Mittwoch, 12. Februar, Nachmittags
Nach unserem leckeren Mittagessen gehen Diego und ich zurück Richtung Hostel, da wir an einer Free Walking Tour teilnehmen wollen, die dort beginnt. Solche Touren sind, wie der Name sagt, prinzipiell umsonst, ein Trinkgeld ist allerdings sehr erwünscht.
Die Tour führt uns an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei, die wir schon gesehen haben, aber es sind auch einige neue dabei. Außerdem erfahren wir viele Fakten und Neues über die Geschichte der Stadt. Wir kommen an dem ehemaligen Haus William Walkers vorbei, der Mitte des 19. Jahrhunderts versuchte, mehrere Staaten Mittelamerikas zu erobern und kurzzeitig sogar Präsident Nicaraguas war. Im Parque Xalteva stehen viele Säulen und Ruinen herum, die fast an solche der alten Römer erinnern. Auf der anderen Straßenseite des Parks steht eine weitere hübsche Kirche im Kolonialstil, die Iglesia Xalteva.



Nach ca einer Stunde ist die Free Walking Tour beendet und der Guide bekommt sein verdientes Trinkgeld. Wir sind durch die Sonne und Hitze ziemlich erschöpft und wollen uns erstmal im Hostel ausruhen.
Um 5 Uhr werden wir dann am Hostel für unsere nächste Tour abgeholt, auf die ich mich wirklich sehr freue: wir fahren zum Vulkan Masaya. Zwar habe ich schon einige Vulkane gesehen in meiner Zeit hier, aber dieser Vulkan ist noch aktiv und man soll Lava im Krater sehen können, das ist für mich neu.
Wir fahren also ca eine halbe Stunde zum Nationalpark, in dem der Volcán Masaya liegt und je länger wir fahren, desto tiefer sinkt die Sonne und desto röter wird der Himmel. Im Nationalpark müssen wir in einer Autoschlange warten, bis wir an der Reihe sind- jeder Besucher, bzw. Jede Besuchergruppe hat nämlich nur einen gewissen Zeitslot, in dem sie in der Nähe des Kraters sein dürfen.
Als wir aber endlich oben sind, bin ich schon beim Aussteigen absolut sprachlos von der Schönheit, die sich uns bietet. Der Vulkan hat wohl mehrere, kleine Krater. Der, in den wir hineinschauen können, ist sehr tief und in ihm sieht man tatsächlich Lava brodeln. Ich habe noch nie zuvor Lava gesehen und bin sehr begeistert darüber, das jetzt von meiner Bucketlist abhaken zu können. Der Berg hinter dem Krater erleuchtet feuerrot, der Rauch steigt dunkel und beißend aus dem Krater hervor und bringt mich mehrmals zum Husten. Je dunkler die Umgebung wird, desto besser kann man die Lava erkennen.


Auch wenn es sonst nicht viel zu sehen gibt, bin ich trotzdem einfach vom Anblick der Lava gefesselt.


Leider darf jede Gruppe nur eine bestimmt Zeit lang auf dem Vulkan verbringen, also müssen wir viel zu früh schon wieder ins Auto steigen.
Wieder im Hostel angekommen sind wir wirklich sehr müde vom Tag, aber trotzdem gehen Diego und ich noch aus, um essen zu gehen. Das weckt mich auch tatsächlich wieder ein wenig auf, sodass wir, als wir zurück im Hostel sind, noch ein paar Partien Billard spielen mit dem Deutschen, den wir heute Morgen beim Frühstück kennengelernt hatten.
Es war ein wirklich sehr ereignisreicher und spannender Tag und ich freue mich schon auf den nächsten!
¡Chao!
Theresa