Haus
- Man wäscht Klamotten und spült Geschirr meistens mit kaltem Wasser
- Niemand besitzt eine Spülmaschine
- Die wohlhabenderen Familien haben aber eine Haushaltshilfe, die putzt, spült, oft auch kocht und fast jeden Tag der Woche kommt
- Diese Haushaltshilfen und viele (Saison-) Arbeiter kommen aus Nicaragua
- Es gibt viele Condominios (Gated Communities), also Wohnbereiche, die mit Toren und Mauern umgeben und von zusätzlichen Wächtern bewacht und abgesichert werden. Innerhalb der Condominios kann man sich aber frei und sicher bewegen
- Auch ansonsten sind die meisten Häuser mit Toren und Gittern zur Straße hin doppelt abgesichert
Verkehr
- Busfahren ist unheimlich günstig: innerhalb San Josés bezahlt man selten mehr als umgerechnet einen Euro. Von dem Ort meiner Gastfamilie aus ins Zentrum habe ich bei normalem Verkehr ca. 45 Minuten gebraucht und dafür 75 Cent bezahlt.
- Autofahren ist hier jedoch sehr chaotisch und oft aggressiv
- Es gibt nur sehr wenige Zugverbindungen
- Die, die es gibt, sind zwar nicht modern und nicht immer sauber, dafür aber sehr billig: als ich mit Freunden von Heredia nach San José gefahren bin, dauerte die Fahrt etwa eine halbe Stunde und kostete ganze 420 Colones, das sind nicht mal 70 Cent.
- Da es kaum Schranken gibt, die Gleise aber trotzdem über Straßen führen oder diese kreuzen, hupen die Züge einfach dauerhaft sehr laut, damit man gewarnt ist, dass gleich ein Zug kommt und man aus dem Weg geht oder fährt.
- Uber (eine Art billige Taxi-App) ist zwar nicht ganz legal, aber jeder benutzt es dauernd
- Theoretisch gibt es zwar wenige Fahrschulen, praktisch werden sie aber nicht benutzt. Man bringt sich stattdessen das Fahren selbst bei oder bekommt es von den Eltern gezeigt und zum Üben wird im normalen Straßenverkehr gefahren. Das ist nicht nur so üblich, sondern auch legal und auch wenn man dafür offiziell eine Genehmigung braucht, nimmt man es auch damit nicht so genau. Eine Prüfung muss man aber trotz allem bestehen, um seinen Führerschein zu bekommen.
- Es gibt eine Autobahnmaut
- Jeder Autofahrer bekommt einen Tag der Woche zugewiesen, an dem er nicht mit dem Auto durch das Zentrum San Josés fahren darf. Das dient zum einen der Umwelt, zum anderen der Entlastung des Verkehrs. (Dass das allerdings so strickt kontrolliert wird, bezweifele ich fast.)
- Für Deutsche undenkbar: in Costa Rica darf man zwischen zehn Uhr abends und fünf Uhr morgens über rote Ampeln fahren. Ausgenommen sind jedoch Fußgängerüberwege.
Schule
- Der Kindergarten wird hier tatsächlich auch el kindergarten oder (häufiger) el kínder genannt
- Zur Schule nehmen Kinder eine kleine, separate Tasche mit, in der sie ihr Pausenbrot bzw Mittagessen verstauen. Die Taschen sehen aus wie ein extra kleiner Schulranzen. Einige Erwachsene machen das auch später noch im Berufsleben.
- Schüler tragen Schuluniformen
- Die großen Sommerferien sind über Weihnachten und dauern acht bis zehn Wochen. Das neue Schuljahr beginnt also mehr oder weniger mit dem Kalenderjahr.
Sonstiges und Kultur
- Man hört hauptsächlich música latina, also lateinamerikanische Musik. Bei jungen Leuten ist vor allem Reaggetón sehr beliebt.
- Viele Ticos denken, Deutschland bestehe aus einem riesigen Oktoberfest
- Man darf an öffentlichen Plätzen weder rauchen noch trinken, also nicht in Parks, auf der Straße, etc.
- Das führt dazu, dass man hier tatsächlich kaum raucht
- Man schaut viel fern, vor allem Kinder
- Viele Ticos sind sehr religiös
- Die Ticos sind immer ein wenig verpeilt und zu spät, aber sehr liebenswürdig
- Einige werden plötzlich viel freundlicher, wenn sie merken, dass man nicht aus den USA kommt
- Wie so ziemlich jede Nation sind auch die Ticos fußballverrückt
- Niemand scheint Zeitung zu lesen – tatsächlich habe ich noch nie eine Zeitung aus Papier gesehen!
Natürlich würden mir noch mehr lustige und interessante Fakten und Umstände über Costa Rica einfallen, aber vielleicht mache ich einfach mal einen zweiten Teil 😉 Für heute konntet ihr mein derzeitiges Zuhause ein bisschen besser kennenlernen, jetzt wünsche ich euch noch ein hoffentlich verschneites Wochenende.
¡Pura Vida!
Theresa
Von wegen verschneit! 6°C bei Dauerregen. Dann lieber bei Costa-Ricanischen Temperaturen mit kaltem Wasser spülen.
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