes, Pizza oder Kartoffelbrei. Ich wollte euch heute nur mal die Gerichte vorstellen, die typisch für meine derzeitige Heimat sind.

Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Blick in die Töpfe Costa Rica’s werfen und eure Mägen knurren jetzt nicht allzu sehr!

¡Buen provecho! (Guten Appetit!)

Theresa

Feliz Navidad- Weihnachten in Costa Rica

Obwohl Costa Rica am anderen Ende der Welt ist, ist Weihnachten hier gar nicht so unterschiedlich zu unserem Fest. Hier wird auch hauptsächlich der Heilig Abend, die Nochebuena, am 24. Dezember gefeiert.

Am Heiligen Abend findet sich die ganze Familie zusammen, man packt Geschenke aus und isst, was das Herz, bzw. der Magen, begehrt: Fleisch, Backwaren, Pasteten und natürlich Dessert. Eine Spezialität in Costa Rica und in vielen weiteren Lämdern Lateinamerikas sind Tamales. Das ist eine Teigtasche aus Maismehl, gefüllt mit Reis, Fleisch, Karotten, Erbsen, Zwiebeln etc. Diese Teigtasche ist in grüne Banenenblätter gewickelt und wird auch so serviert. Manche Familien stellen in der Weihnachtszeit auch noch selbst Tamales her, doch das ist sehr aufwändig, also verkauft jeder Supermarkt schon fertig zubereitete. Dazu trinken viele Costa-ricaner agua dulce. Das ist, wie der Name schon verrät, eigentlich nur süßes Wasser. Pur schmeckt es, meiner Meinung nach, nicht sonderlich gut, aber mit Milch ist es ganz lecker. Ein anderes beliebtes Getränk ist Eierpunsch, der sogenannte Rompope

Agua dulce en leche (mit Milch) und Tamales

Gläubige gehen am Heiligen Abend natürlich noch in die Kirche. Die Costa Ricaner sind zum größten Teil katholisch, haben also auch ähnliche Traditionen und Gottesdienste wie wir.

Der 25. Dezember, also der erste Weihnachtsfeiertag, ist hauptsächlich zum Entspannen da und um Zeit mit der Familie zu verbringen, also auch ganz wie bei uns.

In Costa Rica ist es außerdem sehr üblich, mit Weihnachtsschmuck ein wenig zu übertreiben. Es wird schon im November angefangen, das ganze Haus zu schmücken und ja keinen Zentimeter unbedeckt zu lassen von Lichterketten oder kleinen Figürchen. Oft haben Familien auch Krippen im Wohnzimmer stehen und die Namen ihrer Familienmitgliedern auf Christbaumkugeln am Weihnachtsbaum. Auch die Städte sind mit schönen Lichtern und Bäumen geschmückt, aber ich muss zugeben, dass bei den Temperaturen hier leider trotzdem nicht viel Weihnachtsstimmung bei mir aufkommt.

Der riesige Tannenbaum auf der Plaza de la Cultura neben dem Teatro Nacional.

Außerdem haben die Kinder seit Anfang Dezember in Costa Rica große Sommerferien bis Anfang oder Mitte Februar, also fahren einige Familien über die Feiertage oder Silvester in den Urlaub.

Ein Unterschied, den ich deutlich gemerkt habe, ist, dass hier in Costa Rica die Adventszeit jedoch gar nicht gefeiert wird. Manche Kinder bekommen einen Adventskalender, doch in Läden werden meistens gar keine Verkauft. Meine alte Gastfamilie hatte zwar eine Art Adventskranz mit vier Kerzen, doch das war eher die Ausnahme und auch die einzelnen Adventssonntage werden nicht gefeiert.

Da ich ja jetzt nicht mehr bei einer Familie wohne, werde ich Weihnachten mit zwei (auch deutschen) Freundinnen verbringen. Linea, die auch ein AuPair ist, hat das Haus ihrer Gastfamilie momentan für sich, da diese über Weihnachten in den Urlaub gefahren ist. Wir werden uns also bei ihr treffen, Plätzchen backen, „Weihnachtsmann & co kg“ schauen, Geschenke austauschen und (sehr improvisiertes) Raclette machen. Natürlich ist es schade, an Weihnachten so weit weg zu sein von meiner Familie, aber ich werde auch so ein schönes Fest haben.

In Weihnachtsstimmung bin ich, auch wegen des ganzen Hin und Hers in den letzten Wochen, wo ich jetzt hinziehe und was ich mache, leider trotzdem nicht so richtig. Da hilft auch Last Christmas auf Endlosschleife zu hören nicht so richtig. Meine liebsten spanischen Weihnachtslieder sind übrigens El Burrito De Belén und Rodolfo el Reno.

Ich hoffe, ihr verbringt ein wunderschönes Weihnachtsfest und ruhige Feiertage, ich grüße euch aus der Hitze!

¡Feliz Navidad!

Theresa

Ein kleines Update

Hallo und einen schönen 4. Advent!

In einem der letzten Posts habe ich euch von meiner derzeitigen Lage berichtet, heute möchte ich euch ein kleines Update davon geben.

