Costa Rica

Willkommen zurück lieber Leser. Ich bin nun schon fast zwei Monate in Costa Rica, diesem kleinen Land in Mittelamerika, von dem man schon mal Werbung im Reisebüro gesehen hat oder von dem man den reichen Nachbarn nach seinem Urlaub schonmal Schwärmen gehört hat. Aber so wirklich viel weiß man in der Regel darüber nicht. Warum sollte man auch?

Weil es ein wunderschönes Land ist, das es immer wieder schafft, mich zu begeistern, das jeder mal besuchen sollte und das ich momentan mein Zuhause nennen kann, sodass ich euch gerne mehr darüber erzählen möchte.

Fakten (Quelle: hier)

  • In Zentralamerika, grenzt im Norden an Nicaragua und im Süden an Panama
  • Hauptstadt: San José
  • Fläche: 51.100 km^2
  • Gilt als eines der fortschrittlichsten Länder Lateinamerikas: 1984 wurde die Armee abgeschafft, um das Bildungs- und Gesundheitswesen zu fördern
  • Rund 27% der Landesfläche stehen unter Naturschutz

Essen

Reis, Bohnen, Repeat. Das scheint das Motto der Costa Ricaner zu sein, wenn es um Essen geht. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es bei meiner Gastfamilie unter der Woche jeden Tag zum Mittagessen Reis, Bohnen (Kidney Bohnen), Salat und eine Art Fleisch gibt. Das ist ohne Frage sehr lecker, doch zum Glück nicht alles, was Costa Rica an kulinarischen Köstlichkeiten zu bieten hat. (Auch wenn man das manchmal wirklich denken könnte.) Generell isst man hier viel Fleisch, Reis, Bohnen, Mais, Tortillas, Früchte an der Küste Fisch- eben hauptsächlich das, was in Costa Rica so angebaut wird.

Sprache

Natürlich wird in Costa Rica, wie in fast ganz Lateinamerika, Spanisch gesprochen. Doch auch hier gibt es sowohl regionale, als auch internationale Unterschiede. Ich habe zum Beispiel in der Schule das Castellano gelernt, also das Spanisch, das man in dem meisten Teilen Spaniens spricht und ich musste mich auf jeden Fall erstmal an das Spanisch hier gewöhnen. Was wohl am meisten auffällt, ist, dass die Aussprache anders ist. Während Castellano sehr hart klingt, ist das Spanisch hier ein wenig weicher. Außerdem wird in Spanien das c vor e und i wie das englische th ausgesprochen, hier ist es ein einfaches s. Außerdem sind, ähnlich wie beim britischen und amerikanischen Englisch, einige Begriffe anders. Speziell in Costa Rica gibt es zudem einige Ausdrücke, die nur hier verwendet werden. Pura Vida solltet ihr von meinem Blog mittlerweile schon kennen. Oft hört man auch Mae, was soviel heißt wie „Kumpel“ und die Costa Ricaner gegenseitig zueinander sagen oder als Lückenfüller zwischen die Sätze geschmissen wird.

Stadtbild

San José ist keine schöne Stadt und das ist auch nicht zu leugnen. Aber, um ehrlich zu sein, kommt auch kein Tourist nach Costa Rica, um sich nur San José anzuschauen. In costa ricanischen Städten sieht man nicht viele Hochhäuser (wegen der gelegentlichen Erdbeben) und fast alle Häuser sind zur Straße hin mit einem Stahlzaun abgesichert oder vergittert. Das mag an der hohen Kriminalitätsrate liegen, trägt aber, neben dreckigen Straßen und chaotischen Stromkabeln auch dazu bei, dass die Stadt nicht sehr einladend oder hübsch wirkt. Dazu kommt, dass eigentlich immer überall Stau ist in und um San José herum, zu fast jeder Tages- und Nachtzeit. Generell ist man hier mit dem Auto oder dem Bus unterwegs, Fußgänger oder Fahrradfahrer leben eher gefährlich. So sehen jedoch viele lateinamerikanische Städte aus.

