Von Heimweh und Wanderlust

Seit der achten Klasse habe ich eine kleine rote Spardose in Form einer englischen Telefonzelle, auf der die Buchstaben TW stehen. Theresa Weltreise. Zu meiner Konfirmation habe ich ein Buch geschenkt bekommen: a 100 places to see before you die, das auf nahezu jeder Seite ein Post-it als Markierung kleben hat. Zu Ostern vor ein paar Jahren habe ich eine Weltkarte geschenkt bekommen, auf der man die Länder frei kratzen kann, in denen man schon mal war. Die hängt an meiner Wand und jahrelang habe ich beim Vokabellernen oder Mathepauken darauf gestarrt, im Fernweh geschwelgt und mich gefragt, wann ich endlich mehr freikratzen kann und wo es mich wohl hin verschlägt.

Seit der achten Klasse fieberte ich darauf, die Schule zu beenden und endlich die Welt zu sehen. Sprachen lernte ich schon immer gerne und hatte großen Spaß daran, einfach mal so Schwedisch zu lernen oder Harry Potter auf Spanisch zu lesen. Ich würde eine Weltreise machen, am besten direkt zwei oder drei Jahre lang. Ich hätte bis dahin, nach der Schule, ja genug Geld angespart. Jeden Kontinent würde ich bereisen und an den Orten, an denen es mir am besten gefällt, würde ich eben ein paar Wochen bleiben und ein bisschen arbeiten.

Dann kam die Oberstufe und ich konnte es noch weniger erwarten, endlich mit dem Lernen fertig zu sein, denn es wurde ja alles immer stressiger. Und plötzlich, ehe ich mich versah, war ich schon mitten in der Abiturvorbereitung. Und während ich natürlich das Ende des ewigen Lernens nicht erwarten konnte, war das Fernweh plötzlich gar nicht mehr so groß. Versteht mich nicht falsch, es stand für mich nie zur Debatte, direkt zu studieren und nicht erstmal ins Ausland zu gehen. Aber trotzdem fühlte ich mich zuhause einfach wohl. Ich habe die beste Familie, die man sich wünschen kann, einen Freund, den ich sehr liebe, Freunde, mit denen ich durch dick und dünn gegangen bin und plötzlich, da das Abitur geschrieben war, hatte ich auch keinen Stress mehr mit Lernen. Dazu kam ein Hauch Nostalgie, da ich insgesamt doch ganz gern in die Schule gegangen bin und vor allem in der Oberstufe sehr gute und nette Lehrer hatte, deren Unterricht ich (manchmal) doch (ein bisschen) vermissen würde. Außerdem hatte ich nun natürlich nichts mehr zu tun, außer meine Freiheit und das süße Nichtstun zu genießen. Ich war dauernd im Urlaub oder mit Freunden unterwegs, auf meinem Abiball und konnte endlich meinen 18. Geburtstag feiern. Ich musste nicht mehr ewig lang im Bus sitzen, der sowieso nur ein Mal pro Stunde kommt, ich konnte Montags abends feiern gehen, wenn ich Lust darauf hatte und Schadenfroh meine Brüder mit dem Auto von der Schule abholen.

Natürlich habe ich währenddessen trotzdem Zukunftspläne geschmiedet. Mal abgesehen davon, dass leider auch meine kleine, rote Telefonzelle eine Weltreise nicht finanzieren konnte, wollte ich länger an einem Ort leben, um eine ganz neue Kultur besser kennenzulernen. Ich hatte die Idee im Hinterkopf, später Englisch und Spanisch zu studieren und wollte mein Schulspanisch verbessern. Südamerika war für mich zu dem Zeitpunkt außerdem der attraktivste Kontinent, den ich unbedingt selbst erkunden wollte. Nach vielem Suchen und verschiedenen Ideen kam ich also schließlich auf das AuPair Programm in Costa Rica und mit Alina plante ich, davor eine Reise durch Zentralamerika zu machen, da sie meine Begeisterung für die Gegend teilte. Aber all das fühlte sich einfach noch nicht so real an.

Die brennende Begeisterung, das Schwelgen im Planen, das Fernweh, kam erst ein paar Wochen vor meinem Flug und war so richtig da, als die Reise durch Zentralamerika begann.

Endlich machte ich das, worauf ich seit der achten Klasse gewartet und gespart hatte: Reisen!

Ich traf auf so viele inspirierende Menschen. Bryan aus Honduras, der sein Hobby zum Beruf gemacht hatte und nun als Tour Guide versucht, Touristen seine Heimat und ganz Zentralamerika näher zu bringen, der kein festes Zuhause hat und praktisch sein ganzes Leben in zwei Rucksäcken mit sich herumträgt, der in jeder Stadt und jedem Land Freunde hat und in seinem Leben schon so viele verschiedene Dinge erlebt und getan hat. Maddie, die grade mal 22 Jahre alt ist, schon erfolgreich gegen eine schwere Krankheit gekämpft hat und seitdem zuhause in Australien immer nur maximal ein halbes Jahr verbringt, in dem sie so viel arbeitet, wie sie kann, um Urlaub und Geld anzusparen. Dann reist sie für ein paar Monate und hat mittlerweile, glaube ich, schon 50 Länder besucht. Beth, die nach dem Studium aus ihrem Zuhause in England ausgewandert ist, zuerst nach Thailand und dann nach China, um Kindern Englisch beizubringen, um eine neue Kultur und Sprache zu lernen, um sich selbst herauszufordern. All diese und noch mehr unglaubliche, starke Persönlichkeiten durfte ich auf meiner Reise kennenlernen. Von ihrem Mut würde ich mir gern eine Scheibe abschneiden und sie sind, jeder in seiner Weise, ein Stück weit mein Vorbild geworden. Sie haben mich inspiriert, immer wieder in Erstaunen versetzt und das Fernweh in mir geweckt.

Und das ist das komische an Fernweh: es ist sehr schwer zu stillen. Je mehr wunderschöne Orte und unglaubliche neue Sachen ich auf meiner Reise sehen durfte, desto mehr wollte ich von der Welt kennenlernen. Je länger ich gereist bin, desto mehr habe ich gemerkt, wie gut mir das Reisen tut und wie entspannt ich wurde. Vielleicht war das auch einfach der Pura-Vida Lifestyle, der langsam auf mich abfärbte, aber ich war viel gelassener und habe wirklich jeden Moment genossen, ohne nur über meine Rückkehr nach Hause (die immer noch nicht geplant ist) nachzudenken. Ich habe einfach gemerkt, wie mich Reisen ein Stück weit zu einem besseren Menschen macht oder zumindest mehr zu dem Mensch, der ich gerne sein möchte. All diese weisen Sprüche über Reisen, die von Reiseagenturen zu Werbezwecken missbraucht werden oder die man dauernd als Instagram Captions liest, sind eben doch wahr. Reisen macht einen wirklich offener, reicher in so vieler Hinsicht. Der Kontakt mit anderen Kulturen, grade solche, die so anders sind als die eigene, lässt einen so viel mehr von der Welt verstehen, so viel toleranter werden.

Natürlich flaut dieses Reise-Hoch auch mal ab, wenn man erstmal einen geregelten Alltag hat oder nicht dauernd spannende Ausflüge macht. Jetzt, wo ich schon längere Zeit in Costa Rica lebe, denke ich mir natürlich manchmal, wie schön es jetzt doch wäre, zuhause zu sein. Manchmal wäre es schön, jetzt studieren zu können, eine eigene Wohnung zu haben, mal wieder Kloß mit Soß zu essen, all meine Freunde wiederzusehen, nicht dauernd in San José im Stau stehen zu müssen, Weihnachten mit meinen Lieben zu feiern, auf Weihnachtsmärkte zu gehen, oder einfach mal eine fette Umarmung von der Mama zu bekommen. Natürlich denke ich das. Grade an Tagen, an denen es mal nicht so gut läuft. Aber ich weiß, dass ich jetzt auch nicht zuhause sein wollte. Zumindest nicht länger als ein paar Tage.

Das ist vielleicht für den ein oder anderen schwer nachzuvollziehen, aber ich brauche diese Zeit hier. Eine Auszeit vom Lernen. Die Zeit, Neues kennenzulernen, mich selbst zu verlieren und wieder zu finden, um es poetisch auszudrücken. Auch in Momenten, in denen ich Heimweh verspüre, weiß ich, dass ich eigentlich nichts verpasse. Ich will hier sein und ich will jetzt hier sein. Ich freue mich unheimlich auf meine Freunde und Familie, Zuhause, aufs Studieren. Aber das alles läuft mir nicht weg. Ich verpasse absolut gar nichts. Nächstes Jahr wird auch wieder Weihnachten sein, nächstes Jahr wird die Universität auch noch stehen und alle meine Lieben werden mich auch nächstes Jahr mit offenen Armen vom Flughafen abholen.