Am letzten Mittwoch bin ich in das Turtle Saving Hostel in San José gezogen. Ich habe dort ein sehr kleines aber gemütliches Zimmer und Zugang zur Küche, kann meine Wäsche waschen lassen usw. Das Hostel ist auch sehr klein, aber heimelig: es gibt einen Schlafsaal, zwei Zimmer mit Doppelbetten und eins mit zwei Einzelbetten. Robert, der Mann, der das Hostel leitet, (und soweit ich das verstanden habe der einzige richtig fest Angestellte ist) kommt aus Wales und hat mich sehr nett empfangen.

Am nächsten Tag, dem Donnerstag, dem 19. Dezember, habe ich schon meinen ersten Arbeitstag gehabt. Die Freiwillige, die vor mir im Hostel gearbeitet hat, bleibt noch ein paar Tage länger und konnte mich so einarbeiten und mir zeigen, was meine Aufgaben sein werden.

Ich koche das Frühstück für die Gäste: mit Bananen und Schokolade gefüllte Pfannkuchen, garniert mit frischer Wassermelone und Ananas. Während die Gäste frühstücken, darf auch ich essen. Danach geht es ans Abwaschen und aufräumen, doch sobald die Gäste ausgecheckt haben, beziehe ich die Betten neu, staubsauge in den Zimmern und wische die Oberflächen ab. Dann wische ich auch in den Bädern die Oberflächen und den Boden. Zwei Mal die Woche kommt jedoch die Putzfrau, an diesen Tagen muss ich nicht putzen. Ansonsten hänge ich noch die Wäsche auf und falte sie, sobald sie trocken ist.

So komme ich meistens auf maximal 4-5 Stunden Arbeit pro Tag, ich fange gegen 7 Uhr an und bin zwischen 11 und 12 Uhr fertig. Außerdem habe ich zwei freie Tage pro Woche, die jedoch nicht immer am Wochenende sein müssen- das wird von Woche zu Woche neu entschieden und hängt auch manchmal ein bisschen davon ab, wie viel momentan im Hostel los ist. Das Frühstück bekomme ich hier gestellt, bzw. frühstücke ich das gleiche wie die Gäste. Mittag- und Abendessen muss ich mir selbst kaufen und zubereiten, aber ich kann, wie gesagt, die Küche komplett nutzen.

Ich habe heute erst meinen vierten Tag hier gearbeitet, aber mir macht die Arbeit Spaß. Natürlich ist es nicht die anspruchsvollste oder abwechslungsreichste, aber ich bin ja auch nur für sechs Wochen hier und bis jetzt gefällt mir die ganze Atmosphäre hier sehr gut. Ich liebe einfach, dass man in Hostels immer neue Leute kennenlernen kann, die alle unterschiedliche Geschichten erzählen können und so inspirierende und interessante Persönlichkeiten haben.

Außerdem bin ich sehr froh, zumindest erstmal ein Zuhause zu haben und aus meiner alten Gastfamilie raus zu sein.

Ich bin schon gespannt auf die nächsten Wochen und was ich so nach meiner Zeit hier anstellen werde. Jedenfalls werde ich euch auf dem Laufenden halten, doch heute konntet ihr erstmal einen kleinen Einblick bekommen, was ich grade so treibe.

Ich wünsche euch noch einen schönen vierten Advent und eine magische Weihnachtszeit!

¡Feliz Navidad!

Theresa

Oh, wie schön ist Panama!

Schon ziemlich genau drei Monate lebe ich jetzt schon in Costa Rica. Da ich aber offiziell ein Touristenvisum habe, das nur 90 Tage gilt, muss ich drei Monate nach meiner Ankunft in Costa Rica ausreisen. Dann muss ich drei Tage in einem anderen Land verbringen und kann anschließend wieder einreisen. Diese Gelegenheit habe ich, zusammen mit Emma, für einen Kurzurlaub nach Panama genutzt. Unser Ausflug geht nach Bocas del Toro, eine Insel an der Karibischen Küste direkt hinter der Grenze zu Costa Rica.

Am Freitagmorgen stehe ich also viel zu früh auf, um mein Shuttle zu erwischen, das meine AuPair Organisation noch für mich gebucht hatte. Die Busgesellschaft heißt Caribe Shuttle und der Transport ist wirklich sehr angenehm. Nach ca 6-7 Stunden Fahrt erreichen wir die Grenze, der Busfahrer gibt uns auch grobe Anweisungen, was wir zu tun haben.

Mir werden $9 Ausreisegebühren abgeknöpft, ich muss über eine lange Brücke laufen, meinen Pass vorlegen und meine Fingerabdrücke und Gesicht scannen lassen, bekomme (endlich!) einen neuen Stempel im Reisepass, doch das wars auch schon. Ich habe mit viel mehr Chaos und genaueren Fragen gerechnet. Oft ist es nämlich so, dass man einen Nachweis in Form eines Flugtickets vorlegen muss, dass man das Land, in das man einreisen möchte, auch wieder verlässt. Ich hatte damit zum Glück keine Probleme und auch eine gute einstündige Weiterfahrt zum Bootsanleger, von dem aus wir nochmal ca 30 min mit einem kleinen Boot nach Bocas del Toro gebracht werden. Als wir dann ins Selina Hostel einchecken, ist es ca 5 Uhr nachmittags. Das Hostel ist, wie eigentlich alles in dem Ort, was mit Tourismus zu tun hat, am Wasser gelegen. Wir trinken also am Steg ein kostenloses Willkommen-Bier und dann gehen Emma und ich mit zwei Mädels, die wir auf dem Boot getroffen haben, eine Kleinigkeit essen.

