Schon ziemlich genau drei Monate lebe ich jetzt schon in Costa Rica. Da ich aber offiziell ein Touristenvisum habe, das nur 90 Tage gilt, muss ich drei Monate nach meiner Ankunft in Costa Rica ausreisen. Dann muss ich drei Tage in einem anderen Land verbringen und kann anschließend wieder einreisen. Diese Gelegenheit habe ich, zusammen mit Emma, für einen Kurzurlaub nach Panama genutzt. Unser Ausflug geht nach Bocas del Toro, eine Insel an der Karibischen Küste direkt hinter der Grenze zu Costa Rica.
Am Freitagmorgen stehe ich also viel zu früh auf, um mein Shuttle zu erwischen, das meine AuPair Organisation noch für mich gebucht hatte. Die Busgesellschaft heißt Caribe Shuttle und der Transport ist wirklich sehr angenehm. Nach ca 6-7 Stunden Fahrt erreichen wir die Grenze, der Busfahrer gibt uns auch grobe Anweisungen, was wir zu tun haben.
Mir werden $9 Ausreisegebühren abgeknöpft, ich muss über eine lange Brücke laufen, meinen Pass vorlegen und meine Fingerabdrücke und Gesicht scannen lassen, bekomme (endlich!) einen neuen Stempel im Reisepass, doch das wars auch schon. Ich habe mit viel mehr Chaos und genaueren Fragen gerechnet. Oft ist es nämlich so, dass man einen Nachweis in Form eines Flugtickets vorlegen muss, dass man das Land, in das man einreisen möchte, auch wieder verlässt. Ich hatte damit zum Glück keine Probleme und auch eine gute einstündige Weiterfahrt zum Bootsanleger, von dem aus wir nochmal ca 30 min mit einem kleinen Boot nach Bocas del Toro gebracht werden. Als wir dann ins Selina Hostel einchecken, ist es ca 5 Uhr nachmittags. Das Hostel ist, wie eigentlich alles in dem Ort, was mit Tourismus zu tun hat, am Wasser gelegen. Wir trinken also am Steg ein kostenloses Willkommen-Bier und dann gehen Emma und ich mit zwei Mädels, die wir auf dem Boot getroffen haben, eine Kleinigkeit essen.

2. die Brücke nach Panama
3. die Einreise/ Ausreise Halle
4. der Bootsanleger in Almirante, von dem aus man nach Bocas gebracht wird
Unser Hostel ist voll von Deutschen (wirklich, so viele Deutsche auf einem Haufen habe ich hier noch nie gesehen, man hört mehr deutsch als englisch oder spanisch) und alle sind gut angetrunken, da heute eine Boots-Kneipentour stattgefunden hat, die wir aber wegen unser späten Ankunft verpasst haben. Zwar ist im Hostel um 10 Uhr noch eine Party, aber da wir sehr müde und gar nicht wirklich in Feierlaune sind, gehen wir bald aufs Zimmer.

Am Morgen des 14. Dezember, schlafen wir schön lange und frühstücken gemütlich. Dann teilen Emma und ich uns mit den beiden Mädels von gestern ein Wassertaxi zum Playa Estrella, ein Strand auf einer andern Insel, an dem man ganz viele Seesterne sehen soll.
Allein die Bootsfahrt ist schon absolut spektakulär! Ich war noch nie zuvor an der Karibik und ich bin wirklich sprachlos. Das Wasser ist glasklar und glatt wie ein Spiegel, man denkt, man würde statt auf dem Meer auf einem kleinen See herumschippern. Dazu die weißen Sandstrände, die üppig grüne Natur dahinter und der eisblaue Himmel darüber.
Einmal am Strand angekommen kühlen wir uns direkt im Wasser ab, denn es ist wirklich sehr heiss. Wir haben Glück und man sieht sogar wirklich sehr viele Seesterne gar nicht weit vom Ufer entfernt am Meeresboden. Sie sind sehr groß und das Wasser ist so klar, dass man sie ohne Probleme sehen kann.



Wir verbringen einige Stunden dort am Strand, bewundern die Schönheit der Natur, machen Bilder und genießen unseren Urlaub.
Leider wird es hier so nahe am Äquator natürlich früh dunkel und so sind wir gegen halb 5 schon wieder zurück im Hostel, wo wir duschen und Nudeln mit Käsesoße kochen, die aber leider nicht sehr gelingen.
Dann entschließen wir uns, mit weiteren Backpackern aus unserem Hostel auf eine Party in der Nähe zu gehen, auf der man kostenlos ein Bodypainting bekommen kann, das im Schwarzlicht leuchtet. Das ist ziemlich schön, die Party ist direkt am Wasser und wir tanzen noch bis spät in die Nacht.

Am Sonntag, dem 15. Dezember, haben wir um 9:30 Uhr eine Bootsfahrt gebucht, die uns verschiedene Tiere und Strände zeigen soll. Wir wären nicht in Zentralamerika, wenn die Tour nicht viel später losginge und der Anfang chaotisch und unklar wäre, aber immerhin, nach einiger Zeit klärt sich alles und es geht los.
Die erste Station ist mitten auf dem Meer zwischen ein paar einsamen Inseln, wo wir im Wasser Delfine bewundern können! Das Boot fährt (zum Glück) nicht so nah ran und so sieht man sie nur von einiger Entfernung, aber einmal springt sogar ein Tier aus dem Wasser (natürlich habe ich genau in dem Moment nicht den Finger auf dem Auslöser).

