Auf meiner Reise durch Zentralamerika habe ich beide Seiten kennengelernt: erst bin ich eine Weile mit einer Reisegruppe und Tourguide gereist und am Ende hatte ich noch ca 10 Tage „allein“ (mit zwei Freunden) in Guatemala.
Zuerst vorneweg: ich habe meine Reise über Moja Travels gebucht, aber eigentlich ist die Reise vom kanadischen Anbieter G-Adventures. Meine Reise war eine für junge Leute (d.h. zwischen 18 und 39 Jahren) für 18 Tage durch Zentralamerika. Wir waren, glaube ich, 13 Reisende und ein Tourguide aus Honduras.
Ich möchte heute mal verschiedene Aspekte und Vor- und Nachteile beider Reisestile beleuchten, wobei dabei natürlich auch viel subjektive Meinung ist.
In Gruppen
Man hat immer Gesellschaft und lernt automatisch nette Leute kennen, mit denen man die ganze Zeit über reisen kann und als neue Freundesgruppe betrachten kann. Je nach dem, welche Menschen in so einer Gruppe sind, kann das natürlich auch schiefgehen – ich habe auch schon von Gruppen gehört, die sehr unharmonisch waren und in denen man nicht gerne gereist wäre, aber ich hatte da großes Glück. Unsere Gruppe war sehr lustig und aufgedreht und ich habe wirklich gute neue Freunde gefunden.
Natürlich muss man sich auch auf Bedürfnisse anderer einstellen. Das ist klar, wenn man als Gruppe reist, kann man nicht nur den eigenen Willen durchsetzen und muss sich oft auf Kompromisse einlassen, aber das muss man immerhin auch, wenn man in kleinen Gruppen oder nur zu zweit reist. Viel an Privatsphäre kann man außerdem auf einer solchen Reise auch nicht erwarten, ist man doch fast immer in großen Schlafsälen untergebracht.
Selbst muss man sich um nichts kümmern! Die Reiseroute ist festgelegt und auch um Hostels oder Transporte muss man sich keine Sorgen machen. Das erleichtert einem vieles, vor allem in Ländern in Lateinamerika, da hier doch alles eher langsam und ungeordnet von statten geht. Mir persönlich war jedoch gar nicht so wichtig, dass alles schon vorher und für mich erledigt wird. Das kann ich auch ganz gut selbst, glaube ich. Für mich war wichtig, dass ich auf diese Weise quasi ans Backpacken und an Lateinamerika herangeführt wurde. Ich war zuvor noch nie außerhalb von Europa und auch noch nie wirklich Backpacken und konnte so beides erstmal kennenlernen, ohne dass ich quasi direkt in kaltes Wasser geschmissen wurde. Ich bin doch noch recht jung und die Länder und Kulturen hier sind so anders als das, was wir Europäer gewöhnt sind. Da hat es mir geholfen, durch die geführte Reise zu verstehen, wie sowas hier funktioniert und konnte mir ein paar Tips und Tricks merken. Natürlich bin ich jetzt kein Experte, aber es hat definitiv geholfen.
Man erlebt Sachen, die man allein nicht erlebt hätte. Das stimmt definitiv, vor allem, weil man einen Tourguide hat, der sich in der Gegend wirklich gut auskennt. Bryan hat uns auf unserer Reise oft Hintergrundinformationen und Fakten über die einzelnen Länder gegeben und kannte die einzelnen Stationen so gut, dass er uns oft Geheimtipps geben konnte, die sowohl unsere Geldbeutel geschont haben, als auch bessere oder privatere Einblicke in die Kultur oder einzelne Sehenswürdigkeiten gaben. Die Hot Springs in La Fortuna zum Beispiel hätten wir ohne ihn nie gefunden. Es gibt viele Hostels oder Spas, die vom den Quellen profitieren und richtig viel Eintritt verlangen. Bryan hat uns eine Stelle gezeigt, wo Einheimische oft selbst Baden und die komplett kostenlos ist. Dafür natürlich auch nicht luxuriös hergerichtet und ohne Minibar, aber dafür war es viel intimer und natürlicher. Oder als wir den Vulkan in Cerro Verde hochgewandert sind und den Krater und die Pfade quasi für uns alleine hatten. Oder als Bryan uns in Copán Ruinas den besten und lustigsten Guide besorgt hat, dem man sich hätte wünschen können. Oder, oder, oder. Bestimmt kann man vieles davon auch allein herausfinden, aber sicherlich nicht alles.
Alleine Reisen
Freier in Entscheidungen. Das ist meiner Meinung nach das, was mir am meisten daran gefällt, allein zu reisen Bzw mir am meisten während unserer geführten Reise gefehlt hat: Nicht alles im Voraus geplant zu haben und in vielen Sachen spontan und variabel zu sein. Mit der Gruppe war alles von vornherein geplant und wir mussten uns an den Zeitplan und die Reiseroute halten. Da war kein Platz für einen spontanen Abstecher zu einem anderen Ort oder noch eine Nacht länger im wunderschönen Hostel, einfach weil man sich gerade danach fühlt, so wie Alina, Bryan und ich es in der Zephyr Lodge in Guatemala gemacht haben. Für die 18 Tage unserer geführten Reise empfand ich diese Einschränkungen nicht schlimm, aber danach war ich doch froh, selbst zu entscheiden, wann ich wohin möchte. Mit unserer geführten Tour waren wir höchstens drei Tage an einem Fleck, bevor wir weiterziehen mussten. Teilweise war das sehr anstrengend.