1. die Stelle, an der man die Ausreisegebühr bezahlt
2. die Brücke nach Panama
3. die Einreise/ Ausreise Halle
4. der Bootsanleger in Almirante, von dem aus man nach Bocas gebracht wird

Unser Hostel ist voll von Deutschen (wirklich, so viele Deutsche auf einem Haufen habe ich hier noch nie gesehen, man hört mehr deutsch als englisch oder spanisch) und alle sind gut angetrunken, da heute eine Boots-Kneipentour stattgefunden hat, die wir aber wegen unser späten Ankunft verpasst haben. Zwar ist im Hostel um 10 Uhr noch eine Party, aber da wir sehr müde und gar nicht wirklich in Feierlaune sind, gehen wir bald aufs Zimmer.

Am Morgen des 14. Dezember, schlafen wir schön lange und frühstücken gemütlich. Dann teilen Emma und ich uns mit den beiden Mädels von gestern ein Wassertaxi zum Playa Estrella, ein Strand auf einer andern Insel, an dem man ganz viele Seesterne sehen soll.

Allein die Bootsfahrt ist schon absolut spektakulär! Ich war noch nie zuvor an der Karibik und ich bin wirklich sprachlos. Das Wasser ist glasklar und glatt wie ein Spiegel, man denkt, man würde statt auf dem Meer auf einem kleinen See herumschippern. Dazu die weißen Sandstrände, die üppig grüne Natur dahinter und der eisblaue Himmel darüber.

Einmal am Strand angekommen kühlen wir uns direkt im Wasser ab, denn es ist wirklich sehr heiss. Wir haben Glück und man sieht sogar wirklich sehr viele Seesterne gar nicht weit vom Ufer entfernt am Meeresboden. Sie sind sehr groß und das Wasser ist so klar, dass man sie ohne Probleme sehen kann.

Wir verbringen einige Stunden dort am Strand, bewundern die Schönheit der Natur, machen Bilder und genießen unseren Urlaub.

Leider wird es hier so nahe am Äquator natürlich früh dunkel und so sind wir gegen halb 5 schon wieder zurück im Hostel, wo wir duschen und Nudeln mit Käsesoße kochen, die aber leider nicht sehr gelingen.

Dann entschließen wir uns, mit weiteren Backpackern aus unserem Hostel auf eine Party in der Nähe zu gehen, auf der man kostenlos ein Bodypainting bekommen kann, das im Schwarzlicht leuchtet. Das ist ziemlich schön, die Party ist direkt am Wasser und wir tanzen noch bis spät in die Nacht.

Am Sonntag, dem 15. Dezember, haben wir um 9:30 Uhr eine Bootsfahrt gebucht, die uns verschiedene Tiere und Strände zeigen soll. Wir wären nicht in Zentralamerika, wenn die Tour nicht viel später losginge und der Anfang chaotisch und unklar wäre, aber immerhin, nach einiger Zeit klärt sich alles und es geht los.

Die erste Station ist mitten auf dem Meer zwischen ein paar einsamen Inseln, wo wir im Wasser Delfine bewundern können! Das Boot fährt (zum Glück) nicht so nah ran und so sieht man sie nur von einiger Entfernung, aber einmal springt sogar ein Tier aus dem Wasser (natürlich habe ich genau in dem Moment nicht den Finger auf dem Auslöser).

Dann fahren wir ein kleines Stück weiter ans Ufer einer von Bäumen und Büschen dicht bewachsenen Insel und sehen vom Boot aus oben in den Zweigen Faultiere. Die bewegen sich natürlich um einiges langsamer als die flinken Delfine und sind so einfacher zu fotografieren.

Nach einer kurzen Toiletten- und Trinkpause geht es weiter an einen wunderschönen Strand, dessen Namen ich leider vergessen habe. Mir kommt der Strand wirklich vor wie aus einem Film, jeden Moment erwarte ich, dass Captain Jack Sparrow auf der Black Pearl angesegelt kommt. Die Piraten bleiben aus, dafür legen wir uns ganz faul in den heissen Sand und kühlen uns im Wasser ab. Obwohl ich mich drei mal mit Sonnencreme (vom Lichtschutzfaktor 50!) eincreme, fühlen sich meine Schultern ein bisschen verbrannt an, als wir nach zwei Stunden, die viel zu schnell vergehen, wieder auf unser Bötchen steigen.

Damit brausen wir zur nächsten Stelle Mitten im Meer, an der wir Schnorcheln können. Am Grund sind einige Korallen, Pflanzen, Fische und andere Meerestiere. Obwohl es sicherlich noch spektakulärere Orte zum Schnorcheln gibt, ist die Unterwasserwelt schön anzuschauen und mit einer wasserfesten Handyhülle versuchen wir sogar, ein paar Bilder zu schießen.

Der letzte Stopp auf unserer Tour ist kurz vor einer weiteren kleinen Insel, wo man Seesterne auf dem Meeresboden sehen kann. Gestern haben wir allerdings größere gesehen und natürlich konnten wir viel näher ran und bessere Bilder machen, also bin ich froh, gestern den Ausflug zum Playa Estrella gemacht zu haben.