Dann fahren wir ein kleines Stück weiter ans Ufer einer von Bäumen und Büschen dicht bewachsenen Insel und sehen vom Boot aus oben in den Zweigen Faultiere. Die bewegen sich natürlich um einiges langsamer als die flinken Delfine und sind so einfacher zu fotografieren.

Nach einer kurzen Toiletten- und Trinkpause geht es weiter an einen wunderschönen Strand, dessen Namen ich leider vergessen habe. Mir kommt der Strand wirklich vor wie aus einem Film, jeden Moment erwarte ich, dass Captain Jack Sparrow auf der Black Pearl angesegelt kommt. Die Piraten bleiben aus, dafür legen wir uns ganz faul in den heissen Sand und kühlen uns im Wasser ab. Obwohl ich mich drei mal mit Sonnencreme (vom Lichtschutzfaktor 50!) eincreme, fühlen sich meine Schultern ein bisschen verbrannt an, als wir nach zwei Stunden, die viel zu schnell vergehen, wieder auf unser Bötchen steigen.


Damit brausen wir zur nächsten Stelle Mitten im Meer, an der wir Schnorcheln können. Am Grund sind einige Korallen, Pflanzen, Fische und andere Meerestiere. Obwohl es sicherlich noch spektakulärere Orte zum Schnorcheln gibt, ist die Unterwasserwelt schön anzuschauen und mit einer wasserfesten Handyhülle versuchen wir sogar, ein paar Bilder zu schießen.
Der letzte Stopp auf unserer Tour ist kurz vor einer weiteren kleinen Insel, wo man Seesterne auf dem Meeresboden sehen kann. Gestern haben wir allerdings größere gesehen und natürlich konnten wir viel näher ran und bessere Bilder machen, also bin ich froh, gestern den Ausflug zum Playa Estrella gemacht zu haben.
Gegen 4 Uhr sind wir wieder zurück im Hostel, duschen uns und gehen dann in einem Restaurant in der Nähe Pasta Essen. Emma hat an diesem Abend noch eine weitere Tour gebucht, auf der man Bioluminiszierende Pflanzen bewundern kann, die leuchten, wenn man das Wasser um sie herum in Bewegung setzt.
Ich habe mich jedoch gegen diese Tour und für einen ganz entspannten, gemütlichen Abend entschieden. Ich schreibe ein bisschen Tagebuch und trinke mit ein paar Leuten, die ich hier kennengelernt habe, noch ein Bier, bevor ich früh ins Bett gehe.

Der Montag, der 16. Dezember beginnt langsam und gemütlich. Emma und ich beschließen, den Red Frog Beach zu besuchen, der auf einer anderen, kleinen Insel liegt. Dafür nehmen wir wieder ein Wassertaxi und laufen kurz durch ein Waldstückchen an den besagten Strand. Heute ist es ein wenig bewölkt, aber das macht gar nichts- ganz im Gegenteil, es herrschen dadurch sogar ziemlich angenehme Temperaturen, was zur Abwechslung auch mal ganz gut tut.
Ich liege faul am Strand und bin so gefesselt von meinem Buch, dass ich es in einem Rutsch fertig lese. Zwischendurch springe ich nur ab und zu ins Wasser, um vor den nervigen kleinen Sandfliegen zu fliehen, die jeden Zentimeter meines Körpers stechen und, obwohl sie so winzig sind, wirklich wehtun.
Nach ca drei Stunden fahren wir zurück ins Hostel, wir duschen und ich telefoniere mit meiner Familie und meinem Freund, bis Emma und ich uns entschließen, noch ein wenig durch den Ort zu schlendern und bummeln zu gehen. Emma findet eine neue Sonnenbrille und ich ein Andenken an Panama, von dem ich euch vielleicht in einem anderen Post mal ausführlicher erzählen werde.
Als es schon längst dunkel ist, essen wir in der Küche im Hostel zusammen mit zwei anderen Mädels Wraps bzw Tortillas bzw Burritos, wie auch immer man sie nennen möchte, trinken eine Piña Colada und unterhalten uns gut, bevor Emma und ich uns verabschieden, um unsere Rucksäcke zu packen. Immerhin geht es morgen ziemlich früh schon wieder zurück nach Hause.

Auch am Dienstag, dem 17. Dezember, klappt meine Rückreise nach San José einwandfrei. Diesmal habe ich das Caribe Shuttle nur von Bocas del Toro nach Puerto Viejo in Costa Rica gebucht. Dadurch habe ich nicht das Hin und Her mit Taxen und Bussen bis zur Grenze. In Puerto Viejo nehme ich dann den direkten, öffentlichen Bus nach San José, der ziemlich billig und trotzdem komfortabel ist und komme so im Endeffekt viel günstiger weg, als wenn ich ein Shuttle von Pamama bis nach San José gebucht hätte.
(Ein Caribe Shuttle für die ganze Stecke kostet ca $70, eins von Bocas nach Puerto Viejo ca $30 und für den Bus von dort nach San José bezahlt man nochmal $10. Insgesamt hat es also sogar fast die Hälfte gekostet.)
Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Post ein wenig Sonne ins verregnete und graue Deutschland schicken und wünsche euch noch eine schöne restliche Woche!
¡Hasta luego!
Theresa
Tolle Bilder. Aber Captain Jack Sparrow hat natürlich eher Whiskey statt Bier oder Pina Colada getrunken.
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Das stimmt haha!
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