Ich bin jung und habe die Zeit und die Möglichkeiten, ein Gap Year zu machen und möchte diese Chance auch dankend nutzen. Ich bin so dankbar, hier sein zu können und habe noch nicht genug- ganz im Gegenteil. Jede Woche habe ich neue Ideen, was ich noch alles machen und sehen möchte. Wer weiß, wo es mich am Ende hinverschlägt? Ihr werdet es hier auf meinem Blog sicherlich mitbekommen.

Ich habe diesen Post genutzt, um einfach mal meine Gedanken zu sortieren und loszuwerden. Vielleicht hat mich ja der ein oder andere verstehen können oder vielleicht habe ich jetzt auch das Fernweh in euch wecken können. Traut euch einfach mal, raus aus dem Alltag und rein in ein neues Abenteuer zu springen. (Zum Beispiel mich in Costa Rica zu besuchen, hehe)

In diesem Sinne, Pura Vida y hasta luego!

Theresa

Wochenendtrip: Rafting und Manuel Antonio

Laut, vibrierend und unbarmherzig reißt mich mein Wecker um 4:45 Uhr aus dem tiefen Schlaf, in den ich bis gerade eben noch versunken war. Auch wenn mich die frühe Stunde diese Entscheidung gründlich überdenken lässt, packe ich schnell meinen Rucksack und laufe zum Bus, um nach San José zu fahren. Heute, am Samstag, dem 2. November, gehe ich mit zwei Freundinnen Raften auf dem Rio Pacuare. Der aufmerksame Leser hat sich vielleicht gemerkt, dass ich in La Fortuna vor ca einem Monat auch schon mal Raften war, aber auf einem anderen Fluss und mit einem anderen Anbieter. Der Pacuare Fluss soll einer der besten und schnellsten Flüsse für sowas sein und ich freue mich sehr, nochmal diesen Nervenkitzel zu verspüren. Durch die regenreichen letzten Wochen ist er wohl auch sehr schnell, (gefährlich), und vor allem noch abenteuerlicher.

Bevor wir aufs Boot können, müssen wir jedoch noch eine lange Strecke zurücklegen. Wir werden in San José abgeholt und fahren fast bis an die Karibikküste, wo wir erst einmal im Basislager des Rafting Anbieters frühstücken. Danach ziehen sich alle um, die Wertsachen werden eingeschlossen und es geht endlich los!

Im Bus fahren wir nochmal ein paar Minuten den steilsten Schotterweg hinunter, den man sich nur vorstellen kann, zu der Stelle im Fluss, wo wir in die Boote steigen. Unser Instructor ist super sympathisch und es macht großen Spaß. Es gibt viele Stromschnellen verschiedener Schwierigkeitsgrade, das Wetter spielt auch größtenteils mit. Insgesamt gibt es aber intensivere Stromschnellen als beim letzten Mal in La Fortuna – an einer Stelle fallen sogar drei Leute gleichzeitig (natürlich ungewollt) aus dem Boot und müssen gerettet werden. Im ersten Moment ein großer Schock, im zweiten sehr lustig. Kurz vor dem Ende halten wir an einer idyllischen Stelle des Flusses an und essen am Ufer zu Mittag – es gibt köstliche Tortillas oder Sandwiches. Dann fahren wir noch ein kleines Stück in den Booten, bevor wir wieder am Basislager ankommen, duschen und uns für den Rückweg bereit machen. Ich glaube, insgesamt hat mir das Rafting dieses Mal sogar mehr Spaß gemacht. Die Landschaft fand ich dieses Mal entlang des Pacuare Flusses noch schöner und adrenalinreicher war es in jedem Fall! Wir kaufen uns sogar die Bilder, die ein Fotograf ab und zu vom Ufer aus von uns gemacht hat.

Am nächsten Tag, dem Sonntag, dem 03. November, klingelt mein Wecker sogar noch früher. Um genau 04:08 Uhr. Ich suche schnell meine sieben Sachen zusammen und schleppe mich zur Bushaltestelle, um den Bus zu nehmen, der laut meiner App um 4:36 Uhr kommen soll. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass es Sonntag ist, oder einfach daran, dass ich in Costa Rica bin, aber jedenfalls kommt der Bus nicht. Aus Zeitnot bestelle ich mir dann ein Uber, denn ich treffe mich mit meiner Freundin Linea, um mit ihr zum Strand zu fahren. Wir nehmen den öffentlichen Bus um 6 Uhr morgens nach Manuel António, wo es einen sehr bekannten Nationalpark und schöne Strände gibt.

Auf der Fahrt dösen wir ein wenig und als wir nach ca drei Stunden Fahrt in Manuel António ankommen, werden wir von glühender Sonne und heißen Temperaturen begrüßt. Ich möchte erst einmal mein Gepäck zum Selina Hostel bringen, denn da meine Gastfamilie für ein paar Tage weggefahren ist, habe ich selbst die Möglichkeit, ein wenig länger hier zu bleiben. Also laufen wir ca eine halbe Stunde lang bergauf über kurvige Straßen zum Hostel. Der Abstieg ist schon viel leichter und Linea und ich sind heilfroh, als wir uns endlich im Meer abkühlen können. Die Wellen sind ziemlich hoch und die Strömung sehr stark, sodass man nicht so gut schwimmen kann, aber dafür ist der Strand und die Umgebung einfach wunderschön.

Mittags essen wir leckere Burger, schießen ein paar Bilder und genießen das warme prickeln, das die Sonne auf der Haut erzeugt, das Salz, das sich auf den kleinen Härchen auf den Armen absetzt, das beruhigende Rauschen der Wellen und den feinkörnigen, feuchten Sand zwischen den Zehen. Außerdem bietet sich uns ab kurz nach fünf Uhr nachmittags ein spektakulärer Sonnenuntergang, der dem wunderschönen Tag noch das Sahnehäubchen aufsetzt.

Leider muss Linea gegen 6 Uhr wieder zurück in die Stadt fahren, da sie am nächsten Tag wieder arbeiten muss. Ich koche in der Küche des Hostels köstliche Quesadillas und genehmige mir noch einen köstlichen Piña Colada.

Am nächsten Tag hatte ich eigentlich vor, den Nationalpark Manuel Antonios zu besuchen, doch leider stellt sich heraus, dass dieser an Montagen geschlossen ist. Auch wenn das sehr schade ist, beschließe ich, mir eben stattdessen noch einen schönen Tag am Strand zu machen, ein wenig auf der Dachterrasse des Hostels zu bloggen und über meine zukünftigen Pläne nachzudenken und zu planen. Ich treffe sogar per Zufall einen Spanier, der am Samstag mit uns das Rafting gemacht hat, wieder! Er ist weitergereist nach Manuel António und übernachtet auch im Selina Hostel – so klein ist die Welt!

Das erste Mal in Costa Rica habe ich tatsächlich einen Affen gesehen! In Manuel Antonio sieht man sie wirklich überall und dieser hier war ganz besonders frech- zum Glück war das nicht mein Rucksack!

Gegen Abend treffe ich ein paar sehr nette Leute aus England, mit denen ich Pizza essen gehe und noch ein Bierchen trinke. Das liebe ich an Hostels: dass man immer nette Leute trifft, mit denen man sich unterhalten kann oder zusammen Dinge unternehmen kann, auch wenn man sich eigentlich gar nicht kennt.

Alles in allem war es ein wunderschönes Wochenende und ich konnte mich sehr erholen! Ich hoffe, der Post hat euch gefallen und ihr genießt das kalte Wetter in Deutschland (hehe).

¡Pura Vida!

Theresa

Allein vs in Gruppen Reisen

Auf meiner Reise durch Zentralamerika habe ich beide Seiten kennengelernt: erst bin ich eine Weile mit einer Reisegruppe und Tourguide gereist und am Ende hatte ich noch ca 10 Tage „allein“ (mit zwei Freunden) in Guatemala.

Zuerst vorneweg: ich habe meine Reise über Moja Travels gebucht, aber eigentlich ist die Reise vom kanadischen Anbieter G-Adventures. Meine Reise war eine für junge Leute (d.h. zwischen 18 und 39 Jahren) für 18 Tage durch Zentralamerika. Wir waren, glaube ich, 13 Reisende und ein Tourguide aus Honduras.