Gegen 4 Uhr sind wir wieder zurück im Hostel, duschen uns und gehen dann in einem Restaurant in der Nähe Pasta Essen. Emma hat an diesem Abend noch eine weitere Tour gebucht, auf der man Bioluminiszierende Pflanzen bewundern kann, die leuchten, wenn man das Wasser um sie herum in Bewegung setzt.

Ich habe mich jedoch gegen diese Tour und für einen ganz entspannten, gemütlichen Abend entschieden. Ich schreibe ein bisschen Tagebuch und trinke mit ein paar Leuten, die ich hier kennengelernt habe, noch ein Bier, bevor ich früh ins Bett gehe.

Der Montag, der 16. Dezember beginnt langsam und gemütlich. Emma und ich beschließen, den Red Frog Beach zu besuchen, der auf einer anderen, kleinen Insel liegt. Dafür nehmen wir wieder ein Wassertaxi und laufen kurz durch ein Waldstückchen an den besagten Strand. Heute ist es ein wenig bewölkt, aber das macht gar nichts- ganz im Gegenteil, es herrschen dadurch sogar ziemlich angenehme Temperaturen, was zur Abwechslung auch mal ganz gut tut.

Ich liege faul am Strand und bin so gefesselt von meinem Buch, dass ich es in einem Rutsch fertig lese. Zwischendurch springe ich nur ab und zu ins Wasser, um vor den nervigen kleinen Sandfliegen zu fliehen, die jeden Zentimeter meines Körpers stechen und, obwohl sie so winzig sind, wirklich wehtun.

Nach ca drei Stunden fahren wir zurück ins Hostel, wir duschen und ich telefoniere mit meiner Familie und meinem Freund, bis Emma und ich uns entschließen, noch ein wenig durch den Ort zu schlendern und bummeln zu gehen. Emma findet eine neue Sonnenbrille und ich ein Andenken an Panama, von dem ich euch vielleicht in einem anderen Post mal ausführlicher erzählen werde.

Als es schon längst dunkel ist, essen wir in der Küche im Hostel zusammen mit zwei anderen Mädels Wraps bzw Tortillas bzw Burritos, wie auch immer man sie nennen möchte, trinken eine Piña Colada und unterhalten uns gut, bevor Emma und ich uns verabschieden, um unsere Rucksäcke zu packen. Immerhin geht es morgen ziemlich früh schon wieder zurück nach Hause.

Auch am Dienstag, dem 17. Dezember, klappt meine Rückreise nach San José einwandfrei. Diesmal habe ich das Caribe Shuttle nur von Bocas del Toro nach Puerto Viejo in Costa Rica gebucht. Dadurch habe ich nicht das Hin und Her mit Taxen und Bussen bis zur Grenze. In Puerto Viejo nehme ich dann den direkten, öffentlichen Bus nach San José, der ziemlich billig und trotzdem komfortabel ist und komme so im Endeffekt viel günstiger weg, als wenn ich ein Shuttle von Pamama bis nach San José gebucht hätte.

(Ein Caribe Shuttle für die ganze Stecke kostet ca $70, eins von Bocas nach Puerto Viejo ca $30 und für den Bus von dort nach San José bezahlt man nochmal $10. Insgesamt hat es also sogar fast die Hälfte gekostet.)

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Post ein wenig Sonne ins verregnete und graue Deutschland schicken und wünsche euch noch eine schöne restliche Woche!

¡Hasta luego!

Theresa

Mädelswochenende in Manuel Antonio

Am Freitag, dem 6. Dezember frühstücke ich entspannt im Selina Hostel in San José, in dem meine Freundin Emma aus Deutschland grade bleibt, weil sie mich für ein paar Wochen besucht. Ich esse leckeren Gallo Pinto, danach packen wir unsere Backpacks und rufen uns ein Uber zur Busstation Tracopa, denn dieses Wochenende haben wir vor, einen kleinen Ausflug nach Manuel António an die Pazifikküste zu machen. Den Blogpost zu dem letzten Mal, als ich dort war, verlinke ich euch mal hier.

Unser Frühstück

Emma und ich fahren also mit dem öffentlichen Bus um 13:15 Uhr los, doch aus den drei Stunden, die man normalerweise fährt, werden durch viel Verkehr und Stau schnell fünf. Dementsprechend werden wir von Dunkelheit begrüßt, aber zum Glück von ziemlich gutem Wetter, denn in San José war es die letzten Tage eher frisch und ein wenig verregnet. Wir gehen erstmal einkaufen, bevor wir in das Selina Hostel einchecken und uns dort in der Gemeinschaftsküche Nudeln und Tomatensoße kochen- ein richtiges Backpackeressen eben. In der Küche treffen wir zwei deutsche Mädels, die auch nach dem Abi reisen und unterhalten uns noch den ganzen Abend mit ihnen.

Am nächsten Morgen, am Samstag, dem 7. Dezember, frühstücken Emma und ich grade, als drei weitere Freundinnen von mir ankommen, die ich in Costa Rica kennengelernt habe. Zu fünft werden wir uns ein richtig schönes Mädelswochenende machen- genau sowas brauche ich auch grade!