Man ist nie wirklich allein. Natürlich wird man oft allein sein Bzw nur mit seinen wenigen Reisekumpanen, aber wenn man in Hostels in Schlafsälen übernachtet und sich dort nicht nur in seinem Bett verkriecht, trifft man zwangsläufig ganz viele nette Leute. Die Erfahrung habe ich sowohl in meinem Dreiergespann in Guatemala gemacht, als auch, als ich vor ein paar Wochen für ein paar Tage ganz allein nach Manuel António in Costa Rica gefahren bin (der Post dazu kommt bald!). Gerade in den Selina Hostels ist immer was los und man trifft ganz viele Menschen, die auch alleine reisen und liebend gern neue Freundschaften schließen. Natürlich werdet ihr nicht direkt beste Freunde fürs Leben werden, aber ich habe sehr nette Leute getroffen, mit denen man zumindest einen schönen Abend oder ein paar schöne Tage verbringen kann. Und wer weiß- wenn man jemanden findet, der ähnliche Reiseziele hat, kann man sich ja für die nächsten Etappen sogar zusammenschließen.
Es ist um einiges günstiger, allein zu reisen. Das ist einfach ein Fakt und dagegen kann man auch schlecht argumentieren. Nicht nur, dass geführte Reisen wie von G-Adventures an sich schon sehr teuer sind- man muss ja auch noch Aktivitäten und Verpflegung dazu rechnen. In unserer Gruppe sind wir praktisch jeden Tag Essen gegangen. Natürlich haben wir meistens die billigsten Lokale genommen, aber auch da muss man sich in der Regel dem Gruppenwillen fügen, wenn man nicht allein zurück bleiben will. Öfter hatten wir auch keine Küche in Unterkünften und somit keine Gelegenheit, selbst zu kochen. Aber allein der Grundpreis einer geführten Reise fällt natürlich viel teuerer aus. Wenn man sich anschaut, dass man laut Backpackern Experten wie dem Southtraveler 2 Wochen Südamerika in ca 500€ schaffen kann (je nach eigenen Ansprüchen natürlich) und Anbieter wie G-Adventures für die gleiche Dauer Reisen ab 3.000€ anbietet, spricht das glaube ich für sich.
Natürlich kann es anstrengend sein, alles selbst planen zu können. Natürlich weiß man manchmal nicht weiter oder ist überfordert. Natürlich ist man sich manchmal nicht sicher, ob man eine Reise allein auf die Beine stellen kann. Aber meiner Meinung nach sollte man das alles eher als Herausforderung sehen, als sich von Anfang an davon einschüchtern zu lassen. Und auch wenn man es vielleicht während der Reise gar nicht so mitbekommt, bin ich fest davon überzeugt, dass es das eigene Selbstbewusstsein unheimlich stärkt. Man wird verantwortungsbewusster und weltoffener, einfach, weil man gezwungen ist, sich mit anderen Kulturen und Menschen auseinanderzusetzen, manchmal auf einer Sprache, die man nicht spricht, mit Händen und Füßen. Alleine Reisen trägt also viel zur eigenen Charakterstärke bei.
Fazit
Selbstverständlich hat beides seine Vor- und Nachteile und jeder muss für sich wissen, was am besten zu einem passt. Natürlich ist es auch nochmal ein Unterschied, ob man ganz alleine reist oder nur zu weit oder ein kleinen Gruppen. Ich für meinen Teil bin glaube ich, auf lange Zeit gesehen, eher jemand, der allein oder in kleinen Gruppen, also individuell reist. Ich muss jedoch auch sagen, dass die geführte Gruppenreise mir sehr geholfen hat, sicherer zu werden und mich ein wenig vertrauter zu machen mit Zentralamerika. Es war eine einmalige Erfahrung und war sicherlich nicht meine letzte Reise in dem Stil, aber ich möchte insgesamt doch die Vorteile, Freiheiten und die Spontanität, die man als individueller Reisender macht, nicht missen.
Welche Art, zu reisen, präferiert ihr?
Theresa
Mir geht es ähnlich – ich habe beides erlebt und beides geliebt. Das Alleinereisen fordert einen aber ganz anders und hinterlässt das gute Gefühl, alles selber organisiert und erlebt zu haben wie man es selber haben wollte, auch wenn manches vielleicht nicht ganz gerade ging.
LikeGefällt 1 Person
Ja das stimmt! Ich bin gespannt, wie meine nächsten Reisen wohl so werden!
LikeLike
Wedding Venue in Delhi
Wedding Venues in Delhi is here to help you find and book the perfect place for your special day. We offer a range of wedding services to make your wedding planning easy and stress-free. We can also customize your wedding according to your budget and preferences.
LikeLike