Tag 22 – Lanquín

Nach einem leckeren French Toast- Frühstück machen wir drei uns am 19. September mit einigen anderen Reisenden auf zu dem Ausflug nach Semuc Champey! Ich habe mich so lange darauf gefreut! Semuc Champey liegt ca 12km von Lanquín entfernt und bedeutet übersetzt (nicht aus dem Spanischen, sondern wohl aus einer indigenen Sprache) „dort, wo das Wasser verschwindet/ sich versteckt“. Es besteht aus vielen türkisfarbenen Wasserbecken, die vom Río Cahabón gespeist werden. Der Fluss teilt sich zu Beginn der Becken, sodass ein Teil des Wassers durch die Becken, ein anderer Teil jedoch unterirdisch weiter fließt. Am Ende mündet beides in einem kleinen Wasserfall. Ich habe so viel darüber gelesen und wunderschöne Bilder angeschaut, dass ich es kaum erwarten kann, dieses Wunder der Natur endlich mit eigenen Augen zu sehen! Wir haben dem Ausflug über unser Hostel, die Zephyr Lodge gebucht. Inklusive sind auch der Transport, ein Mittagessen, ein Guide und ein Besuch der Tropfsteinhöhlen ganz in der Nähe. Insgesamt kostet das ganze 185 Quetzales pro Peron, was ca 21€ entspricht und angesichts dessen, was einem geboten wird, meiner Meinung nach ein sehr guter Preis ist.

Wir werden mal wieder auf der Ladefläche eines ziemlich wackligen Transporters mitgenommen, das kostet ganz schön viel Armmuskelkraft, sich an den paar Stangen festzuklammern. Aber jemand hat seine Musikbox dabei, die Sonne scheint, es ist super warm und wir haben richtig gute Laune.

Dort angekommen werden wir prompt umschwärmt von sämtlichen Einheimischen, die alle Bier und Wasser verkaufen und die man kaum abschütteln kann. Wir treffen auf unseren Guide und den Rest der Gruppe, mit der wir heute den Ausflug machen werden. Wir ziehen uns Badesachen an und schnappen uns Badeschuhe. Alina und ich haben uns in Costa Rica, in Monteverde Wasserschuhe gekauft für das Wildwasserrafting, die können wir jetzt wiederverwenden, aber für wenig Geld kann man sich auch welche leihen, denn ohne Schuhe sollte man wirklich nicht in die Höhle und nass wird man zu 100 Prozent. Wir schließen unsere Taschen ein, bekommen eine Kerze in die Hand gedrückt und werden in die Tropfsteinhöhle geführt.

Das besondere an der Höhle ist, dass sie zum Teil mit Wasser gefüllt ist. Am Anfang können wir noch durch das (wirklich kalte!) Nass waten, doch schon bald wird es so tief, dass man nicht mehr stehen kann. In der einen Hand die Kerze, die andere Hand an einem Seil verkrampft, das durch die Höhlen führt, schwimmt man also voran. Der Guide malt uns eine Art Kriegsbemalung ins Gesicht mit einer schwarzen Farbe bzw Substanz, die an den Steinen klebt und von der ich gar nicht so genau wissen will, was es tatsächlich ist. Das Adrenalin strömt durch unsere Körper als wir rutschige Leitern oder kleine Wasserfälle (!) hoch oder herunter klettern und durch enge Löcher rutschen. In der Mitte der Route durch die Höhle kann man einen Wasserfall hinaufklettern, der ca. 4 Meter hoch ist und anschließend herunter ins Wasser springen. Das macht aber kaum jemand, da das Wasserbecken, in dem man landet, wohl grade mal 2 Meter tief sein soll. Auf dem Weg zurück soll ich durch ein enges Loch im Gestein rutschen, durch das ich nicht mal hindurchschauen kann, da es so dunkel ist. (Die Feiglinge können auch die Leiter nehmen.) Als ich im Wasser lande, gehe ich kurz unter und beim Auftauchen stoße ich mir dummerweise den Kopf an einem Felsvorsprung über mir. Ich bin kurz ganz zittrig, was aber auch an der Temperatur des Wassers liegen könnte, und man sieht eine kleine Beule, aber mir geht es gut. Als wir wieder aus der Höhle kommen, fühlt es sich fast surreal an, wieder im hellen Sonnenlicht zu stehen, doch ich bin froh, mich endlich wieder aufzuwärmen. Trotzdem war es ein unglaubliches Erlebnis, ich bekomme das Lachen gar nicht mehr aus meinem Gesicht! Ich hätte unheimlich gern eine GoPro dabei gehabt bei diesem Abenteuer! Leute, die unter Klaustrophobie leiden, sollten sich jedoch zwei mal überlegen, ob sie die Höhle besuchen wollen.