Wir beschließen, uns die Bikinis und Kameras zu schnappen und den Manuel António Nationalpark zu besuchen. Das hatte ich ja das letzte Mal leider nicht geschafft. Der Park ist sehr schön grün, wir sehen einen kleinen Wasserfall, tausende Krebse, einen Affen und ein interessantes Tier, von dem keiner von uns je gehört oder gesehen hat. Leider ist das Bild ein wenig unscharf, aber trotzdem wollte ich es gern mit euch teilen. Wir haben uns entschieden, ohne Guide durch den Park zu gehen, auch wenn man mit bestimmt viel mehr Tiere gesehen hätte. Für den Eintritt haben wir übrigens $16 bezahlt.

Da es an diesem Tag wirklich unerträglich heiß ist, sind wir alle mehr als froh, als wir endlich an dem wunderschönen Strand des Nationalparks ankommen, zu dem auch nur Besucher Zutritt haben. Sofort springen wir ins angenehm kühle Nass und ich muss sagen, dass dieser Strand fast noch schöner ist, als der Hauptstrand im Ort Manuel António. Die Wellen sind nicht so hoch und er befindet sich in einer kleinen Bucht, die sehr idyllisch wirkt. Trotzdem sind viele Besucher da, aber das stört uns nicht, die meiste Zeit sind wir sowieso im Wasser oder schießen Fotos von den Affen, die als kleine Besucher den Strand aufsuchen.

Nach ein paar Stunden treibt uns schließlich der Hunger und der allmählich drohende Sonnenbrand aus dem Wasser und dem Park in Richtung eines schattigen Restaurants am öffentlichen Strand des Örtchens Manuel António. Nach fünf leckeren Burgern gehen fünf sehr satte Mädchen noch eben für den Abend einkaufen und schleppen sich dann den kurvigen Berg hinauf zum Hostel. Heute Abend wollen wir ein wenig feiern gehen, doch bei fünf Mädchen, einer Dusche und einem Spiegel dauert es dementsprechend eine Weile, bis sich alle geduscht und fertig gemacht haben. Wir setzen uns auf die wunderschöne Dachterrasse, quatschen und trinken Bier und Wein, bevor wir uns ein paar Stunden später noch Cocktails an der Bar genehmigen. Im Selina Hostel ist an diesem Abend eine Party und so tanzen wir noch ausgelassen, auch wenn der harte Kern, der bis zum Schluss bleibt, nur noch aus zwei von uns besteht.

Nach viel zu wenigen Stunden Schlaf stehen wir am Sonntag, dem 8. Dezember viel zu früh auf, weil wir ja bis 11 Uhr aus dem Hostel auschecken müssen. Trotzdem hüpfen wir danach noch schnell in den Pool, bevor wir sehr lecker Pizza essen gehen und voll bepackt nach unten an den Strand laufen. Dort suchen wir uns ein schattiges Plätzchen und während ein paar von uns, noch lädiert von de gestrigen Nacht, im Schatten dösen, mache ich mit der anderen Hälfte noch Bilder im Wasser und reite auf den unglaublich hohen Wellen.

Gegen halb fünf gehen wir an die Busstation, doch leider sind in keinem der folgenden Busse noch Sitzplätze frei. Dummerweise hatten wir noch keine Rückfahrtickets gekauft und so müssen wir leider im Gang stehen bzw sitzen. Je später es wird, desto horizontaler wird auch meine Lage und nach zwei Stunden Fahrt döse ich auf dem Boden im Gang. Es wird recht spät, als wir ankommen, aber trotzdem wartet noch eine Überraschung auf mich: Bryan, mein Tourguide und Freund von meiner Reise durch Zentralamerika ist diese Nacht in San José und so kann ich mit ihm noch ein wenig quatschen, bevor ich auch todmüde ins Bett falle.

Übrigens hat meine Freundin Emma aus Deutschland auch einen Blog, auf dem sie von ihren eigenen Abenteuern berichtet! Schaut mal vorbei, ich verlinke euch den Blog hier.

Das Wochenende war wirklich wunderschön, erholsam und ich hatte jede Menge Spaß, Lachanfälle und sonnengerötete Wangen. Ich hoffe, ihr hattet ein genauso schönes Wochenende und bei euch ist ein wenig mehr Weihnachtsstimmung aufgekommen als bei mir in der Hitze!

¡Pura Vida!

Theresa

AuPair Abbruch – wie geht es weiter?

Hallo meine Lieben.

Heute möchte ich euch ein Update geben, wie es mir momentan geht und was in letzter Zeit so los war bei mir. Ich hatte ziemlich viel um die Ohren und leider ist der Wahnsinn immer noch nicht vorbei. Aber fangen wir einfach mal von vorne an.

In der letzten Zeit hatte ich recht viele Probleme mit meiner Gastfamilie, angefangen vor ein paar Wochen. Zunächst waren es, meiner Meinung nach, keine großen Sachen, doch es häufte sich. Wir haben uns eigentlich immer aussprechen können, doch vor einer Woche begann die Situation zu eskalieren. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, doch plötzlich fingen die Kinder an, nicht mehr mit mir spielen oder reden zu wollen, ein paar Male schlugen sie mich und schienen aus einem unerfindlichen Grund sehr böse auf mich zu sein. Natürlich sind Kinder manchmal dein Freund und manchmal dein Feind, das ist ja normal- aber nur bis zu einem gewissen Grad. Ich fühlte mich wirklich nicht mehr wohl und dazu kam, dass die Kinder keinerlei Respekt vor mir hatten, nie auf das hörten, was ich ihnen gesagt hatte und sehr unerzogen waren. Sie leisteten sich Sachen, die ich mich nie getraut hätte als Kind.