Ich möchte heute mal verschiedene Aspekte und Vor- und Nachteile beider Reisestile beleuchten, wobei dabei natürlich auch viel subjektive Meinung ist.

In Gruppen

Man hat immer Gesellschaft und lernt automatisch nette Leute kennen, mit denen man die ganze Zeit über reisen kann und als neue Freundesgruppe betrachten kann. Je nach dem, welche Menschen in so einer Gruppe sind, kann das natürlich auch schiefgehen – ich habe auch schon von Gruppen gehört, die sehr unharmonisch waren und in denen man nicht gerne gereist wäre, aber ich hatte da großes Glück. Unsere Gruppe war sehr lustig und aufgedreht und ich habe wirklich gute neue Freunde gefunden.

Natürlich muss man sich auch auf Bedürfnisse anderer einstellen. Das ist klar, wenn man als Gruppe reist, kann man nicht nur den eigenen Willen durchsetzen und muss sich oft auf Kompromisse einlassen, aber das muss man immerhin auch, wenn man in kleinen Gruppen oder nur zu zweit reist. Viel an Privatsphäre kann man außerdem auf einer solchen Reise auch nicht erwarten, ist man doch fast immer in großen Schlafsälen untergebracht.

Selbst muss man sich um nichts kümmern! Die Reiseroute ist festgelegt und auch um Hostels oder Transporte muss man sich keine Sorgen machen. Das erleichtert einem vieles, vor allem in Ländern in Lateinamerika, da hier doch alles eher langsam und ungeordnet von statten geht. Mir persönlich war jedoch gar nicht so wichtig, dass alles schon vorher und für mich erledigt wird. Das kann ich auch ganz gut selbst, glaube ich. Für mich war wichtig, dass ich auf diese Weise quasi ans Backpacken und an Lateinamerika herangeführt wurde. Ich war zuvor noch nie außerhalb von Europa und auch noch nie wirklich Backpacken und konnte so beides erstmal kennenlernen, ohne dass ich quasi direkt in kaltes Wasser geschmissen wurde. Ich bin doch noch recht jung und die Länder und Kulturen hier sind so anders als das, was wir Europäer gewöhnt sind. Da hat es mir geholfen, durch die geführte Reise zu verstehen, wie sowas hier funktioniert und konnte mir ein paar Tips und Tricks merken. Natürlich bin ich jetzt kein Experte, aber es hat definitiv geholfen.

Man erlebt Sachen, die man allein nicht erlebt hätte. Das stimmt definitiv, vor allem, weil man einen Tourguide hat, der sich in der Gegend wirklich gut auskennt. Bryan hat uns auf unserer Reise oft Hintergrundinformationen und Fakten über die einzelnen Länder gegeben und kannte die einzelnen Stationen so gut, dass er uns oft Geheimtipps geben konnte, die sowohl unsere Geldbeutel geschont haben, als auch bessere oder privatere Einblicke in die Kultur oder einzelne Sehenswürdigkeiten gaben. Die Hot Springs in La Fortuna zum Beispiel hätten wir ohne ihn nie gefunden. Es gibt viele Hostels oder Spas, die vom den Quellen profitieren und richtig viel Eintritt verlangen. Bryan hat uns eine Stelle gezeigt, wo Einheimische oft selbst Baden und die komplett kostenlos ist. Dafür natürlich auch nicht luxuriös hergerichtet und ohne Minibar, aber dafür war es viel intimer und natürlicher. Oder als wir den Vulkan in Cerro Verde hochgewandert sind und den Krater und die Pfade quasi für uns alleine hatten. Oder als Bryan uns in Copán Ruinas den besten und lustigsten Guide besorgt hat, dem man sich hätte wünschen können. Oder, oder, oder. Bestimmt kann man vieles davon auch allein herausfinden, aber sicherlich nicht alles.

Alleine Reisen

Freier in Entscheidungen. Das ist meiner Meinung nach das, was mir am meisten daran gefällt, allein zu reisen Bzw mir am meisten während unserer geführten Reise gefehlt hat: Nicht alles im Voraus geplant zu haben und in vielen Sachen spontan und variabel zu sein. Mit der Gruppe war alles von vornherein geplant und wir mussten uns an den Zeitplan und die Reiseroute halten. Da war kein Platz für einen spontanen Abstecher zu einem anderen Ort oder noch eine Nacht länger im wunderschönen Hostel, einfach weil man sich gerade danach fühlt, so wie Alina, Bryan und ich es in der Zephyr Lodge in Guatemala gemacht haben. Für die 18 Tage unserer geführten Reise empfand ich diese Einschränkungen nicht schlimm, aber danach war ich doch froh, selbst zu entscheiden, wann ich wohin möchte. Mit unserer geführten Tour waren wir höchstens drei Tage an einem Fleck, bevor wir weiterziehen mussten. Teilweise war das sehr anstrengend.

Man ist nie wirklich allein. Natürlich wird man oft allein sein Bzw nur mit seinen wenigen Reisekumpanen, aber wenn man in Hostels in Schlafsälen übernachtet und sich dort nicht nur in seinem Bett verkriecht, trifft man zwangsläufig ganz viele nette Leute. Die Erfahrung habe ich sowohl in meinem Dreiergespann in Guatemala gemacht, als auch, als ich vor ein paar Wochen für ein paar Tage ganz allein nach Manuel António in Costa Rica gefahren bin (der Post dazu kommt bald!). Gerade in den Selina Hostels ist immer was los und man trifft ganz viele Menschen, die auch alleine reisen und liebend gern neue Freundschaften schließen. Natürlich werdet ihr nicht direkt beste Freunde fürs Leben werden, aber ich habe sehr nette Leute getroffen, mit denen man zumindest einen schönen Abend oder ein paar schöne Tage verbringen kann. Und wer weiß- wenn man jemanden findet, der ähnliche Reiseziele hat, kann man sich ja für die nächsten Etappen sogar zusammenschließen.

Es ist um einiges günstiger, allein zu reisen. Das ist einfach ein Fakt und dagegen kann man auch schlecht argumentieren. Nicht nur, dass geführte Reisen wie von G-Adventures an sich schon sehr teuer sind- man muss ja auch noch Aktivitäten und Verpflegung dazu rechnen. In unserer Gruppe sind wir praktisch jeden Tag Essen gegangen. Natürlich haben wir meistens die billigsten Lokale genommen, aber auch da muss man sich in der Regel dem Gruppenwillen fügen, wenn man nicht allein zurück bleiben will. Öfter hatten wir auch keine Küche in Unterkünften und somit keine Gelegenheit, selbst zu kochen. Aber allein der Grundpreis einer geführten Reise fällt natürlich viel teuerer aus. Wenn man sich anschaut, dass man laut Backpackern Experten wie dem Southtraveler 2 Wochen Südamerika in ca 500€ schaffen kann (je nach eigenen Ansprüchen natürlich) und Anbieter wie G-Adventures für die gleiche Dauer Reisen ab 3.000€ anbietet, spricht das glaube ich für sich.

Natürlich kann es anstrengend sein, alles selbst planen zu können. Natürlich weiß man manchmal nicht weiter oder ist überfordert. Natürlich ist man sich manchmal nicht sicher, ob man eine Reise allein auf die Beine stellen kann. Aber meiner Meinung nach sollte man das alles eher als Herausforderung sehen, als sich von Anfang an davon einschüchtern zu lassen. Und auch wenn man es vielleicht während der Reise gar nicht so mitbekommt, bin ich fest davon überzeugt, dass es das eigene Selbstbewusstsein unheimlich stärkt. Man wird verantwortungsbewusster und weltoffener, einfach, weil man gezwungen ist, sich mit anderen Kulturen und Menschen auseinanderzusetzen, manchmal auf einer Sprache, die man nicht spricht, mit Händen und Füßen. Alleine Reisen trägt also viel zur eigenen Charakterstärke bei.

Fazit

Selbstverständlich hat beides seine Vor- und Nachteile und jeder muss für sich wissen, was am besten zu einem passt. Natürlich ist es auch nochmal ein Unterschied, ob man ganz alleine reist oder nur zu weit oder ein kleinen Gruppen. Ich für meinen Teil bin glaube ich, auf lange Zeit gesehen, eher jemand, der allein oder in kleinen Gruppen, also individuell reist. Ich muss jedoch auch sagen, dass die geführte Gruppenreise mir sehr geholfen hat, sicherer zu werden und mich ein wenig vertrauter zu machen mit Zentralamerika. Es war eine einmalige Erfahrung und war sicherlich nicht meine letzte Reise in dem Stil, aber ich möchte insgesamt doch die Vorteile, Freiheiten und die Spontanität, die man als individueller Reisender macht, nicht missen.

