Tag 12 – Cerro Verde / Suchitoto

Es ist Sonntag, der 08. September und für unsere Gruppe geht es heute zum nächsten Ort auf unserer Reiseroute. Alle schweren Backpacks werden auf den Bus geladen, doch bevor wir nach Suchitoto fahren, machen wir noch einen Halt im nahegelegenen Nationalpark Cerro Verde. Dort haben wir einen Spanisch sprachigen Guide (der Campleiter dolmetscht), der uns über die Entstehung des Nationalparks und dessen Bedeutung für El Salvador aufklärt. Außerdem zeigt er uns viele Pflanzen und Bäume und erklärt deren Eigenschaften. Theoretisch kann man von dem Pfad aus, auf dem wir den Park durchqueren, auch die Vulkane sehen, nur leider ist es an diesem Tag so wolkig und nebelig, dass wir nur weißes Nichts zu sehen bekommen.

Leider ist das Bild ein wenig unscharf, aber trotzdem wollte ich es mit euch teilen. Dort steht übersetzt: „In diesem Wald gibt es kein W-LAN, aber hier wirst du eine viel bessere Verbindung spüren“. Im Park waren viele solcher Schilder mit verschiedenen Sätzen, aber immer ähnlichen Aussagen zu sehen. Mir gefiel das sehr; der Gedanke oder Antrieb, sich mehr auf die Natur zu besinnen und sie vor allem wertzuschätzen und zu beschützen!

Insgesamt liefen wir nur ca eine Stunde auf dem Pfad, danach ging es zurück in unseren Bus und endlich ans nächste Ziel: Suchitoto!

Suchitoto ist eine kleine Stadt in den Bergen El Salvadors 50km nordöstlich von San Salvador. Die Stadt ist malerisch und verschlafen, mit vielen bunten Häusern und holprigen Steinstraßen. Es ist außerdem sehr heiß und sonnig bei unserer Ankunft, sodass wir erst einmal eine kleine Mittagspause machen, bevor Bryan uns ein wenig herumführt. Auf dem Weg zum See Suchitlán laufen wir nicht sehr intakte Straßen entlang und bekommen einen Eindruck davon, wie (nicht so wohlhabende) Einheimische hier wirklich leben: in ärmeren Häusern, mit vielen Tieren und Kindern und zwischen ihnen viel Müll. Trotzdem wirken alle Menschen, auf die wir treffen, sehr fröhlich. Zudem gibt es hier eine Campagne gegen häusliche Gewalt und für mehr eigenständige und geschäftstüchtige Frauen. Viele Häuser zeigen das Bild und den Spruch dieser Campagne auf ihren bunten Fassaden. Der Vogel auf der Abbildung ist übrigens der Torogoz, der Nationalvogel von El Salvador.

Übersetzt: „In diesem Haus wollen wir ein Leben frei von Gewalt gegen Frauen.“

Am See angekommen genießen wir ein wenig den schönen Ausblick und die entspannte Atmosphäre. Der Suchitlán See ist übrigens menschengemacht, produziert aber einen Großteil von El Salvadors Elektrizität. Schwimmen kann, bzw. sollte man darin nicht unbedingt, da er nicht sehr sauber ist, aber man kann Bootstouren buchen. Wir belassen es jedoch dabei, am Ufer zu sitzen und ein paar Bilder zu machen. Was ich aber witzig finde: die Einheimischen nutzen eine lange Seilbahn, oder Zipline, um sich selbst und Produkte oder Materialien von einer kleinen Insel über den See aufs Festland zu bringen und andersherum. Wenn ihr auf dem untersten der folgenden Bilder ganz genau hinschaut erkennt ihr, links der Insel in der Mitte des Bildes, oberhalb der Baumkronen des dahinterstehenden Festlands, vielleicht die Seilbahn, sie ist aber wirklich nur ganz schwach zu erkennen.

Zurück zum Hotel fahren wir mit dem Bus, den auch andere Einheimische nehmen, um von der Arbeit zurück in die Stadt zu kommen. Alles ist sehr holprig und eng zusammen gepresst. Übrigens heißt unser Hotel Posada Altavista, ist sehr nah am Zentrum und hat sogar heiße Duschen! Obwohl man die gar nicht bräuchte, da es hier wirklich sehr warm ist.

Sobald es dunkel ist, treibt uns der Hunger zu einem sehr hübschen Restaurant ganz in der Nähe. Ich trinke einen herrlichen Fruchtshake mit Maracuja. Die Fruchtshakes und -säfte gibt es in ganz Zentralamerika in jedem Restaurant für nicht all zu viel Geld und schmecken einfach traumhaft! Ich esse Spaghetti mit Weißwein-Pilze Soße und genehmige mir einen Cuba Libre, schließlich muss man auch mal den lokalen Rum probieren! (War sehr lecker!)

Nach dem Essen ist unsere Gruppe sehr müde (der Großteil hat gestern für seinen Teil den Rum am Lagerfeuer probiert und demnach viel getrunken und wenig geschlafen), sodass fast alle kaputt ins Bett fallen. Alina, Bryan und ich setzen uns aber noch mit einem Bier auf die Dachterrasse des Hotels, genießen die Lichter des Städtchens und unterhalten uns gut.

Saludos,

Theresa

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