Leider bekam ich da auch keine Unterstützung von den Eltern, im Gegenteil: ich hatte das Gefühl, sie erwarteten von mir Perfektion in der Arbeit mit ihren Kindern. Ich bekam das Gefühl, mehr als Arbeitskraft angesehen zu werden und immer weniger als Familienmitglied, wie es ja eigentlich sein soll mit einem AuPair.

Letzten Montag, am 2. Dezember, hatte ich morgens ein Gespräch mit meiner Gastmutter, in dem wir die Probleme ansprachen, die wir in letzter Zeit gehabt hatten. Leider war sie nicht bereit, mir entgegen zu kommen und auf meine Wünsche einzugehen, gab mir aber zu verstehen, ich könne gern weiter bei der Familie arbeiten, wenn ich mich an ihre Regeln und Anweisungen halte. Ich gab offen zu, ich müsste darüber nachdenken, da ich mir einfach nicht sicher war, ob ich mit ihren Werten und Vorstellungen weiter gerne arbeiten und leben könnte. Daraufhin ging alles sehr schnell.

Mir wurde klar, dass ich eigentlich nicht einfach hinnehmen konnte, was vorgefallen war. Ich hatte ein Treffen mit meiner AuPair Organisation, erzählte ihnen, was vorgefallen war und sie bemühten sich, mir zu helfen und Lösungen zu suchen. Sie riefen meine Gastmutter an und erkundigten sich, wie es ihr mit mir als AuPair ergangen war, ohne zu erwähnen, dass ich meine Seite schon geschildert hatte. Meine Gastmutter gab die Dinge aus ihrer Sicht wieder, war aber sehr wütend am Telefon und sagte, sie wolle, dass ich ab diesem Tag an nicht länger mit den Kindern arbeite. Die Frau von meiner Organisation wies sie darauf hin, dass sie mir das selbst sagen müsste und es so schnell nicht gehen könnte, aber diesbezüglich zeigte meine Gastmutter keinerlei einsehen und legte auf. Ich war sehr verwirrt, aber die Organisation und ich einigten uns darauf, dass es wahrscheinlich das beste wäre, wenn ich aufhöre, zu arbeiten, wie es meine Gastmutter gewünscht hatte, denn schließlich wollte ich auch nicht mehr wirklich bei ihnen bleiben.

Seit einer Woche also schlafe ich zwar noch bei meiner alten Gastfamilie, aber ich arbeite dort nicht mehr und wirklich willkommen bin ich auch nicht. Sie benehmen sich mir gegenüber sehr seltsam, ich darf eigentlich nicht mehr ins große Haus (mein Zimmer liegt außerhalb des Haupthauses), ich darf nicht mehr wirklich bei ihnen essen und die Kinder darf ich auch nicht mehr sehen.

Was jetzt kommt?

Meine Organisation hat nach neuen Gastfamilien für mich gesucht, die ich mir anschauen kann, um zu entscheiden, ob ich es nochmal mit dem AuPair-sein versuchen möchte. Ich war die letzte Woche sehr frustriert, weil ich mir nicht sicher war, ob ich wirklich nochmal in eine neue Familie möchte. Gestern habe ich mir also eine neue Familie angeschaut, bestehend aus Oma, Mutter und Tochter, die acht Jahre alt ist. Sie waren sehr nett und bestimmt hätte ich mit ihnen eine bessere Erfahrung haben können, aber ich habe mich gestern dazu entschieden, kein AuPair mehr zu sein. Ich finde es zwar sehr schade, aber letztendlich habe ich aus meinem Bauchgefühl heraus entschieden. Ich schätze, ich habe ein wenig Angst, dass sich das ganze wiederholen könnte oder ich nicht wirklich glücklich werde in einer neuen Familie. Wenn ich ein bisschen mehr Zeit hätte, würde ich vielleicht nochmal als AuPair arbeiten, vielleicht auch in einem anderen Land, aber momentan möchte ich etwas anderes versuchen.

Also, wenn nicht AuPair, was dann?

Was ich weiß ist, dass ich noch nicht nach Hause nach Deutschland möchte. Denn auch wenn ich keine gute Erfahrung mit dieser Familie gemacht habe, habe ich hier in den drei Monaten, in denen ich jetzt hier bin, sehr gute Freunde gefunden und fühle mich, auch wenn San José bekanntlich nicht die attraktivste Stadt ist, sehr wohl. Meine Deutschen AuPair Freunde, meine Tico Freunde, Costa Rica mit all seinen schönen Landschaften und Eigenschaften, all das ist schon ein Stück weit zu einem Zuhause geworden, das ich noch nicht verlassen will.

Dazu kommt, dass ich gestern ein Angebot bekommen habe von einem Hostel, für das ich mich schon vor ein paar Wochen interessiert hatte. Es gibt eine Website, die sich Workaway nennt, über die im Prinzip jeder, aber vor allem Hostels und Projekte nach (ausländischen) freiwilligen Helfern suchen können. Das Prinzip ist so, dass die Freiwilligen dort arbeiten, doch statt bezahlt zu werden, können sie kostenlos dort wohnen und bekommen meist noch ein bis zwei Mahlzeiten täglich umsonst.