Welche Art, zu reisen, präferiert ihr?

Theresa

Meine AuPair Routine und Aufgaben

Unter der Woche habe ich immer morgens frei. Das gibt mir Zeit um auszuschlafen, Sport zu machen, Blogposts zu schreiben oder Freunde zum Frühstücken zu treffen. In der Regel fange ich dann zwischen zwei und halb vier nachmittags an, zu arbeiten. Oft haben die Kinder nämlich noch ein wenig länger Schule oder Kindergarten und kommen auch erst um diese Zeit nach Hause.

Typisch costa-ricanisches Frühstück

Je nach Wochentag sieht unser Nachmittag dann unterschiedlich aus. Montags und Mittwochs haben die Kinder nämlich Fußballtraining bzw. Turnen und Dienstags Schwimmunterricht. An solchen Tagen ist alles ein wenig stressiger, die Kinder haben nur kurz Zeit, sich umzuziehen und ihre Tasche fürs Training zu packen, bevor wir wieder losmüssen. Dann sind auch die Kinder oft gestresst und es ist sehr anstrengend, sie dazu zu bringen, sich schnell fertig zu machen. Außerdem bereite ich Säfte und Snacks vor, die die beiden im Auto essen können. Wenn sie dann beim Training sind, sitze ich meistens daneben, schaue zu und habe sozusagen eine Stunde Pause. Danach werden wir von einem Elternteil abgeholt und sind gegen halb 7 wieder zuhause. Wir essen alle zusammen zu Abend, danach muss ich mit Tomás seine Hausaufgaben machen und seine Schultasche packen. Je nach dem, wie müde er ist, kann das manchmal auch ganz schön viel Zeit und Überredungskunst in Anspruch nehmen. Wenn alles erledigt ist, gehe ich mit beiden Kindern hoch in ihre Zimmer und helfe Ihnen, ihre Klamotten zurecht zu legen und die Schlafanzüge anzuziehen. Dann ist es meistens ca halb 8 und ihre Eltern übernehmen es, sie ins Bett zu bringen. Währenddessen bereite ich unten in der Küche Früchte, Säfte und Snacks für die Schule am nächsten Tag vor, bis ich zwischen halb 8 und 8 Uhr dann Feierabend habe.

Beim Schwimmtraining

An den anderen beiden Tagen der Woche, Donnerstag und Freitag, sehen die Nachmittage ein wenig anders aus. Donnerstag ist unser English Day, an dem ich mit den Kindern nur Englisch spreche, um sie dort ein wenig zu fördern. An diesen Tagen kommen sie auch früher aus der Schule und haben keine außerschulischen Aktivitäten. Also haben wir Zeit, den ganzen Tag zu spielen: Lego, Playmobil, Puppenhäuser bauen, Puzzeln… Das ganze Programm eben. Trotzdem müssen natürlich Tomás Hausaufgaben erledigt werden, ich lese den beiden ein bisschen vor und mache ihnen Snacks oder Säfte. Freitags haben sie auch manchmal Verabredungen mit Freunden. Abends sieht unsere Routine dann aus wie an den anderen Tagen, nur dass die Kinder meistens ein wenig früher ins Bett gehen und wir oft noch die Kinderzimmer bzw das Spielzimmer aufräumen müssen.

Wenn ich Feierabend habe, bin ich meistens auch schon recht müde und lese noch ein wenig oder schaue fern in meinem Zimmer, etwas besonderes passiert in der Regel unter der Woche nicht mehr.

Zwei Mal pro Woche passe ich auch abends auf die Kinder auf, wenn die Eltern ausgehen. Unter der Woche ändert das eigentlich nichts an der Routine, nur dass ich dann die Kinder ins Bett bringe. Wenn ich Freitags oder Samstags Abends aufpasse, schaue ich mit ihnen oft noch einen Film, wir machen uns Popcorn und sie dürfen ein wenig länger aufbleiben.

Meine Wochenenden sehen jede Woche anders aus. Sonntags habe ich immer komplett frei, Samstags muss ich meistens ein paar Stunden arbeiten, aber das ist von Woche zu Woche unterschiedlich, je nach dem, was die Familie so vor hat.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in meinen Alltag geben. Als AuPair hat man jedoch nie wirklich feste Arbeitszeiten und oft bekomme ich erst einen Tag vorher Bescheid, wie genau ich am nächsten Tag wann wo sein muss, was seine Vor- und Nachteile hat. Wenn ihr noch Fragen habt, könnt ihr mir sie gerne in den Kommentaren stellen.

¡Pura Vida!

Theresa

Backpacking in Zentralamerika- Packliste

Einen Monat durch Zentralamerika backpacken. Was nimmt man da mit? Diese Frage habe ich mich auch gestellt und war am Anfang ein wenig ratlos. Am Ende habe ich mithilfe des Internets, eigenen Ideen und Ratschlägen anderer eine ganz ordentliche Packliste zusammen gestellt. Heute möchte ich euch zeigen, was ich alles dabei hatte, was sich als nützlich erwiesen hat und was mir gefehlt hat.

Fangen wir am besten bei meinem Rucksack an. Ich musste mir keinen neuen kaufen, da ich den alten Backpacker Rucksack von meiner Mama haben konnte, der auch noch in gutem Zustand war. Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, ist er von der Marke Berghaus und hat zwei Fächer. Einmal das große oben und noch ein kleines unten. Diese Fächer kann man aber auch zu einem großen Fach machen. Außerdem hat er noch eine kleine Tasche ganz oben auf dem „Deckel“, was ganz nützlich ist, wenn man schnell an Dinge herankommen muss. Insgesamt war ich mit dem Rucksack zufrieden, aber ich habe auch bei anderen Reisenden praktischere Modelle gesehen, die man zum Beispiel ganz aufzippen kann. Ich denke, bei der Wahl des Rucksacks muss jeder selbst herausfinden, was für sich das beste ist, nur wichtig ist vor allem, dass auch der Rucksack an sich leicht ist, um möglichst viel Gewicht zu sparen. Generell empfehle ich auch, den Inhalt nochmal in kleine Täschchen o.Ä. zu packen, damit es im Rucksack ein wenig geordneter ist und man seine Sachen schneller findet.

