Reis, Bohnen, Repeat.
Das scheint das Motto der Costa Ricaner zu sein, wenn es um Essen geht. Ich möchte euch heute ein wenig über das Essen in Costa Rica berichten, euch zeigen, was das kleine Land an Köstlichkeiten zu bieten hat und einen Blick über den Tellerrand werfen (haha), denn auch wenn Reis und Bohnen eine große Rolle spielen, kennt man hier tatsächlich noch mehr als das.
Frühstück – Desayuno
Das Desayuno Típico („Typisches Frühstück“) nennt sich Gallo Pinto. Der eigentliche Bestandteil, der dem ganzen Frühstück auch seinen Namen gibt, ist Gallo Pinto: Reis und Bohnen. Aber nicht jedes Gericht, das aus Reis und Bohnen besteht, nennt sich so. Bei Gallo Pinto sind der Reis und die Bohnen vermischt und nicht getrennt, das ist ganz wichtig. Außerdem sind noch viele Gewürze im Spiel, vor allem Koriander.

Zum Gallo Pinto serviert man Plátano Maduro (gekochte und manchmal gesüßte Kochbanane), huevos fritos o revueltos (Spiegel- oder Rühreier), Tortillas oder Tostadas (Toast). Oft ist auch eine Art Ziegenkäse dabei, der hier lokal hergestellt wird, mir aber nicht besonders gut schmeckt, weil er ziemlich geschmacklos ist. Außerdem, wird dazu meistens entweder Marmelade oder Natilla (ähnlich zu Sour Cream oder Mayonnaise). Wie ihr seht, variiert das Frühstück auch ein wenig, je nach Restaurant.
Mittag- und Abendessen – Almuerzo y cena
Das wohl bekannteste Gericht nennt sich Casado.

Überraschung, auch bei diesem Gericht sind Reis und Bohnen dabei. Vermischt sind sie nie, aber die Art, wie die Bohnen zubereitet werden, variiert je nach Restaurant. Manchmal werden sie als Ganzes mit Gewürzen und ihrem Sud serviert, manchmal als Muß. Außerdem besteht ein Casado traditionell aus Schweine- oder Hähnchenfleisch oder Fisch. Beilagen sind typischerweise Salat, Plátanos maduros (Kochbananen), Pico De Gallo (Tomatensalsa) und manchmal noch der Käse, der auch beim Frühstück dabei ist, oder Avocado etc.
Die besten (und günstigsten) Casados findet man oft in Seitenstraßen in sehr einfachen Lokalen ohne viel Schnickschnack- richtig einheimisch eben.
Ein weiteres sehr typisches Gericht ist Chrifrijo. Das ist eine Art Eintopf, der aus Reis, Bohnen, Schweinefleisch, Koriander, Avocado, Tortilla Chips, Tomatensalsa, Limette und vielen weiteren Zutaten und Gewürzen besteht. Das wird alles zusammen vermischt in einer Schüssel serviert, ist aber nicht Flüssig, also keine Suppe. Generell ist sehr wenig Flüssigkeit dabei. Chifrijo ist eines meiner Lieblingsgerichte hier, es schmeckt wirklich sehr frisch und lecker.

Suppen werden auch gerne und oft gegessen, aber meist sehr unterschiedlich zubereitet. Eine bekannte nennt sich Olla de Carne und besteht aus allem möglichen: Fleisch, Mais, Kartoffel, Kochbanane und mehr Gemüse, oft serviert mit Reis. Die andere Suppe, die ich auf dem Bild zeige, habe ich bei der Tante meiner alten Gastfamilie mal serviert bekommen. Sie bestand aus viel Brühe, Mais, Kartoffeln, Fleisch und Karotten.

Natürlich ist das nicht nur typisch für Costa Rica, sondern auch für ganz viele Länder in Lateinamerika: Quesadillas! Das sind einfach Tortilla-Fladen (manche nennen sie auch Wraps in Deutschland), die man mit allen möglichen Zutaten füllt, dann faltet und in der Pfanne erwärmt bzw backt, sodass die Tortillas knusprig und die Füllung weich und warm wird. Quesadillas gibt es in allen möglichen Varianten, gefüllt mit Hähnchen, Käse, Avocado,… Ich mag sie jedoch unheimlich gerne einfach mit Bohnenmus und Käse gefüllt. Dazu mache ich mir oft Kochbananen selbst- ein absoluter Traum. Und sehr einfach und recht günstig.