Gestern bekam ich also ein Angebot vom Turtle Saving Hostel in San José, da momentan ein Einzelzimmer verfügbar wäre, in das ich einziehen könnte. (Oft bekommt man sonst nämlich nur Unterkunft in Schlafsälen.) Nur vorneweg, ich habe das Angebot angenommen. Ich werde also ab nächster Woche für sechs Wochen dort arbeiten, vier bis fünf Stunden pro Tag, fünf Tage die Woche. Meine Aufgaben sind so etwas wie beim Frühstück für die Gäste vorbereiten helfen, Laken wechseln, Ordnung halten, und auch mal Klo putzen – was eben in einem Hostel so anfällt. Dafür bekomme ich ein Einzelzimmer, kostenloses Frühstück und Sevices wie Wäsche waschen etc.

Außerdem ist dieses Hostel ein ganz besonderes, da es (wie der Name vielleicht schon verrät) ein Projekt zum Schutz von Schildkröten unterstützt. Wenn man als Workawayer für mindestens sechs Wochen in diesem Hostel aushilft, verdient man sich dadurch quasi zusätzlich eine kostenlose Woche in diesem Freiwilligenprojekt dazu. Dort kann man hier in Costa Rica mithelfen, Schildkröten zu retten. Im Projekt ist dann alles inklusive: Transport, Essen, Unterkunft, Training etc. Würde man einfach so in diesem Projekt arbeiten wollen, würde man dafür mit den eben genannten Kosten ca $350 bezahlen, doch wenn man davor mind. sechs Wochen im Hostel arbeitet, ist das alles kostenlos.

Ich sehe das momentan eher als Chance an, denn immerhin stehen mir jetzt alle Optionen offen. Ich bin mir sicher, dass ich durch das Hostel neue, schöne Erfahrungen sammeln kann und mir gefällt der Gedanke, einfach mal wieder etwas Neues zu probieren. Was nach den sechs Wochen kommt, weiß ich noch nicht, aber ich werde euch auf dem Laufenden halten. Bis diesen Freitag muss ich bei meiner alten Familie ausgezogen sein und dann werde ich nächste Woche Mittwoch ins Hostel ziehen.

Ich hoffe, ihr konntet meinen Gedanken folgen und dieser Post ist nicht zu undurchsichtig geworden.

¡Hasta pronto!

Theresa

Costa Rica

Willkommen zurück lieber Leser. Ich bin nun schon fast zwei Monate in Costa Rica, diesem kleinen Land in Mittelamerika, von dem man schon mal Werbung im Reisebüro gesehen hat oder von dem man den reichen Nachbarn nach seinem Urlaub schonmal Schwärmen gehört hat. Aber so wirklich viel weiß man in der Regel darüber nicht. Warum sollte man auch?

Weil es ein wunderschönes Land ist, das es immer wieder schafft, mich zu begeistern, das jeder mal besuchen sollte und das ich momentan mein Zuhause nennen kann, sodass ich euch gerne mehr darüber erzählen möchte.

Fakten (Quelle: hier)

  • In Zentralamerika, grenzt im Norden an Nicaragua und im Süden an Panama
  • Hauptstadt: San José
  • Fläche: 51.100 km^2
  • Gilt als eines der fortschrittlichsten Länder Lateinamerikas: 1984 wurde die Armee abgeschafft, um das Bildungs- und Gesundheitswesen zu fördern
  • Rund 27% der Landesfläche stehen unter Naturschutz

Essen

Reis, Bohnen, Repeat. Das scheint das Motto der Costa Ricaner zu sein, wenn es um Essen geht. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es bei meiner Gastfamilie unter der Woche jeden Tag zum Mittagessen Reis, Bohnen (Kidney Bohnen), Salat und eine Art Fleisch gibt. Das ist ohne Frage sehr lecker, doch zum Glück nicht alles, was Costa Rica an kulinarischen Köstlichkeiten zu bieten hat. (Auch wenn man das manchmal wirklich denken könnte.) Generell isst man hier viel Fleisch, Reis, Bohnen, Mais, Tortillas, Früchte an der Küste Fisch- eben hauptsächlich das, was in Costa Rica so angebaut wird.

Sprache

Natürlich wird in Costa Rica, wie in fast ganz Lateinamerika, Spanisch gesprochen. Doch auch hier gibt es sowohl regionale, als auch internationale Unterschiede. Ich habe zum Beispiel in der Schule das Castellano gelernt, also das Spanisch, das man in dem meisten Teilen Spaniens spricht und ich musste mich auf jeden Fall erstmal an das Spanisch hier gewöhnen. Was wohl am meisten auffällt, ist, dass die Aussprache anders ist. Während Castellano sehr hart klingt, ist das Spanisch hier ein wenig weicher. Außerdem wird in Spanien das c vor e und i wie das englische th ausgesprochen, hier ist es ein einfaches s. Außerdem sind, ähnlich wie beim britischen und amerikanischen Englisch, einige Begriffe anders. Speziell in Costa Rica gibt es zudem einige Ausdrücke, die nur hier verwendet werden. Pura Vida solltet ihr von meinem Blog mittlerweile schon kennen. Oft hört man auch Mae, was soviel heißt wie „Kumpel“ und die Costa Ricaner gegenseitig zueinander sagen oder als Lückenfüller zwischen die Sätze geschmissen wird.