Taschen und Rucksäcke
  • Tagesrucksack
    • Mein Tagesrucksack war einfach ein alter Schulrucksack von mir. Alina hat einen Wanderrucksack genommen, der sicherlich qualitativ besser war, aber meiner war einigermaßen wasserabweisend, bequem und war vor allem alt, sodass es nicht schlimm war, als er dreckig geworden ist oder eingerissen etc.
  • Brustbeutel
    • Außerdem hatte ich eine Art Bauchtasche, ein EastPack, in dem ich meine wichtigsten Wertsachen immer bei mir am Körper getragen habe und das ich quasi nie abgelegt habe. Das würde ich vor allem in größeren Städten Südamerikas sehr empfehlen.
  • Wäschesack
  • Regenschutz für den großen Rucksack
    • den habe ich aber tatsächlich nicht gebraucht, weil der Rucksack sowieso meistens im Hostel stand und ich nie längere Strecken damit durch den Regen laufen musste.
Dokumente und Wichtiges
  • Reisepass (Gültigkeit überprüfen!)
  • Geld und Kreditkarte
    • Natürlich ist es empfehlenswert, Landeswährung in Bar dabei zu haben, in vielen touristischen Gegenden kann man mittlerweile aber auch mit Karte oder Dollar bezahlen. Erstens kann man sich darauf jedoch nicht immer verlassen und zweitens nehmen einige Geschäfte dann einen viel schlechteren Wechselkurs, sodass ihr im Endeffekt mehr bezahlt.
  • Flugticket
  • Krankenversicherungskarte
  • Kopien und/oder Fotos von allen wichtigen Dokumenten
Technik
  • Meine Kamera und mein Teleobjektiv inkl. Schutztaschen
    • Ich habe lange überlegt, ob ich meine Spiegelreflexkamera überhaupt mitnehmen soll, aus Angst, sie würde mir geklaut werden oder kaputt gehen. Aber ich bin so froh, dass ich sie mitgenommen habe! Ich hätte es sehr bereut, wenn ich es nicht getan hätte. Es gab einfach zu schöne Orte, die ich einfangen wollte und ich fotografiere auch sehr gern. Natürlich habe ich sie immer im Hostel eingeschlossen, wenn ich sie einen Tag mal nicht gebraucht habe und in großen Städten darauf geachtet, sie immer nur schnell für ein Foto herauszuholen, sie dann wieder einzupacken und nicht damit offen um den Hals herumzulaufen. Ich habe übrigens die Canon EOS 500D.
  • Kopfhörer, Powerbank, Ladekabel
  • Handy
  • Steckdosenadapter (einer hat mir vollkommen gereicht)
  • Ersatzbatterien
  • Ladegrät und Ersatzakku der Kamera
  • Der File Hub
    • Dieses Gerät ist unheimlich praktisch. Man kann daran SD Karten, USB Sticks und vieles mehr anschließen und ein von dem Gerät eigenes WLAN kreieren, mit dem man sich über das Handy oder Tablet verbinden kann. Mithilfe einer App kann man dann die Daten von den Speichermedien aufs Handy ziehen oder andersherum. So konnte ich die Bilder am gleichen Tag schon weiter verwenden bzw. doppelt speichern. Wirklich sehr praktisch.
  • Stirnlampe (vor allem beim Campen in El Salvador sehr hilfreich!)
  • USB Stick und SD Karten, um einige Daten doppelt gesichert und gespeichert dabei zu haben
Kleidung
  • Reisehandtücher, ein kleines, ein großes
    • Aus Multifaser, kann man super klein zusammenlegen (noch kleiner als auf dem Bild, ich hatte nur grade die Hüllen nicht da). Außerdem trocknen sie schnell und sind sehr leicht.
  • Regenjacke
  • Wasserfeste Schuhe (in denen man gut wandern/ laufen kann)
  • Sandalen
    • Diese Sandalen habe ich mir extra für die Reise gekauft, zum Wandern oder um sie im Wasser anzuziehen. Im Endeffekt habe ich zum Wandern immer die festen Schuhe gebraucht und für Wasseraktivitäten waren die Wasserschuhe, die ich mir in La Fortuna gekauft habe, viel praktischer. Also leider nicht ganz so nützlich.
  • Packelemente/ Packing Cubes
    • Das Praktische daran ist, dass der Rucksack damit viel strukturierter ist, die Klamotten nicht ungeordnet rumfliegen und sogar Platz gespart wird, wenn ihr euch ein Kompressions-Packelement kauft. Ich habe meine auf Amazon bestellt und bin froh, sie dabei gehabt zu haben.
  • 2 Wander-/ Regenhosen
    • Die habe ich mir auch dafür gekauft und sie waren schon ganz praktisch, zum Beispiel im Regenwald, aber man kommt auch gut ohne klar.
  • 1 Fleecejacke, 1 Stickjacke
  • Hut oder Kappe und Sonnenbrille
  • 2 lange und 1 kurze Stoffhose
  • 1 Sportleggins
  • 2 Schlafanzüge
  • 7 T-Shirts bzw Tops
  • 1 Langarmshirt und 1 langärmeliges Hemd
  • 7 Paar Socken bzw Unterwäsche
  • 1 Badeanzug und 1 Bikini
  • 1 Lieblingsstück
    • Das war in meinem Fall ein Kleid. Insgesamt hätte ich mir jedoch mehr Kleidungsstücke mitnehmen sollen, die ich wirklich gerne anziehe und in denen ich mich schön fühle. Ich habe eher Sachen eingepackt, die praktisch sind oder alt und somit im Notfall nicht zu schade zum wegschmeißen. Die Reise war aber nicht so sehr unter meinem gewöhnten Lebensstandard, wie ich dachte und so habe ich oft schönere Klamotten vermisst.
  • Baumwolltuch
    • Relativ praktisch entweder als zusätzliche Decke in stark klimatisierten Bussen, als Strandtuch oder zum Überwerfen als Kleid.
Die Packelemente
Kosmetik/ Hygieneartikel
  • Dekorative Kosmetik (Mascara, Concealer, Eyeliner)
  • Haarklammern und Haargummis
  • Nagelschere bzw Multifunktionsding
    • Dieses wunderbare Ding habe ich geschenkt bekommen. Es ist wirklich sehr klein, enthält aber einen Nagelknipser, eine kleine (Nagel-) Schere, eine Nagelfeile und ein kleines Messer.
  • Zahnbürste aus Holz und Zahnputztabletten
    • Seit einer Weile benutze ich diese beiden Sachen, um möglichst viel Plastikmüll einzusparen und stattdessen recycelbare Produkte zu verwenden. Zahnputztabletten sind in Papier verpackt und man kaut zunächst kurz darauf herum, bevor man sich mit der angefeuchteten Zahnbürste ganz normal die Zähne putzen kann. Super praktisch und sie halten wirklich lange, ich benutze sie jetzt schon seit zwei Monaten und ich habe immer noch viel übrig, wie ihr auf dem Foto seht.
  • Rasierer mit Rasierschaum und Ersatzklinge
  • Feste Seife und festes Shampoo, Haarspülung
    • Auch um Plastik zu vermeiden und gleichzeitig Gewicht zu sparen! Ich habe meine Seifen in diesen Metalldosen von Lush aufbewahrt, aber ich hatte auch dieses Säckchen, in dem man die Seife aufbewahren, in die Dusche hängen oder trocknen lassen kann. Auf dem Bild seht ihr, dass mein festes Shampoo sich nun nach zwei Monaten so langsam verabschiedet. Es hat aber, finde ich, wirklich lange gehalten.
  • Pille und Binden, Tampons oder Menstruationstasse
  • Fön
  • Kulturbeutel
  • Deo
    • Am besten ein Creme-Deo, die halten ewig und kommen in einem umweltfreundlichen Glastigelchen, um Gewicht zu sparen, kann man sie natürlich auch in ein leichteres Gefäß umfüllen. Leider habe ich vergessen, mein Deo mit auf das Bild zu legen.
Nützliches
  • Handwaschmittel und Nagelbürste (aus Holz!)
  • Kleines Nähset für Notfälle
  • Paketschnur, Karabinerhaken, Topfgummi und Kofferklemme
  • Zahlenschloss (sehr wichtig, vor allem wenn man in Hostels schläft, um seine Wertsachen einzuschließen)
  • Desinfektionsmittel
  • Feuchtigkeitscreme
  • Anti Brumm für vor und beruhigende Creme für nach Mückenstichen
  • Sonnencreme
  • Reiseapotheke
    • Diese Reiseapotheke hat mir meine Mama zusammengestellt und ich habe sie zum Glück nie gebraucht. Sicherlich hatte ich auch ein wenig zu viel dabei, aber meiner Meinung nach sollte jeder eine gewisse Grundausstattung für Notfälle dabei haben.
  • Wäscheleine
    • Sehr wichtig wenn man ab und zu selbst waschen möchte oder einfach nur nasse Badesachen aufhängen muss. Wenn man zusammen reist, reicht es aber denke ich, sich eine zu teilen. Alina hatte eine für uns beide dabei, dementsprechend ist sie nicht in meinem Rucksack gewesen.
Freizeit und andere nützliche Dinge
  • Wasserdichter Beutel/ Seesack
    • Um nasse Badesachen reinzutun oder Wertsachen vor dem Nasswerden zu schützen
  • Wasserdichte Handyhülle (habe ich nie genutzt)
  • Ein Nackenkissen
    • Mein Lebens- und Schlafretter auf langen Busfahrten! Ich habe eins, das man sowohl als Nackenkissen, als auch als normales Kissen benutzen kann, was sehr praktisch ist.
  • Moskitonetz
    • Mir wurde vor meiner Reise erzählt, es gebe in jedem Hostel solche Netze und sie wären unbedingt notwendig. Ich sollte trotzdem mein eigenes kaufen und mitnehmen, da die Netze im Hostel schon alt und löchrig wären. In keinem einzigen Hostel habe ich solche Netze gesehen noch wären sie nötig gewesen. Ein einziges Mal habe ich meins ausgepackt, weil ich mich beim Campen in El Salvador angestellt habe und nicht wollte, dass mich im Schlaf Käfer oder Krabbelviecher berühren, aber kein einziges Mal wegen Mücken. So war das leider lediglich Platzverschwendung, da das Netz schon recht groß war.
  • Schlafmaske und Ohropax (vor allem in Schlafsälen sehr hilfreich)
  • Stofftaschentuch, vielseitig einsetzbar
  • Kleiner, ganz leichter Schlafsack
    • Ist ganz nützlich, wenn man in Betten schlafen soll, die nicht sehr frisch oder schmuddelig aussehen oder als zusätzlicher Wärmefaktor, aber definitiv kein muss.
  • Kartenspiele (habe ich nie genutzt, muss ich sagen)
  • Gutes Buch
  • Reisetagebuch
    • Meins habe ich von odernichtoderdoch und hat mir sehr gefallen, weil es viel Platz gab, um sich kreativ auszuleben und man dank der Fragestellungen auch mal außergewöhnlichere Sachen festhalten konnte.
  • Alu-Trinkflasche zum wieder Auffüllen (der wohl einfachste Weg, Plastikmüll einzusparen)
  • Tupperdose
    • Falls man mal selbst kocht und etwas auf Ausflüge mitnehmen möchte. Leider habe ich vergessen, meine mit zu fotografieren.