Wir spazieren zu dem Wasserfall, in dem das unterirdische Wasser und das der Becken wieder zusammenfließt. (Siehe oben). Von hier aus kann man die wunderschönen Becken jedoch noch nicht sehen, da wir unterhalb stehen. Wir machen einen kurzen Fotostop und machen dann weiter vorne am Fluss wieder Halt, um unser Lunchpaket zu essen.

Die Sonne prallt herunter, es ist wirklich sehr heiß und ich habe ein wenig Kopfschmerzen, doch endlich fängt der Teil an, wegen dem wir überhaupt eigentlich hergekommen sind: Die Wasserbecken Semuc Champey! Zunächst wandern wir zum Aussichtspunkt auf einen Berg hinauf. Nach einer halben Stunde, zu vielen Stufen und noch mehr Schweiß kommen wir endlich oben an, doch die Anstrengung hat sich so gelohnt! Die Aussicht ist wirklich unglaublich und die Wasserbecken sogar noch schöner als in meiner Vorstellung! Ich hatte ein wenig Sorge, dass die Farbe des Wassers vielleicht nicht so schön sein könnte, da ja momentan Regenzeit ist in Zentralamerika, aber es ist wunderschön Türkis! Eingerahmt von hohen Bergen und Wald zu beiden Seiten ist die Kulisse von Semuc Champey wirklich atemberaubend schön!

Dann geht es an den nicht ganz so anstrengenden Abstieg zum Ufer der Becken. Dort schließen wir wieder unsere Sachen ein und baden in den Becken, deren Wasser kristallklar und wirklich herrlich ist. Wir verbringen ca 2 Stunden damit, von Becken zu Becken zu klettern, zu planschen, Fotos zu machen und auf den algenbewachsenen Steinen zu rutschen. Es gibt auch kleine Fische im Wasser, die einen anknabbern, wenn man lange genug still dasteht. Außerdem sind vergleichsweise wirklich wenig Touristen hier.

Auf diesem Bild sieht man, wie das Wasser wirklich aussah. Die Farbe kommt auf den anderen Bildern leider nicht so gut rüber.

Wir fahren auf dem gleichen, wackeligen Transporter zurück zur Lodge und gehen dort direkt in den Pool, da wir unsere nassen Badesachen sowieso noch anhaben. Außerdem bekommt man ein Bier aufs Haus, wenn man einen Bewertungsbogen über die Tour ausfüllt, wozu natürlich keiner nein sagt. Wir machen schöne Sonnenuntergangsbilder und genießen die wunderschöne Landschaft um uns herum. Morgen werde ich auch mal genaueres über das Hostel schreiben, denn es ist wirklich wunderschön!

Bryan, ich und Alina

Abends essen wir noch lecker und verbringen Zeit mit den anderen Backpackern im Hostel, die Atmosphäre ist einfach zu schön, als dass man sich aufs Zimmer zurückziehen könnte!

¡Hasta luego!

Theresa

2 Kommentare zu „Tag 22 – Lanquín

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