An diesem Tag, dem 1. September, teilt sich unsere Gruppe auf. Der Großteil entschließt sich dazu, Ziplining und Bungee Jumping zu machen. Es heißt, Monteverde sei der beste Ort zum Ziplining, da man mit atemberaubendem Ausblick über den Nebelwald gleitet und die Strekenabschnitte sehr gut sein sollen. Da ich aber leider alles andere als ein Adrenalinjunkie bin, entschließen sich Alina und ich uns dazu, stattdessen in den Selvatura Nebelwald zu fahren und dort den Pfad der Hanging Bridges zu wandern. Wie der Name schon verrät, führt dort ein Pfad durch den Nebelwald, unterbrochen von insgesamt acht Hängebrücken, die uns einen unglaublichen Ausblick über die Täler Bzw die Baumwipfel bescheren.




Genau darauf habe ich mich so sehr gefreut! Endlich kann ich mit meiner Wanderhose durch den Regenwald laufen, ganz viele Pflanzen und Natur sehen und den Vögeln beim Singen zuhören. Natürlich waren auch die Hängebrücken ein muss – hat nicht jeder, der schon mal im Regenwald war, ein Instagram Bild auf den Brücken?

Die Tatsache, dass ich an diesem Tag 441 Bilder geschossen habe, verrät vielleicht schon, dass ich fasziniert bin von der Schönheit der Natur. Ich sehe so viele Pflanzen, die ich am liebsten alle mitnehmen und daheim einpflanzen würde!
Leider sehen wir, außer ein paar Insekten und Vögeln, keine Tiere. Für $5 kann man zwar auch noch einen Kolibri Garten besuchen, in dem es wohl auch Affen gibt, aber Alina und haben gute zwei Stunden auf dem Pfad verbracht und da die Shuttles zurück nach Monteverde nicht sehr regelmäßig fahren, müssen wir aus Zeitgründen doch schon gehen. Auch wenn ich das ganz gern gesehen hätte.
Zurück in Monteverde sterben wir fast vor Hunger und entschließen uns dazu, zu unserer Gruppe zu stoßen, die bei Taco Taco, wer hätte es gedacht, leckere Tacos isst. Auf dem Weg dorthin kommt plötzlich Nebel auf, das ist hier in den bergigen Gebieten so üblich. Aber es ist wirklich faszinierend, wie man von einem Moment auf den anderen kaum mehr seine Hand vor Augen sehen kann.

Wir ruhen uns ein wenig aus, bevor es abends schon für Alina, mich und noch ein Mädchen aus unserer Gruppe auf die nächste Tour geht: wir nehmen an einem Nightwalk teil, also quasi einer Nachtwanderung durch den Nebelwald, auf der man viele Tiere sehen soll, die nachtaktiv sind. („Nacht“ heißt hierbei jedoch grademal kurz nach 6 Uhr, da es hier dann schon stockdunkel ist!) Jeder bekommt eine Taschenlampe in die Hand gedrückt und schon geht es los. Dadurch, dass es kein abgesperrtes Gebiet ist, durch das wir laufen, sondern reine Natur, kann man davor nicht wissen, welche Tiere man sehen wird und der Guide muss sie suchen. Davor habe ich großen Respekt, weil ich bei der Dunkelheit in dem Dickicht selbst mit Taschenlampe sicherlich nicht einmal mich selbst finden würde! Aber schon nach wenigen Metern sehen wir einen rotäugigen, giftigen Frosch, eine grüne Schlange und eine Tarantel, die tatsächlich kleiner ist, als ich sie mir vorgestellt habe. Trotzdem muss ich nicht unbedingt näher an sie heran. Schon eher gefallen mir das im Halbschlaf versunkene Faultier oben in den Bäumen und ein hübscher Vogel mit schimmerndem Gefieder. Der Guide erzählt außerdem viel über das Leben der einzelnen Tierarten, die wir sehen. Faultiere verbringen zum Beispiel fast ihr ganzes Leben allein auf Bäumen. Einmal pro Woche kommen sie auf den Boden, um ihr Geschäft zu erledigten und sie suchen Artgenossen nur zur Paarung auf – alle drei bis vier Jahre gibt es also drei Sekunden langen Faultier- Sex.


Seid mir übrigens nicht böse wegen meiner einfachen Beschreibungen der Tiere, ich bin leider kein Experte und merken konnte ich mir alle exakten Namen der Tiere nicht!
Als nächstes sehen wir einen Skorpion, den der Guide mit einer speziellen Taschenlampe ausfindig macht. Ich glaube, es war UV-Licht, das den Panzer des Skorpion Neonfarben erscheinen lässt, sodass er im Dunkeln gut zu sehen ist.


Das Highlight der Tour ist jedoch ein Tier, von dem ich noch nie zuvor gehört habe: der „Mexican hairy porcupine“. Auf deutsch „Mittelamerikanischer Baumstachler.“ Googelt es mal, das mache ich nach dem Night Walk auch erstmal. Dieses Tier scheint man nicht oft zu entdecken, jedenfalls wird der Guide ganz aufgeregt bei dessen Anblick und wir müssen uns alle ganz schnell und leise versammeln, um es nicht zu verpassen. Das Tier ist jedoch ziemlich schnell und so kann ich nur ganz wenig von ihm sehen. Trotzdem war es eine witzige und spannende Erfahrung!
Ich hoffe, dieser Tag hat euch genauso gut gefallen wie mir!
Hasta mañana,
Theresa
Tolle Bilder von den „Tierchen“, vor allem das UV-Bild vom Skorpion. Der Schritt von den Hängebrücken zum Ziplining ist aber nicht mehr groß, so wie es scheint. Und wir müssen froh sein, im nächsten Leben nicht als Faultier geboren zu werden – spaßig scheint das ja nicht zu sein!
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Vielen Dank, freut mich, dass es dir gefällt!
Das stimmt allerdings, haha!
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