Was hat mir gefehlt?

  • Flip Flops (nehmen nicht viel Platz weg und sind für Gemeinschaftsduschen oder den Strand sehr praktisch)
  • Schönere Klamotten (z.B. Auch einfach eine Jeans)
  • Besteck
Was habe ich noch dazu gekauft?
  • Wasserschuhe
    • Diese habe ich mir in La Fortuna zum Rafting kaufen müssen, da man auf der Tour feste Schuhe anhaben musste und ich meine Wanderschuhe nicht anziehen wollte, da diese sehr lange trocknen würden. Aber ich habe sie tatsächlich auch noch öfter gebraucht und sie waren recht nützlich
  • Sommerkleid

Umweltschutz

Wenn man schon reist, was ja schon an sich nicht so gut für die Umwelt ist, ist es mir sehr wichtig, darauf zu achten, meinen Müll zu reduzieren oder z.B. Flüge über relativ kurze Strecken zu vermeiden. Auch ich bin nicht perfekt und verbrauche auf Reisen leider immer noch viel Müll, aber zumindest versuche ich, diesen zu reduzieren. Ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen ein wenig inspirieren, vielleicht auch auf Reisen über den eigenen Konsum nachzudenken und zu umweltschonenderen Alternativen zu greifen.

So, das wars mit diesem unheimlich langen Blogpost. Ich hoffe, es hat euch gefallen und vielleicht dem ein oder anderen beim Packen für das nächste Abenteuer geholfen!

Theresa

Mein neues Abenteuer

Si no vas, nunca lo sabrás.

– Tu pasaporte

Seit dem letzten Tag meiner Reise, dem 24. September, ist einige Zeit vergangen. Über ein Monat, um genau zu sein. Was habe ich eigentlich in der Zeit getrieben und wo bin ich?

Am 25. September sind Alina und ich von Guatemala City aus zurück nach San José in Costa Rica geflogen. Dort musste ich mich von Alina verabschieden, die von hier aus zurück nach Deutschland fliegen musste, da sie jetzt in Darmstadt Maschinenbau studiert.

Ich für meinen Teil bin in Costa Rica geblieben, da ich hier erstmal für das nächste halbe Jahr ein AuPair sein werde. Das bedeutet, dass ich in eine Familie aufgenommen werde und mit ihnen lebe, als wäre es meine eigene. Aber ich arbeite gleichzeitig mit den Kindern und bekomme dafür ein kleines, monatliches Gehalt. Meine Familie wohnt in Santa Ana, San José und hat zwei Kinder: Tomás ist 9 und Juliana 6 Jahre alt. Mein Job ist es, nachmittags auf sie aufzupassen, mit ihnen zu spielen, bei den Hausaufgaben zu helfen – wie ein Kindermädchen quasi. Nur soll ich mich mit den Kindern nicht auf Spanisch, sondern auf Deutsch und Englisch unterhalten, damit die Kinder die Sprachen ein bisschen lernen. Da die beiden auf eine deutsche Schule gehen, können sie auch schon gut deutsch, das ist wirklich beeindruckend. Die Vormittage und den Sonntag habe ich frei, wobei der Rest auch relativ flexibel ist, denn feste Arbeitszeiten habe ich natürlich nicht.

Einen Monat bin ich jetzt also schon hier und es gefällt mir wirklich gut. Meine Familie ist sehr nett und ich spiele sehr gern mit den Kindern. Ich habe die ersten drei Wochen einen Sprachkurs besucht in der Schule Maximo Nivel, der mir sehr geholfen hat, nicht nur sprachlich, sondern auch um neue Leute kennenzulernen. Dort und über meine AuPair Organisation habe ich zum Glück schon einige Freunde gefunden.

Sprachlich komme ich auch gut klar. In der Schule habe ich drei Jahre lang Spanisch gelernt und obwohl das Spanisch hier sich doch von dem europäischen Castellano unterscheidet, kann ich das meiste gut verstehen und mich gut verständigen.

Bis jetzt hatte ich außerdem noch keinen Kulturschock, obwohl hier alles doch schon sehr anders ist als daheim in Deutschland. Ich glaube, dass mir die Reise dabei auch geholfen hat, mich schonmal an die Kultur hier zu gewöhnen, ohne dass ich direkt komplett allein war.

Soweit so gut. Wie genau mein Alltag aussieht möchte ich bald in einem separaten Blogpost erläutern, aber so habt ihr ein kleines Update, was genau ich jetzt eigentlich mache.

Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Offiziell bin ich bis zum 30. März ein AuPair, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich danach noch nicht nach Hause möchte, sondern noch etwas anderes ausprobieren und vielleicht Nord- oder Südamerika noch ein bisschen kennenlernen, wenn ich schonmal hier bin. Ich habe jede Woche eine neue Idee, was ich machen könnte, es bleibt also spannend.

Im Moment genieße ich es aber, in so einem Paradies wie Costa Rica leben zu dürfen und versuche, das beste aus meine Zeit hier herauszuholen!

¡Hasta la próxima vez!

Theresa

Tag 26 – Antigua

24. September. An unserem letzten Tag genehmigen Alina und ich uns ein wenig Zeit zum Ausschlafen und treffen uns dann mit Bryan, der sogar schon im Fitnessstudio war. Wir frühstücken lecker und gesund im Café Samsara, in dem es vor allem orientalische Köstlichkeiten gibt.

Im Hostel packen Alina und ich schon mal unsere Backpacks und checken in unseren morgigen Flug ein. Dann ziehen wir noch ein wenig durch Antigua, schießen viele Bilder und genießen die wuselige Atmosphäre der kleinen, bunten Stadt. Wir gehen außerdem auf den Markt, wo Alina viele Souvenirs für Freunde kauft.

Um Vier Uhr machen wir beide uns auf dem Weg zum Tattoo Studio „Tattoo Paradise Antigua“, denn dort habe ich einen Termin! Nicht, um mich zu tätowieren (keine Sorge, Mama), sonder um mir ein Piercing stechen zu lassen! Mit dem Gedanken habe ich schon länger gespielt, vor allem, als vor ca zwei Wochen die anderen aus unser Gruppe hier tätowiert und gepierct wurden. Der Laden hat sehr gute Bewertungen und der Piercer Luis ist wirklich sehr nett. Er berät mich gut und arbeitet sehr ordentlich und hygienisch. Das Stechen tut nicht annähernd so weh, wie gedacht und als er danach die Wunde säubert und den Piercing einsetzt, ist dieses Gefühl fast unangenehmer. Ich kaufe außerdem noch eine von dem Piercer speziell angefertigte Seife zum Reinigen und bezahle insgesamt 250 Quetzales, was ungefähr 30€ entspricht. Ich bin so zufrieden und kann gar nicht aufhören, mein Ohr im Spiegel zu betrachten.

Übrigens, als kleiner Spoiler im Hinsicht auf das Piercing: auch in den Wochen danach hatte ich gar keine Probleme damit, es hat sich nichts entzündet und nach einem Monat kann ich auch wieder auf dem Ohr schlafen, ohne dass es wehtut. Der Piercer Luis hat sich außerdem auch öfter über WhatsApp erkundigt, ob alles damit in Ordnung ist und ob ich Fragen habe, ich kann ihn also nur empfehlen.

Nach diesem aufregenden Termin spielen Alina und ich noch ein bisschen Billard und gehen gegen Abend mit Bryan essen. Ich esse einen Falafel Wrap, der sehr lecker ist, und wir genehmigen uns ein Weinchen. Wir unterhalten uns sehr gut und entscheiden uns, danach noch in eine Bar zu gehen, in der es lokalen, rauchigen Tequila gibt, der sehr interessant schmeckt. Außerdem gibt es in der Bar heute einen Salsa Abend, also schwingen wir noch ein wenig das Tanzbein und feiern unseren letzten gemeinsamen Abend, den letzten Abend unserer Reise.