Natürlich hat San José auch viele hübsche Gebäude und schönere Viertel, wie zum Beispiel das Barrio Escalante, von dem ich auch im letzten Blog schon ein wenig berichtet habe. An Gebäuden gefallen mir vor allem das Teatro Nacional (das Nationaltheater) oder das Postgebäude sehr gut. Außerdem liebe ich es, das man in San José, egal wo man grade ist, in der Ferne die hohen, grün bewachsenen Berge sehen kann.

Das Nationaltheater

Landschaft

Dass Costa Rica’s Landschaft unglaublich und wunderschön ist, steht wohl außer Frage. Die grünen Berge mit Nebel- und Regenwäldern in Monteverde, die heißen Strände mit hohen Wellen zum Surfen am Pazifik oder die Traumstrände mit klarem Badewannenwasser an der Karibik, Wasserfälle, Vulkane, Nationalparks- Costa Rica hat Landschaftlich wirklich alles zu bieten! Jedes Mal, wenn ich am Wochenende einen Ausflug mache und ein weiteres Stück der Flora und Fauna des Landes entdecken darf, stockt mir nicht selten der Atem vor lauter Bewunderung. Für mehr Berichte über Costa Rica’s Landschaft und was ich schon so alles gesehen habe, lest euch einfach mal meine vorherigen Beiträge durch!

Am Pazifik in Santa Teresa
Im Nebelwald in Monteverde

Klima

Das ist das Interessante an Costa Rica: es gibt innerhalb des Landes Microklimata. Während es in den Bergen zum Beispiel minutenhaft zwischen Nebel, Wolken und Regen wechselt und dauerhaft recht kühl ist, ist am Pazifik tropische Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit Programm. Generell kann man aber sagen, dass es in Costa Rica wegen seiner Nähe zum Äquator keine Jahreszeiten gibt. Stattdessen ist es eigentlich ganzjährig ziemlich warm; je nach dem, wo man sich befindet, werden es eigentlich nie unter 15 Grad. Trotzdem gibt es hier eine Regen- und eine Trockenzeit. Die Regenzeit geht ca von Mai bis November, mit dem schlimmsten Monat Oktober, und die Trockenzeit dementsprechend ungefähr von Dezember bis April. Auf meiner Reise hat es glücklicherweise fast nie geregnet, als ich dann hier in San José angekommen bin, habe ich aber vor allem im Oktober doch schnell gemerkt, dass die Regenzeit verspricht, was sie hält. Morgens hat immer die Sonne geschienen und es war sehr warm, aber ab ca 1 Uhr Mittags kamen (teilweise sehr heftige) Regenströme, jeden Tag, ohne Ausnahme. Mittlerweile wird es aber immer weniger und ich freue mich auf die Trockenzeit!

Leute

Die Ticos sind wirklich ein sehr, sehr nettes und herzliches Volk. Auch wenn sie sehr spontan sind und sich ihre Pläne von einem Moment auf den anderen ändern, auch wenn sie oft zu spät kommen und oft um den heißen Brei herum reden, sind sie meiner Meinung nach sehr angenehme Gesellschaft. Das schlägt sich auch in ihrer Redensart nieder, nennen doch viele Costa Ricaner nicht nur die eigenen Kinder, sondern auch oft jüngere Leute, die sie nicht kennen, Amor (Liebe) oder mi vida (mein Leben). Die Ticos lieben das Leben und ihr Land und genießen es in vollen Zügen, das merkt man und es steckt wirklich an!

Wie ihr vielleicht merkt, fühle ich mich insgesamt hier sehr wohl und könnte noch ewig weiter schreiben über die einzelnen Punkte, aber vielleicht werden da ja mal extra Blogposts draus. Bis dahin hoffe ich, ihr konntet einen kleinen Eindruck von meinem aktuellen Zuhause gewinnen und vielleicht habe ich euch ja sogar zum Kauf eines Flugtickets bewegen können…? 🙂

Was würde jetzt besser passen als… Pura Vida, Mae!

Theresa

2 Kommentare zu „Costa Rica

  1. Dein Post macht ja wirklich Lust, mal vorbeizukommen. Sehr fortschrittlich ist ja, dass es keine Armee mehr gibt. Allerdings scheint der Fortschritt noch nicht in der Infrastruktur (Nahverkehr, Staubekämpfung, …) angekommen zu sein.

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