Stadtbild

San José ist keine schöne Stadt und das ist auch nicht zu leugnen. Aber, um ehrlich zu sein, kommt auch kein Tourist nach Costa Rica, um sich nur San José anzuschauen. In costa ricanischen Städten sieht man nicht viele Hochhäuser (wegen der gelegentlichen Erdbeben) und fast alle Häuser sind zur Straße hin mit einem Stahlzaun abgesichert oder vergittert. Das mag an der hohen Kriminalitätsrate liegen, trägt aber, neben dreckigen Straßen und chaotischen Stromkabeln auch dazu bei, dass die Stadt nicht sehr einladend oder hübsch wirkt. Dazu kommt, dass eigentlich immer überall Stau ist in und um San José herum, zu fast jeder Tages- und Nachtzeit. Generell ist man hier mit dem Auto oder dem Bus unterwegs, Fußgänger oder Fahrradfahrer leben eher gefährlich. So sehen jedoch viele lateinamerikanische Städte aus.

Natürlich hat San José auch viele hübsche Gebäude und schönere Viertel, wie zum Beispiel das Barrio Escalante, von dem ich auch im letzten Blog schon ein wenig berichtet habe. An Gebäuden gefallen mir vor allem das Teatro Nacional (das Nationaltheater) oder das Postgebäude sehr gut. Außerdem liebe ich es, das man in San José, egal wo man grade ist, in der Ferne die hohen, grün bewachsenen Berge sehen kann.

Das Nationaltheater

Landschaft

Dass Costa Rica’s Landschaft unglaublich und wunderschön ist, steht wohl außer Frage. Die grünen Berge mit Nebel- und Regenwäldern in Monteverde, die heißen Strände mit hohen Wellen zum Surfen am Pazifik oder die Traumstrände mit klarem Badewannenwasser an der Karibik, Wasserfälle, Vulkane, Nationalparks- Costa Rica hat Landschaftlich wirklich alles zu bieten! Jedes Mal, wenn ich am Wochenende einen Ausflug mache und ein weiteres Stück der Flora und Fauna des Landes entdecken darf, stockt mir nicht selten der Atem vor lauter Bewunderung. Für mehr Berichte über Costa Rica’s Landschaft und was ich schon so alles gesehen habe, lest euch einfach mal meine vorherigen Beiträge durch!

Am Pazifik in Santa Teresa
Im Nebelwald in Monteverde

Klima

Das ist das Interessante an Costa Rica: es gibt innerhalb des Landes Microklimata. Während es in den Bergen zum Beispiel minutenhaft zwischen Nebel, Wolken und Regen wechselt und dauerhaft recht kühl ist, ist am Pazifik tropische Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit Programm. Generell kann man aber sagen, dass es in Costa Rica wegen seiner Nähe zum Äquator keine Jahreszeiten gibt. Stattdessen ist es eigentlich ganzjährig ziemlich warm; je nach dem, wo man sich befindet, werden es eigentlich nie unter 15 Grad. Trotzdem gibt es hier eine Regen- und eine Trockenzeit. Die Regenzeit geht ca von Mai bis November, mit dem schlimmsten Monat Oktober, und die Trockenzeit dementsprechend ungefähr von Dezember bis April. Auf meiner Reise hat es glücklicherweise fast nie geregnet, als ich dann hier in San José angekommen bin, habe ich aber vor allem im Oktober doch schnell gemerkt, dass die Regenzeit verspricht, was sie hält. Morgens hat immer die Sonne geschienen und es war sehr warm, aber ab ca 1 Uhr Mittags kamen (teilweise sehr heftige) Regenströme, jeden Tag, ohne Ausnahme. Mittlerweile wird es aber immer weniger und ich freue mich auf die Trockenzeit!

Leute

Die Ticos sind wirklich ein sehr, sehr nettes und herzliches Volk. Auch wenn sie sehr spontan sind und sich ihre Pläne von einem Moment auf den anderen ändern, auch wenn sie oft zu spät kommen und oft um den heißen Brei herum reden, sind sie meiner Meinung nach sehr angenehme Gesellschaft. Das schlägt sich auch in ihrer Redensart nieder, nennen doch viele Costa Ricaner nicht nur die eigenen Kinder, sondern auch oft jüngere Leute, die sie nicht kennen, Amor (Liebe) oder mi vida (mein Leben). Die Ticos lieben das Leben und ihr Land und genießen es in vollen Zügen, das merkt man und es steckt wirklich an!

Wie ihr vielleicht merkt, fühle ich mich insgesamt hier sehr wohl und könnte noch ewig weiter schreiben über die einzelnen Punkte, aber vielleicht werden da ja mal extra Blogposts draus. Bis dahin hoffe ich, ihr konntet einen kleinen Eindruck von meinem aktuellen Zuhause gewinnen und vielleicht habe ich euch ja sogar zum Kauf eines Flugtickets bewegen können…? 🙂

Was würde jetzt besser passen als… Pura Vida, Mae!

Theresa

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