Ich kann und will es immer noch nicht glauben. Noch nie habe ich in 30 Tagen so viel Neues und Unglaubliches gesehen und erlebt, so viele Leute kennengelernt, neue Gerichte probiert, so viele amerikanische Schulbusse gezählt (insgesamt waren es 521, die Alina und ich gezählt haben). Ich habe mein Herz verloren an all die wunderschönen Landschaften, das Spanisch, die neuen Kulturen, all die inspirierenden Menschen, die ich treffen durfte, das gute Essen und an den Menschen, der ich auf der Reise war oder geworden bin. Die Einstellung der Einheimischen, einfach mal loszulassen, die Dinge auf sich zukommen zu lassen, alles zu nehmen, wie es kommt und trotzdem oder gerade deswegen zu leben und glücklich zu sein, hat ein großes Stück auf mich abgefärbt. Rückblickend würde ich alles genauso wieder machen, auch wenn manchmal nicht alles glatt lief oder so wie geplant.

Außerdem möchte ich DANKE sagen, an all die Menschen, die mich unterstützt haben, sowohl finanziell, als auch mental oder aktiv beim langwierigen Kofferpacken vor oder bei Problemen auf der Reise. Danke an Alina, du warst die beste Freundin, mit der ich die Reise hätte machen können und ich bin so so froh, dass wir dieses Abenteuer zusammen erlebt haben! Danke an meine Familie und Freunde! Thank you to Bryan and Maddie, I am incredibly grateful for meeting you and I will keep you in my heart!

Danke an alle, die an mich geglaubt haben, die geglaubt haben, dass ich das schaffe, auch wenn ich noch jung und ein Mädchen bin, das (fast) allein durch Zentralamerika reist!

Abschließend möchte ich nur noch sagen und den ein oder anderen daran erinnern, dass Reisen wunderschön ist und es einen in jeder Hinsicht zu einem besseren Menschen macht. Man muss sich einfach trauen, seine Träume zu verfolgen und Ziele zu erreichen, egal was andere sagen!

Ich für meinen Teil bin bereit für das nächste Abenteuer! Wie das aussieht und wie es mir aktuell so geht werde ich im nächsten Post berichten! Bis dahin: ¡PURA VIDA!

Theresa

Tage 24 und 25 – Lanquín und Antigua

Obwohl das eigentlich nicht geplant war, entschließen wir uns am 21. September dazu, doch noch eine Nacht länger hierzubleiben, denn wenn man drei Nächte bezahlt hat, ist die vierte Nacht umsonst. Außerdem entscheiden wir uns gegen unseren ursprünglichen Plan, zurück zum See Atitlán zu fahren. Dort wollten wir eigentlich noch Chichicastenango besuchen, ein kleines Dorf, in dem es einen berühmten, tollen Markt geben soll. Dieser Markt findet aber leider nur zwei mal pro Woche statt, deswegen hat es leider von den Tagen nicht gepasst, als wir letzte Woche am See waren. Jetzt hatten wir überlegt, zurück zum See zu fahren, um morgen den Markt zu besuchen. Das hieße aber, wieder 12 Stunden zurück zu fahren, um dann dort nochmal umsteigen zu müssen. Übermorgen müssten wir außerdem vom dort aus wieder einige Stunden zurück nach Antigua fahren, denn von dort aus fliegen wir am 24. September schon wieder zurück! Also lange Rede, kurzer Sinn, es wäre uns zu umständlich und zu lange Fahrzeiten, um Chichi zu besuchen, so schade es auch ist. Aber dafür haben wir noch einen Tag mehr in diesem Paradies hier.

So verbringen wir den Tag Also im Pool, lesend oder damit, Reisetagebuch zu schreiben. Bryan freundet sich mit ein paar Guatemalteken an, mit denen ich mich ein bisschen auf Spanisch unterhalte, da sie kaum englisch sprechen. Viel passiert außerdem nicht mehr, ich packe nur noch mein Backpack fertig, denn morgen geht es zurück nach Antigua.

Um Acht Uhr des nächsten Tages, dem 22. September, sitzen wir schon im Shuttle. Die Fahrt verläuft verhältnismäßig unspektakulär, gegen Vier Uhr kommen wir in Antigua an und beziehen wieder im Lemontree Hostel unsere Schlafsäle. Wir unterhalten uns ein wenig mit der Rezeptionistin und ein paar Gästen des Hostels und gehen anschließend mit Bryan und einem netten Amerikaner, der als Freiwilliger im Hostel arbeitet, Pizza essen. Im Restaurant Angie Angie gibt es heute zwei Pizzen zum Preis von einer und eine Live Band, die sehr gut ist. Die Atmosphäre ist also sehr gemütlich. Danach fällt Bryan direkt ins Bett, Alina und ich lassen uns noch von dem Amerikaner ein wenig Billiard beibringen und dafür, dass ich das erste mal spiele, bin ich gar nicht so schlecht! Bald werden jedoch auch unsere Lider schwer, so dass es nicht lange dauert, bis wir Mädchen uns auch in unseren Schlafsaal zurückziehen. Ich kann gar nicht glauben, dass morgen schon der letzte Tag unserer Reise ist!

Saludos,

Theresa

Tag 23 – Lanquín

Am Morgen des 20. Septembers gibt es für mich ein desayuno típico – ein typisches Frühstück, das aus Tortillas, Bohnenmus, Käse, Früchten und Kochbananen besteht. Das schmeckt mir unheimlich gut!

Alina und ich gehen danach Tuben. Das ist eine weitere Tour, die die Zephyr Lodge anbietet und die folgendermaßen aussieht: wir werden mal wieder auf einen Transporter verladen und nach kurzer Fahrt kommen wir am Ufer eines Flusses an, auf dem wir in Tubes, also in großen Schwimmringen entlang treiben. Die Sonne scheint auf uns herunter, jeder hat ein Bier in der Hand und man kann die Seele baumeln lassen. Es gibt nur sehr wenige Stromschnellen, die aber harmlos sind und nur manchmal muss man ein wenig mit den Armen paddeln, um in der Mitte des Flusses zu bleiben und nicht in Bäumen hängen zu bleiben.

Nach einer kleinen Weile machen wir ein einem kleinen Hostel direkt am Flussufer Halt. Dort könnte man Mittagessen oder mehr Bier kaufen, doch wir spielen stattdessen lieber alle zusammen Beachvolleyball, was trotz der prallen Sonne viel Spaß macht. Um uns abzukühlen springen wir danach ins Wasser, es gibt auch ein Seil, an dem man schwingen kann, und ein Sprungbrett. Unser Guide, der das Tubing beaufsichtigt und das Bier verwaltet, ist ziemlich verrückt und lebensmüde, klettert er doch einen sehr krummen, instabilen Baumstamm hinauf, nur um dann mit ausgelassenem Geschrei und Gelächter mitten aus dem dichten Geäst ein paar Meter tief ins Wasser zu springen.

Dann treiben wir noch ein Stückchen weiter auf dem Fluss und als wir an unserem Ziel ankommen, springen wir noch zum Abschluss von einer Hängebrücke ins kühle Nass. (Die befindet sich aber nur 2-3 Meter über der Wasseroberfläche.)

Zurück im Hostel gehen wir direkt mit allen in den Pool, trinken gegen Abend einen Cocktail und ich genehmige mir einen „Crispy Chicken and Bacon Wrap“, von dem ich danach noch Tage lang Träume. Danach geschieht nicht mehr viel spannendes, wir sind von der Sonne, dem Wasser und dem ganzen Entspannen ganz müde und fallen bald ins Bett.

Bevor ich mich verabschiede, möchte ich aber noch ein wenig über unser Hostel, die Zephyr Lodge, berichten. Wir haben Betten im Basic Schlafsaal gebucht, doch die Schlafsäle sind wirklich sehr hübsch, die Betten bequem und für ca 13€ pro Nacht ist die Location wirklich zu schön! Es gibt natürlich auch andere Optionen wie Einzelzimmer etc. Die Duschen und Toiletten teilt man sich mit den anderen Schlafsälen, doch jede Kabine ist zur Seite des Waldes hin offen, also sodass die Wand nur halbhoch ist und man beim duschen romantisch ins Freie schauen und die Aussicht genießen kann. Und keine Angst, dort sind keine Wege, Häuser etc., von denen aus man hineinschauen könnte. Was mir außerdem sehr gefällt sind natürlich der Pool und die Atmosphäre. Hier hat jeder Lust, andere kennenzulernen und Zeit mit einander zu verbringen – das könnte auch ein wenig an der schlauen Strategie des Hostels liegen, nach 8 Uhr das Wlan auszuschalten und ihre Gäste mit Happy Hours oder Bier aufs Haus aus den Schlafsälen zu locken. Das Restaurant des Hostels ist außerdem auch sehr lecker, was wichtig ist, da das Hostel ein wenig außerhalb von Lanquin liegt und man sich nicht mal so eben woanders Essen beschaffen kann und es keine zugängliche Küche gibt. Dadurch kann man sich aber ganz darauf konzentrieren, abzuschalten, andere Leute kennenzulernen und natürlich Semuc Champey zu besuchen. Alles in allem kann ich das Hostel sehr empfehlen, zumal wir nur durch Hörensagen darauf aufmerksam gemacht wurden, da die Lodge glaube ich nicht auf Booking.com etc vertreten ist.

