Tag 15 – Copán Ruinas

Der 11. September beginnt im Café Walchez, in dem ich einen Cappuccino und ein Croissant mit Marmelade frühstücke. Danach werden wir von einem Guide (aber nicht Bryan) abgeholt, der uns zu den Maya Ruinen bringt! Der Weg dorthin ist nicht sehr weit, vom Stadtzentrum aus läuft man in etwa 15 Minuten. Der Eintritt kostet $18 der Guide $5. Die Währung in Honduras heißt übrigens Lempira. Ein Euro entspricht nach aktuellem Stand 27,15 Lempira.

Der Guide ist ein sehr sympathischer Mann, der die Sache mit viel Humor angeht. Er kann ein paar Wörter Deutsch und wirft so ab und zu einfach so ein wenig Deutsch in seine Erklärungen ein. Er weiß außerdem unheimlich viel und es ist wirklich interessant, ihm zuzuhören. Bevor wir die ersten richtigen Maya Tempel sehen, kommen wir jedoch an Papageien vorbei, die hier im Park frei leben. Ich bin davon hellauf begeistert und schieße tausend und ein Foto.

Die Tempel und Bauten, die wir danach sehen, sind noch erstaunlich gut intakt. An manchen Steinen ist sogar noch original die Farbe, die die Inka vor Jahrhunderten verwendet haben. Die Tempel waren übrigens, im Gegensatz zu den Pyramiden im alten Ägypten, nur selten Grabmäler, sondern dienten vor allem als Opferstätte. Außerdem würde jedem König, der als Gott angesehen wurde, ein solcher Tempel gewidmet. Dieses heilige Gebäude wurde dabei als lebendig angesehen. Wenn also ein König verstarb, wurde nicht nur er begraben, sondern auch sein Tempel. Es wurde einfach ein größerer über den „toten“ Tempel gebaut, ganz nach dem Prinzip der russischen Matroschka waren viele Bauten also ineinander verschachtelt. Ich hätte solch einen Tempel zu gerne auch mal von innen gesehen, zumal die Maya auch ganze Städte unterirdisch bauten. Leider war aber keiner der Gebäude von innen zugänglich, zumindest nicht für Touristen. Übrigens hoffe ich, dass ich das noch alles richtig wiedergebe, ich habe mir versucht, das meiste zu merken bzw aufzuschreiben.

Zwar ist das Schild ein wenig verwittert, doch man kann erkennen, wie unter dem Tempel, den ihr auf dem Bild darüber seht, noch mehr Tempel gebaut sind. Übrigens ist rot die Farbe des Todes und des Blutes und da die Tempel ja starben, strich man sie rot. Außerdem erkennt man, wie die Gebäude ursprünglich aussahen.
Man erkennt noch die selbe Farbe, die die Maya verwendet haben.

Außerdem erklärt uns unser Guide das Zählsystem der Maya. Deren Zahlen und Zählweise basieren nämlich, nicht wie bei uns, auf der Zehn, sondern auf der Zwanzig. Unser Guide hat die Zeichen mit einem Stock auf den Boden gezeichnet. Damit man es auf dem Foto besser erkennen kann, habe ich versucht, die Linien ein wenig nachzuzeichnen.

Erst einmal zu den einzelnen Zeichen. Die Striche, die ihr rechts und links seht, bedeuten jeweils fünf. Die Punkte bzw. Kreise stehen jeweils für eins. Das augenförmige Zeichen steht für die Null.

Um Kombinationen und Jahreszahlen zu erklären, benutze ich der Verständlichkeit halber ein Bild aus dem Internet.

http://informatik.rostfrank.de/info/lex01/pics/maja_zahlen/maya_zahlen_umrechnen01c.gif

Diese Symbole können beliebig Kombiniert werden. Ganz links auf dem oberen Bild sind zum Beispiel drei Striche mit vier Punkten kombiniert. 3 mal die 5 ergibt 15 und wenn man dazu 4 mal die 1 addiert, ergibt das insgesamt 19. Nicht so schwer. Um jetzt größere Zahlen zu bilden, werden die einzelnen Zahlenkombinationen nebeneinander geschrieben, wie oben abgebildet, und multipliziert. Dabei sind die 19 ganz rechts die Einer, die mit 20^0= 1 multipliziert werden, also ist das Ergebnis 19. Die 9 links nebendran entspricht den Zwanzigern (20^1=20), also wird die 9 mit 20 multipliziert, was 180 ergibt. So wird fortgefahren, bis am Ende alle Zahlen addiert werden. So kommt man in diesem Beispiel auf 7399.

Nächstes Beispiel, diesmal wieder im Sand: wir fangen unten bei den Einern an. 3*5 (die Striche) + 4*1 (die Punkte) = 19. Multipliziert mit 1 ist das immer noch 19. Zweite Etage. Die 0 Wird mit 20 multipliziert, also ist das Ergebnis 0. Oberste Zeile. Ein Strich (also 5) wird mit 400 multipliziert, was 2000 ergibt. Alles zusammen addiert (siehe Spalte ganz rechts) ergibt 2019. Die Symbole in der Mitte ergeben also kombiniert 2019.

Das alles fand ich sehr interessant. Außerdem sehen wir eine Grabkammer, die vor vielen Jahren ausgeraubt wurde, und eine Art Fußballstadion, nur dass damals natürlich kein Fußball gespielt wurde, sondern tatsächlich eine Art Volleyball, nur dass man den Ball nur mit Gelenken berühren durfte, also mit der Hüfte, den Ellenbogen, den Knien, nicht aber mit Händen oder Füßen, wie heute in vielen Sportarten.

Mein Kopf ist vollgestopft mit neuen Informationen und interessanten Fakten als wir den Park verlassen. Wir verabschieden uns von dem Guide, der wirklich sehr informativ und sympathisch war, und nehmen ein TucTuc zurück zum Hostel. Dem Besuch der Maya Ruinen empfehle ich unbedingt jedem, der mal in Mittelamerika ist. Noch beeindruckender sollen ja die Tikal Ruinen in Guatemala sein, mal sehen, ob es mich noch dorthin verschlagen wird.

Nachmittags passiert nicht mehr viel. Ich fühle mich auf einmal ein wenig erkältet und schlapp und Alina hat Kopfschmerzen, sodass wir uns erstmal noch auf dem Hotelzimmer ausruhen. Gegen Abend gehen wir nochmal raus und finden tatsächlich jeweils ein Kleid, das wir uns kaufen. Außerdem kaufen wir ein paar Snacks für die morgige Fahrt und treffen die anderen zum Abendessen in einem kleinen Imbiss bzw Restaurant. Dort gibt es Baleadas, die typisch sind für Honduras. Es sind (wer hätte es gedacht) Tortillas, die mit allerlei gefüllt sind. Im Gegensatz zu den Pupusas in El Salvador werden die Zutaten nicht schon vor dem Backen mit dem Teig vermischt, die Baleadas werden erst nachträglich befüllt und sind außerdem größer. Obwohl das alles sehr ähnlich klingt, schmecken die Gerichte sehr unterschiedlich. Die Baleadas sind sehr sehr lecker, sie schmecken mir zum Beispiel besser als die Pupusas. Zudem sind sie wirklich sehr günstig.

Ich hoffe, der Post war nicht zu lang und zu verwirrend. ¡Hasta luego!

Theresa

2 Kommentare zu „Tag 15 – Copán Ruinas

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