Am zweiten offiziellen Tag der Reise, dem 28. August 2019, geht es für uns schon morgens auf zum nächsten Ort. Wir verlassen San José in einem sogenannten „Chicken“ Bus (normalerweise sollte man diese vermeiden, doch in Costa Rica sind sie sicher) zum Örtchen La Fortuna. Es liegt nordwestlich von der Hauptstadt und auf der (sehr kurvigen) vierstündigen Fahrt haben wir einen wunderschönen Blick auf Costa Ricas ländlichere Gegenden.
Wieder sind wir in einem Selina Hostel untergebracht und dieses ist noch viel schöner und größer als das in San José. Es ist sehr offen gestaltet und überall finden sich Möglichkeiten, sich hinzusetzen, die Natur zu betrachten oder es sich gut gehen zu lassen. Generell sind die Selina Hostels wohl sehr verbreitet in Zentral- und Südamerika. Ich kann sie wirklich nur empfehlen, denn sie sind sehr hübsch, man hat seine eigene Küche und ein Bett im Schlafsaal kostet wirklich nicht viel (ca 10€). Das nur am Rande.

La Fortuna ist ein kleines, verschlafenes Städtchen, das an sich nicht viel zu bieten hat. Es gibt viele kleine Souvenirshops, Bars und Restaurants, doch beeindruckend ist in der Gegend vor allem die Natur. An wolkenfreien Tagen sieht man den Arenal, der aktivste und zugleich jüngste Vulkan Costa Ricas. Am Fuße dieses Vulkans liegt außerdem der Arenal-See, in dem viele Flüsse münden, und unweit davon liegt der berühmte Wasserfall „La Fortuna“, von dem der Ort wohl seinen Namen hat.
Am nächsten Morgen, dem 29. August 2019, sehen wir von der Straße vor unserem Hostel tatsächlich den Arenal, wie er sich majestätisch über der Stadt erhebt.

Doch leider bleibt uns nicht viel Zeit, diesen Anblick zu bewundern, denn für heute haben einige andere aus der Gruppe und ich eine Aktivität gebucht: Rafting in einem Fluss in der Nähe, mitten im Regenwald! Beim Rafting sitzen sechs Leute und ein Instructor in einer Art Schlauchboot und paddeln den Fluss entlang. Das klingt einfach, doch der Fluss ist voller Tücken wie Stromschnellen, versteckten Felsen etc. Zusammenarbeit beim Paddeln und ein guter Instructor sind also sehr wichtig. Nach einer ausführlichen Einweisung beginnt also unser Abenteuer. Es regnet, doch das ist gar nicht schlimm, angesichts dessen, dass wir nach einigen Minuten sowieso durchnässt sind. Das Boot wird nämlich von der Strömung und den Stromschnellen hin und her gerissen und wir werden sehr nass gespritzt – doch der Instructor hat alles unter Kontrolle. Er steuert uns mit Absicht ein wenig in die rasanteren Strömungen, um alles spannender zu machen. Außerdem ist unser Instructor super sympathisch und ein richtiger Tico. (So nennen sich die Costa-Ricaner.) Mit seiner gut gelaunten, begeisterten Art, seinem ansteckenden Lache und den lauten Freudenschreien macht er das ganze noch lustiger. Immer wieder rufen wir als Team „Pura Vida!“. Das ist Spanisch, bedeutet übersetzt „pures Leben“ und spiegelt die Lebenseinstellung der Ticos, das Leben einfach so zu genießen und das Beste daraus zu machen, sehr gut wider.
Das Rafting ist aber nicht nur abenteuerlich, sondern auch wunderschön. An ruhigeren Stellen des Flusses kann man sich im Wasser treiben lassen oder schwimmen und die Natur um sich herum genießen. Der Fluß, von dem leichter Nebel Aufstieg, inmitten des üppigen, grünen Regenwalds ist wirklich atemberaubend schön. Wir sehen sogar ein, zwei außergewöhnliche Vogelarten und zwei Faultiere hoch oben in den Bäumen versteckt!
Das Sahnehäubchen wird dem Ganzen jedoch von einem ausführlichen, ganz typischen Mittagessen nach dem Abenteuer verliehen. Das Essen und frisch gepresster Saft und Kaffee sind inklusive. Das beste daran ist vor allem der Nachtisch, der aus frischer Ananas und Wassermelone besteht! Besonders die Ananas ist so, so süß und lecker – kein Vergleich zu denen in Deutschland.
Natürlich sind nach diesem Erlebnis alle sehr geschafft, doch abends wartet bereits das nächste Highlight auf uns: Bryan, unser Guide, führt uns zu einem Fluss nahe des Städtchens. Der Fluss fließt auf bzw. entlang des Vulkans und wird so von diesem auf natürliche Weise erwärmt, sodass man, mitten im Regenwald, in von der Natur geformten, kleinen Becken baden kann – mit Badewannentemperatur! Mit einigen mitgebrachten Getränken und Kerzen wird das ganze wirklich zu einem absolut wunderschönen Abend.
Übrigens nutzen auch die Einheimischen diese heißen Quellen, denn an der Stelle, an der wir waren, ist alles der Natur belassen und man bezahlt keinen Eintritt. Natürlich gibt es auch Hotels oder Spa-Thermen, die daraus Gewinn schlagen und das Ganze, nehme ich an, noch hübscher herrichten. Aber ich fand es so hundertmal schöner muss ich sagen.
Das wars von meinem zweiten und dritten Tag der Reise. Vor alle, der dritte war wirklich einer der schönsten des ganzen Trips, muss ich auch rückblickend sagen.
Es tut mir leid, dass dieses Mal nicht so viele Bilder dabei waren, aber leider hatte ich von beiden Aktivitäten am dritten Tag nur Bilder, auf denen auch andere Leute mit zu sehen sind und diese kann ich natürlich nicht einfach ohne zu fragen ins Internet stellen.
Pura Vida!
Theresa
Hört sich toll an. Bin schon gespannt auf die nächsten Einträge.
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Danke!
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Hallo
La Fortuna ist so schön. Leider hat sich mir der Arenal nicht gezeigt.
Ich weiß ja nicht wie lange du noch da bist, aber hier gibt es auch die längste Zipline der Welt. Ich hab da eine Tour gemacht mit der Zipline, Wasserfall abseilen und Reiten, alles in einem, das war echt toll. Falls du Zeit hast.
Und noch zum Thema Bus, ging bei deinem Bus das Tachometer? Bei meinem damals nicht! 🙂
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Mir wurde Ziplining in Monteverde empfohlen, aber da ich leider ein bisschen mit Höhenangst zu tun habe, ist das leider nichts für mich 🙂
Ich weiß gar nicht, ob das Tachometer ging, darauf habe ich nicht geachtet…
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