Der Ausblick vom Hostel früh am Morgen mit noch einigen Nebelschwaden
Der Pool des Hostels

¡Hasta mañana!

Theresa

Tag 22 – Lanquín

Nach einem leckeren French Toast- Frühstück machen wir drei uns am 19. September mit einigen anderen Reisenden auf zu dem Ausflug nach Semuc Champey! Ich habe mich so lange darauf gefreut! Semuc Champey liegt ca 12km von Lanquín entfernt und bedeutet übersetzt (nicht aus dem Spanischen, sondern wohl aus einer indigenen Sprache) „dort, wo das Wasser verschwindet/ sich versteckt“. Es besteht aus vielen türkisfarbenen Wasserbecken, die vom Río Cahabón gespeist werden. Der Fluss teilt sich zu Beginn der Becken, sodass ein Teil des Wassers durch die Becken, ein anderer Teil jedoch unterirdisch weiter fließt. Am Ende mündet beides in einem kleinen Wasserfall. Ich habe so viel darüber gelesen und wunderschöne Bilder angeschaut, dass ich es kaum erwarten kann, dieses Wunder der Natur endlich mit eigenen Augen zu sehen! Wir haben dem Ausflug über unser Hostel, die Zephyr Lodge gebucht. Inklusive sind auch der Transport, ein Mittagessen, ein Guide und ein Besuch der Tropfsteinhöhlen ganz in der Nähe. Insgesamt kostet das ganze 185 Quetzales pro Peron, was ca 21€ entspricht und angesichts dessen, was einem geboten wird, meiner Meinung nach ein sehr guter Preis ist.

Wir werden mal wieder auf der Ladefläche eines ziemlich wackligen Transporters mitgenommen, das kostet ganz schön viel Armmuskelkraft, sich an den paar Stangen festzuklammern. Aber jemand hat seine Musikbox dabei, die Sonne scheint, es ist super warm und wir haben richtig gute Laune.

Dort angekommen werden wir prompt umschwärmt von sämtlichen Einheimischen, die alle Bier und Wasser verkaufen und die man kaum abschütteln kann. Wir treffen auf unseren Guide und den Rest der Gruppe, mit der wir heute den Ausflug machen werden. Wir ziehen uns Badesachen an und schnappen uns Badeschuhe. Alina und ich haben uns in Costa Rica, in Monteverde Wasserschuhe gekauft für das Wildwasserrafting, die können wir jetzt wiederverwenden, aber für wenig Geld kann man sich auch welche leihen, denn ohne Schuhe sollte man wirklich nicht in die Höhle und nass wird man zu 100 Prozent. Wir schließen unsere Taschen ein, bekommen eine Kerze in die Hand gedrückt und werden in die Tropfsteinhöhle geführt.

Das besondere an der Höhle ist, dass sie zum Teil mit Wasser gefüllt ist. Am Anfang können wir noch durch das (wirklich kalte!) Nass waten, doch schon bald wird es so tief, dass man nicht mehr stehen kann. In der einen Hand die Kerze, die andere Hand an einem Seil verkrampft, das durch die Höhlen führt, schwimmt man also voran. Der Guide malt uns eine Art Kriegsbemalung ins Gesicht mit einer schwarzen Farbe bzw Substanz, die an den Steinen klebt und von der ich gar nicht so genau wissen will, was es tatsächlich ist. Das Adrenalin strömt durch unsere Körper als wir rutschige Leitern oder kleine Wasserfälle (!) hoch oder herunter klettern und durch enge Löcher rutschen. In der Mitte der Route durch die Höhle kann man einen Wasserfall hinaufklettern, der ca. 4 Meter hoch ist und anschließend herunter ins Wasser springen. Das macht aber kaum jemand, da das Wasserbecken, in dem man landet, wohl grade mal 2 Meter tief sein soll. Auf dem Weg zurück soll ich durch ein enges Loch im Gestein rutschen, durch das ich nicht mal hindurchschauen kann, da es so dunkel ist. (Die Feiglinge können auch die Leiter nehmen.) Als ich im Wasser lande, gehe ich kurz unter und beim Auftauchen stoße ich mir dummerweise den Kopf an einem Felsvorsprung über mir. Ich bin kurz ganz zittrig, was aber auch an der Temperatur des Wassers liegen könnte, und man sieht eine kleine Beule, aber mir geht es gut. Als wir wieder aus der Höhle kommen, fühlt es sich fast surreal an, wieder im hellen Sonnenlicht zu stehen, doch ich bin froh, mich endlich wieder aufzuwärmen. Trotzdem war es ein unglaubliches Erlebnis, ich bekomme das Lachen gar nicht mehr aus meinem Gesicht! Ich hätte unheimlich gern eine GoPro dabei gehabt bei diesem Abenteuer! Leute, die unter Klaustrophobie leiden, sollten sich jedoch zwei mal überlegen, ob sie die Höhle besuchen wollen.

Wir spazieren zu dem Wasserfall, in dem das unterirdische Wasser und das der Becken wieder zusammenfließt. (Siehe oben). Von hier aus kann man die wunderschönen Becken jedoch noch nicht sehen, da wir unterhalb stehen. Wir machen einen kurzen Fotostop und machen dann weiter vorne am Fluss wieder Halt, um unser Lunchpaket zu essen.

Die Sonne prallt herunter, es ist wirklich sehr heiß und ich habe ein wenig Kopfschmerzen, doch endlich fängt der Teil an, wegen dem wir überhaupt eigentlich hergekommen sind: Die Wasserbecken Semuc Champey! Zunächst wandern wir zum Aussichtspunkt auf einen Berg hinauf. Nach einer halben Stunde, zu vielen Stufen und noch mehr Schweiß kommen wir endlich oben an, doch die Anstrengung hat sich so gelohnt! Die Aussicht ist wirklich unglaublich und die Wasserbecken sogar noch schöner als in meiner Vorstellung! Ich hatte ein wenig Sorge, dass die Farbe des Wassers vielleicht nicht so schön sein könnte, da ja momentan Regenzeit ist in Zentralamerika, aber es ist wunderschön Türkis! Eingerahmt von hohen Bergen und Wald zu beiden Seiten ist die Kulisse von Semuc Champey wirklich atemberaubend schön!

Dann geht es an den nicht ganz so anstrengenden Abstieg zum Ufer der Becken. Dort schließen wir wieder unsere Sachen ein und baden in den Becken, deren Wasser kristallklar und wirklich herrlich ist. Wir verbringen ca 2 Stunden damit, von Becken zu Becken zu klettern, zu planschen, Fotos zu machen und auf den algenbewachsenen Steinen zu rutschen. Es gibt auch kleine Fische im Wasser, die einen anknabbern, wenn man lange genug still dasteht. Außerdem sind vergleichsweise wirklich wenig Touristen hier.

Auf diesem Bild sieht man, wie das Wasser wirklich aussah. Die Farbe kommt auf den anderen Bildern leider nicht so gut rüber.

Wir fahren auf dem gleichen, wackeligen Transporter zurück zur Lodge und gehen dort direkt in den Pool, da wir unsere nassen Badesachen sowieso noch anhaben. Außerdem bekommt man ein Bier aufs Haus, wenn man einen Bewertungsbogen über die Tour ausfüllt, wozu natürlich keiner nein sagt. Wir machen schöne Sonnenuntergangsbilder und genießen die wunderschöne Landschaft um uns herum. Morgen werde ich auch mal genaueres über das Hostel schreiben, denn es ist wirklich wunderschön!

Bryan, ich und Alina

Abends essen wir noch lecker und verbringen Zeit mit den anderen Backpackern im Hostel, die Atmosphäre ist einfach zu schön, als dass man sich aufs Zimmer zurückziehen könnte!

¡Hasta luego!

Theresa

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