Wochenendtrip: Rafting und Manuel Antonio

Laut, vibrierend und unbarmherzig reißt mich mein Wecker um 4:45 Uhr aus dem tiefen Schlaf, in den ich bis gerade eben noch versunken war. Auch wenn mich die frühe Stunde diese Entscheidung gründlich überdenken lässt, packe ich schnell meinen Rucksack und laufe zum Bus, um nach San José zu fahren. Heute, am Samstag, dem 2. November, gehe ich mit zwei Freundinnen Raften auf dem Rio Pacuare. Der aufmerksame Leser hat sich vielleicht gemerkt, dass ich in La Fortuna vor ca einem Monat auch schon mal Raften war, aber auf einem anderen Fluss und mit einem anderen Anbieter. Der Pacuare Fluss soll einer der besten und schnellsten Flüsse für sowas sein und ich freue mich sehr, nochmal diesen Nervenkitzel zu verspüren. Durch die regenreichen letzten Wochen ist er wohl auch sehr schnell, (gefährlich), und vor allem noch abenteuerlicher.

Bevor wir aufs Boot können, müssen wir jedoch noch eine lange Strecke zurücklegen. Wir werden in San José abgeholt und fahren fast bis an die Karibikküste, wo wir erst einmal im Basislager des Rafting Anbieters frühstücken. Danach ziehen sich alle um, die Wertsachen werden eingeschlossen und es geht endlich los!

Im Bus fahren wir nochmal ein paar Minuten den steilsten Schotterweg hinunter, den man sich nur vorstellen kann, zu der Stelle im Fluss, wo wir in die Boote steigen. Unser Instructor ist super sympathisch und es macht großen Spaß. Es gibt viele Stromschnellen verschiedener Schwierigkeitsgrade, das Wetter spielt auch größtenteils mit. Insgesamt gibt es aber intensivere Stromschnellen als beim letzten Mal in La Fortuna – an einer Stelle fallen sogar drei Leute gleichzeitig (natürlich ungewollt) aus dem Boot und müssen gerettet werden. Im ersten Moment ein großer Schock, im zweiten sehr lustig. Kurz vor dem Ende halten wir an einer idyllischen Stelle des Flusses an und essen am Ufer zu Mittag – es gibt köstliche Tortillas oder Sandwiches. Dann fahren wir noch ein kleines Stück in den Booten, bevor wir wieder am Basislager ankommen, duschen und uns für den Rückweg bereit machen. Ich glaube, insgesamt hat mir das Rafting dieses Mal sogar mehr Spaß gemacht. Die Landschaft fand ich dieses Mal entlang des Pacuare Flusses noch schöner und adrenalinreicher war es in jedem Fall! Wir kaufen uns sogar die Bilder, die ein Fotograf ab und zu vom Ufer aus von uns gemacht hat.

Am nächsten Tag, dem Sonntag, dem 03. November, klingelt mein Wecker sogar noch früher. Um genau 04:08 Uhr. Ich suche schnell meine sieben Sachen zusammen und schleppe mich zur Bushaltestelle, um den Bus zu nehmen, der laut meiner App um 4:36 Uhr kommen soll. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass es Sonntag ist, oder einfach daran, dass ich in Costa Rica bin, aber jedenfalls kommt der Bus nicht. Aus Zeitnot bestelle ich mir dann ein Uber, denn ich treffe mich mit meiner Freundin Linea, um mit ihr zum Strand zu fahren. Wir nehmen den öffentlichen Bus um 6 Uhr morgens nach Manuel António, wo es einen sehr bekannten Nationalpark und schöne Strände gibt.

Auf der Fahrt dösen wir ein wenig und als wir nach ca drei Stunden Fahrt in Manuel António ankommen, werden wir von glühender Sonne und heißen Temperaturen begrüßt. Ich möchte erst einmal mein Gepäck zum Selina Hostel bringen, denn da meine Gastfamilie für ein paar Tage weggefahren ist, habe ich selbst die Möglichkeit, ein wenig länger hier zu bleiben. Also laufen wir ca eine halbe Stunde lang bergauf über kurvige Straßen zum Hostel. Der Abstieg ist schon viel leichter und Linea und ich sind heilfroh, als wir uns endlich im Meer abkühlen können. Die Wellen sind ziemlich hoch und die Strömung sehr stark, sodass man nicht so gut schwimmen kann, aber dafür ist der Strand und die Umgebung einfach wunderschön.

Mittags essen wir leckere Burger, schießen ein paar Bilder und genießen das warme prickeln, das die Sonne auf der Haut erzeugt, das Salz, das sich auf den kleinen Härchen auf den Armen absetzt, das beruhigende Rauschen der Wellen und den feinkörnigen, feuchten Sand zwischen den Zehen. Außerdem bietet sich uns ab kurz nach fünf Uhr nachmittags ein spektakulärer Sonnenuntergang, der dem wunderschönen Tag noch das Sahnehäubchen aufsetzt.

Leider muss Linea gegen 6 Uhr wieder zurück in die Stadt fahren, da sie am nächsten Tag wieder arbeiten muss. Ich koche in der Küche des Hostels köstliche Quesadillas und genehmige mir noch einen köstlichen Piña Colada.

Am nächsten Tag hatte ich eigentlich vor, den Nationalpark Manuel Antonios zu besuchen, doch leider stellt sich heraus, dass dieser an Montagen geschlossen ist. Auch wenn das sehr schade ist, beschließe ich, mir eben stattdessen noch einen schönen Tag am Strand zu machen, ein wenig auf der Dachterrasse des Hostels zu bloggen und über meine zukünftigen Pläne nachzudenken und zu planen. Ich treffe sogar per Zufall einen Spanier, der am Samstag mit uns das Rafting gemacht hat, wieder! Er ist weitergereist nach Manuel António und übernachtet auch im Selina Hostel – so klein ist die Welt!

Das erste Mal in Costa Rica habe ich tatsächlich einen Affen gesehen! In Manuel Antonio sieht man sie wirklich überall und dieser hier war ganz besonders frech- zum Glück war das nicht mein Rucksack!

Gegen Abend treffe ich ein paar sehr nette Leute aus England, mit denen ich Pizza essen gehe und noch ein Bierchen trinke. Das liebe ich an Hostels: dass man immer nette Leute trifft, mit denen man sich unterhalten kann oder zusammen Dinge unternehmen kann, auch wenn man sich eigentlich gar nicht kennt.

Alles in allem war es ein wunderschönes Wochenende und ich konnte mich sehr erholen! Ich hoffe, der Post hat euch gefallen und ihr genießt das kalte Wetter in Deutschland (hehe).

¡Pura Vida!

Theresa

Ein Kommentar zu “Wochenendtrip: Rafting und Manuel Antonio

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