Das Bohnenmus mag ich übrigens am liebsten schon fertig aus der Packung- ist wahrscheinlich nicht wirklich Bio oder natürlich hergestellt, aber es schmeckt mir einfach richtig gut!
Ein weiteres Gericht, das hier um die Weihnachtszeit gegessen wird, sind Tamales. Darüber habe ich in meinem letzten Blogpost viel geschrieben, schaut einfach hier mal vorbei.
Nachtisch- Postre
Endlich, meine Lieblingskategorie! Ihr werdet es nicht glauben, aber auch ein beliebter costa-ricanischer Nachtisch besteht zum Großteil aus Reis: Arroz con leche (Milchreis). Anders als bei uns wird dieser Nachtisch aber oft mit mehr Gewürzen und Zutaten zubereitet, wie Kokos, Rosinen, Zimt, ganz nach Geschmack. Außerdem wird in der Regel ganz normaler Reis benutzt und nicht ein bestimmter Milchreis.

Die Torta Chilena heißt zwar übersetzt Chilenische Torte, ist aber ein ziemlich costa-ricanischer Nachtisch. Sie soll inspiriert sein von dem Alfajor (ein Argentinischer Keks, der super lecker ist und hier auch oft gegessen wird) und der Torta Mil Hojas aus Chile, aber ursprünglich nicht aus Chile stammen. Jedenfalls besteht die Torta Chilena aus vielen Lagen Teig, zwischen denen Dulce de Leche geschichtet ist. Dulce de Leche ist hier quasi das Nutella Europas und ist eine Creme aus Milch, Zucker und Vanille. Sie wird als Brotaustrich, oder als Füllung in Torten, Keksen oder Churros verwendet.

Oft ist die Torta Chilena noch mit einer Creme verziert. Da mir Dulce de Leche nicht sonderlich schmeckt, esse ich diese Torte fast nie und musste deswegen leider ein Bild aus dem Internet verwenden.
Getränke – Bebidas
Das wichtigste ist natürlich der Café, der in den Bergregionen Costa Ricas großflächig angebaut wird. In Monteverde habe ich auch eine Kaffeefarm besucht, klickt einfach hier, wenn ihr genaueres über diese Besichtigung und den Kaffeeanbau lesen wollt.

Auch wenn ein Großteil des Kaffees exportiert wird, kann man in Costa Rica doch ziemlich guten und frischen Kaffee trinken. Ich trinke ihn am liebsten als Cappuccino, doch die meisten Ticos trinken ihn schwarz und ungesüßt.
Eigentlich müsste es für die unheimlich leckeren Früchte Costa Rica’s nochmal eine eigene Kategorie geben. Die Auswahl an Früchten ist so viel größer und exotischer und außerdem schmecken sie in der Regel auch viel besser als die Früchte, die wir nach Deutschland importiert bekommen. Am deutlichsten ist mir dieser Unterschied bei der Ananas aufgefallen- hier ist sie so süß und lecker!
Jedenfalls werden aus den frischen Früchten Batidos (Milchshakes) oder Jugos Naturales (Säfte) gemacht und in Massen getrunken- kein Wunder, sie sind auch unheimlich lecker!

Generelles
Generell möchte ich noch erwähnen, dass hier das Essen auch anders gewürzt wird als wir es von Deutschland gewöhnt wären. Salz spielt hier eine unglaublich große Rolle, Pfeffer wird hingegen ziemlich vernachlässigt, zu meiner Enttäuschung. Außerdem werden viel Limette und Koriander verwendet, dadurch schmecken die Gerichte sehr frisch und lecker.
Im Allgemeinen kann man Costa Rica’s Preise mit den deutschen Vergleichen, so auch beim Essen. Früchte und Bohnen sind hier zum Beispiel spottbillig, Käse und Fleisch hingegen ziemlich teuer.
Zwar werden hier wirklich sehr oft Reis und Bohnen gegessen, aber natürlich nicht nur. Auch in Costa Rica isst man ganz normal Nudeln, Pancakes, Pizza oder Kartoffelbrei. Ich wollte euch heute nur mal die Gerichte vorstellen, die typisch für meine derzeitige Heimat sind.
Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Blick in die Töpfe Costa Rica’s werfen und eure Mägen knurren jetzt nicht allzu sehr!
¡Buen provecho! (Guten Appetit!)
Theresa